Dienstag, 11.11.2003 Werbung:
 
 


Afrika
Balkan
China / Russland
Europa
Internationales
Politik in Deutschland
Politik und Wirtschaft


Lehrredaktion
e-Demokratie
Medien
Extremismus im Netz


TV / Hörfunk-Tipps
Pop & Politik


Sport
Satire
Netz-Fundstücke



Außenpolitik der BRD
Europäische Union
Theorien
Organisationen


Antike
Neuzeit


Parteien
Institutionen


Aus den Hochschulen
Studienhilfen
Für Studenten







Über uns
Presse / Referenzen
Redaktion
Gästebuch
Impressum


Jobs@e-politik.de
Werbung
Partner





e-politik.de - Home  Brennpunkt  Internationales   Irak


USA

Europäische Friedenstäubchen

Autor :  Philip Alexander Hiersemenzel
E-mail: redaktion@e-politik.de
Artikel vom: 19.03.2003

Das Regime Saddam Husseins muss beseitigt werden. Und dazu ist jedes Mittel recht. Von Philip Alexander Hiersemenzel.


Spätestens nach dem Ultimatum Bushs dürfte auch der letzte friedensbewegte Spiegel-Leser eingesehen haben, was für den interessierten Beobachter bereits seit über einem Jahr klar war: Die Bush-Regierung sieht in dem Diktator zwischen Euphrat und Tigris eine Gefährdung der nationalen Sicherheit Amerikas, dem durch "Eingrenzung" nicht beizukommen ist. Ergo muss der Schurke weg.
Deshalb war die Frage nicht, ob Washington sich Saddams mit Gewalt entledigen würde, sondern wie. Würde es den Bushisten gelingen, Amerikas Verbündete und Freunde von der Notwendigkeit eines Eingreifens im Zweistromland zu überzeugen?

PR- und Diplomatiedesaster

Doch statt eines überzeugenden Kampfes um die Weltmeinung, lieferte Washington ein PR-und Diplomatie-Desaster ab. Im wöchentlichen Wechsel musste immer ein anderer Grund für den Krieg herhalten: Erst waren es die Massenvernichtungswaffen, dann die Befreiung der Iraker von barbarischer Tyrannei und schließlich die Demokratisierung des gesamten Nahen Ostens. Die Sprüche eines Verteidigungsministers, dem eine gute Pointe schon mal ein Verbündeter wert ist, waren dabei noch das geringste Problem.

Keine überzeugenden Gegenargumente

Kaum besser waren allerdings die Argumente der Kriegsgegner. Für einen "Flächenbrand im Nahen Osten", wie ihn Joschka Fischer befürchtet, spricht genauso wenig wie für die "positive Dominotheorie".
Im Gegenteil. Ist der irakische Despot erst einmal auf der Müllkippe der Weltgeschichte entsorgt, könnte der Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern schneller vorankommen. Scharon hätte einen Grund weniger, das Westjordanland besetzt zu halten, die Amerikaner könnten den Druck auf Israel erhöhen und auch Selbstmordanschläge würden weniger attraktiv, wenn potentielle Attentärer nicht mehr mit großzügigen Zahlungen aus der irakischen Staatsschatulle rechnen könnten.

Kardinalfehler der Europäer

Der Kardinalfehler der Europäer aber war, so zu tun, als stellte Saddam keine Gefahr da und deshalb keine wirkliche Alternative vorzuschlagen. Ein gern vorgetragenes Argument für diese Haltung war die Behauptung, der irakische Despot sei jetzt weit weniger gefährlich als vor dem letzten Golfkrieg.
Doch das war haarscharf am Kern des Problems vorbeidiskutiert, übersah dieses Argument doch, dass die Zeit für Saddam spielte. Denn, je mehr Zeit verging, desto brüchiger wurde die internationale Isolierung des Regimes. Und es konnte die gewonnene Zeit nutzen, um wieder aufzurüsten.

