Links zu Arbeitsmarktpolitik in unserer Netzbibliothek
Deutschland
Arbeit für Arbeitsämter
Autor : Nina Bludau E-mail: redaktion@e-politik.de Artikel vom: 15.02.2002
Die Bundesanstalt für Arbeit steckt in Schwierigkeiten. Das scheint
Anlass für eine schon lange nötige Reform zu werden. Nina Bludau
fasst zusammen.
Es ist kein guter Jahresbeginn für die Bundesanstalt für Arbeit
(BA). Nach einer Untersuchung des Bundesrechnungshofes, die am 4. Februar
bekannt wurde, haben die Arbeitsämter etwa 70 Prozent der erfassten
Stellenvermittlungen falsch verbucht. Die Vorwürfe variieren von
"Systemfehler" bis "Verschönungs-Statistiken".
Vorläufig kein Rücktritt
Und nicht nur das: der Präsident der BA, Bernhard Jagoda, war von
einem Mitarbeiter der Bundesanstalt mehrmals ergebnislos auf Fehler in den
Statistiken hingewiesen worden. Die Opposition forderte daraufhin Jagodas
Rücktritt. Soweit kam es nicht. Am Donnerstag, 14. Februar 2002, ist der
Vorstand der BA zu einer Sondersitzung zusammengetreten. "Der Vorstand wird
die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Präsidenten fortsetzen",
sagte Arbeitgebervertreter und Vorstandschef Christoph Kannengießer
danach.
Geburt von Reformvorschlägen
Inhaltliche Reformen statt personeller Konsequenzen sollen die
Effektivität der Bundesanstalt wieder in Form bringen.
Kannengießer hatte einen Katalog an Forderungen für die
Vorstandsitzung vorbereitet. Das Amt müsse kleiner und
unbürokratischer, die Arbeitsvermittlung in den Ämtern
müsse gestärkt werden. Zudem sollen auch private Dienstleister bei
der Jobvermittlung eingeschaltet werden.
Dieser Meinung ist auch Arbeitsminister Walter Riester (SPD). Er forderte
einen "effizienten Wettbewerb bei der Arbeitsvermittlung" und deutete
dafür die Rückendeckung der Regierung an.
Umstrukturierung des Vermittlungssystems
Mit Hilfe eines so genannten Callcenters sollen die Anfragen der
Arbeitgeber effektiver bearbeitet werden können. Hierzu würden
kurzfristig personelle und technische Kapazitäten mobilisiert, ohne
jedoch Finanzmittel aufzustocken, sagte Kannengießer. Damit würde man
auch Forderungen nach einer Umverteilung des Personals gerecht. Bisher gibt es dreimal so viele Beschäftigte zur Berechnung
sozialer Leistungen wie für die Stellenvermittlung. Außerdem sei
ein "Beschwerdemanagement" für Kunden und Mitarbeiter geplant, ebenso
wie eine Lenkungsgruppe externer Sachverständiger zur Prüfung der
Abläufe.
Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass
Bevor die Arbeitsämter private Konkurrenz bekommen, muss die BA ihren
Ruf wiederherstellen.
"Der Begriff Fehlbuchungen, wie ihn der Bundesrechnungshof verwendet hat,
ist aber nicht gleichzusetzen mit bewussten Manipulationen. Der
Bundesrechnungshof legt Wert darauf, dass er nie von Manipulationen
gesprochen hatte", sagte Kannengießer nach der Sitzung. Die
Glaubwürdigkeit des Präsidenten hat in der Öffentlichkeit
dennoch Schaden genommen. Riester stellte sich zwar hinter Jagoda.
Gleichzeitig wollte er jedoch die Ergebnisse der Untersuchungen des
Bundesrechnungshofes abwarten.
Foto: Copyright liegt beim ADAC
Weiterführende Links:
Arbeitsamt online
Bundesrechungshof online
Leserkommentar
von
reinhild knoop
am 17.10.2002
|
Verschaukelte Bürger
Was ist seither geschen, man hat einen neuen Arbeitsminister, der aber die gesamte Struktur in Deutschland auch nicht umschmeißen kann. Fakt ist der Staat ist Pleite. Der bürger soll zahlen, bzw die Betriebe sollen mehr Leute einstellen, wie denn, wenn die Steuerlast sich erdrückend auswirkt. Da kann Eichel so gut rechnen wie er will. Wenn er die verkehrten Parameter zugrunde legt, kommt im Ergebnis das raus wie am 16.10.02, die vorrausgerechneten Steuereinnahmen gibt es nicht!! Wie sollen da die Finanz- löcher gestopft werden?? Wenn man in einer Haus Licht haben will muß man wohl Fenster einbauen. Das Geld was man sich reintragen läßt macht den Raum nämlich nicht hell...R.K.
|
[ mehr Kommentare ]
[ eigenen Kommentar abgeben ]
|
|