Trendwende der "Friedenstäubchen"

Dieser Trend wurde erst beendet als die Amerikaner begannen, laut mit dem Säbbel zu rasseln. Saddam begann zähneknirschend sich von einigen - längst nicht allen - seiner durch internationales Recht verbotenen Waffen zu trennen. Doch anstatt diesen Prozess mit klaren Fristen und einer Beteiligung an der Drohkulisse zu unterstützen, taten die Europäer so, als sei die Wahl zwischen "friedlicher" und "kriegerischer" Entwaffnung.

Als Hauptargument für eine "friedliche" Entwaffnung brachten die Friedenstäubchen immer wieder die "unschätzbare" Zahl von zivilen Opfern vor, die ein Krieg kosten würde. Geflissendlich übersahen sie dabei allerdings, dass eine dauerhafte Entwaffnung ohne "regime change" immer auch eine Fortsetzung der Sanktionen bedeutet hätte. Sanktionen, die bis jetzt schon allein mindestens 300000 irakische Kinder unter fünf Jahren das Leben kosteten.


   


Leserkommentar von karima
am 20.04.2003
von jedm n bissl...

Da bin ich leider wohl wieder anderer Meinung... Denn ich glaube, dass die Moslems Opfer eines propagandistischen Systems sind- ähnlich dem des nationalsozialistischen. Desweiteren sind mitnichten die "bösen Amis" Schuld an deren Misere, sondern eher die machthaberischen Ausbeuter- bestes Beispiel sind dafür die ganzen Paläste Husseins... Außerdem ist die Einstellung vieler Moslems kontraproduktiv, da sie aufgrund des Islams (zB. "Allah hat es so gewollt")nicht das Bestreben haben quasi gegen Allahs Willen etwas zu unternehmen; wobei ich keineswegs verallgemeinern möchte. Ich komme übrigens aus einem (durch die FIS) araboislamisierten (!!) Land- Algerien. Meines Wissens nach will die ganze Bevölkerung von diesem Regime befreit werden und haben sogar schon die Amerikaner eingeladen... Dementsprechend könnte man auch meinen, dass die Kurden und Schiiten gerne befreit werden möchten,oder? Jetzt die eigentliche Frage: Wie kann man ein Regime mit 5 Sicherheitssystemen stürzen und anschließend eine perfekte Demokratie einführen? Bestimmt indem man nochmal einige Jahre abwartet in denen noch tausende Zivilisten von Hussein umgebracht werden... Nicht das ihr denkt ich,dass ich Kriege toll finde; im Gegenteil- ich verachte auch den Krieg, allerdings verachte ich auch unterlassene Hilfeleistung! Das Drohpotential wurde gerade durch die "paziphilen" Äußerungen gemindert... (Den Begriff Pazifist wollte ich nicht benutzen,da es definitionsgemäß ein Extremist ist) Die Begierde nach Öl kann ich nicht beurteilen, da ich nicht weiß, wieviel dieser Krieg kostet und wieviel man vom Öl einnehmen könnte... Desweitern kann ich mir durchaus vorstellen, dass nicht nur Amerikaner an dem Öl interessiert sind; da ja schon einige Verträge diesbezgl. zwischen Hussein und Frankreich, Deutschland und Russland bestehen. Hoffentlich hasst du mich jetzt nicht @mandragora...

mehr Kommentare ]  [ eigenen Kommentar abgeben ]


Artikel drucken

Artikel für Palm

Artikel mailen

Suche: (Hilfe)

 

Netzreportagen
Deutschland
Europa
USA
Andere Länder
Organisationen
Medien
Gesellschaft
Studium
LINKS der WOCHE



Ochsentour

Kohl-Tagebücher

Politischer Film
The Long Walk Home
rezensiert von Maria Pinzger

Politisches Buch
Sidney Blumenthal: The Clinton Wars
rezensiert von Michael Kolkmann

Kabarett
Gerhard Polt - Das Dossier
von C. von Wagner

Für Studenten



Name ist freiwillig !


 

© 2003 - Konzept, Gestaltung und Redaktion: e-politik.de - Der Seiteninhalt ist ausschließlich zur persönlichen Information bestimmt. Weitergabe an Dritte nur nach schriftlicher Genehmigung.