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e-politik.de - Artikel
( Artikel-Nr: 1567 )Arbeit für Arbeitsämter Autor : Nina Bludau Die Bundesanstalt für Arbeit steckt in Schwierigkeiten. Das scheint
Anlass für eine schon lange nötige Reform zu werden. Nina Bludau
fasst zusammen. Es ist kein guter Jahresbeginn für die Bundesanstalt für Arbeit
(BA). Nach einer Untersuchung des Bundesrechnungshofes, die am 4. Februar
bekannt wurde, haben die Arbeitsämter etwa 70 Prozent der erfassten
Stellenvermittlungen falsch verbucht. Die Vorwürfe variieren von
"Systemfehler" bis "Verschönungs-Statistiken".
Vorläufig kein Rücktritt Und nicht nur das: der Präsident der BA, Bernhard Jagoda, war von
einem Mitarbeiter der Bundesanstalt mehrmals ergebnislos auf Fehler in den
Statistiken hingewiesen worden. Die Opposition forderte daraufhin Jagodas
Rücktritt. Soweit kam es nicht. Am Donnerstag, 14. Februar 2002, ist der
Vorstand der BA zu einer Sondersitzung zusammengetreten. "Der Vorstand wird
die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Präsidenten fortsetzen",
sagte Arbeitgebervertreter und Vorstandschef Christoph Kannengießer
danach. Geburt von Reformvorschlägen
E-mail: redaktion@e-politik.de
Dieser Meinung ist auch Arbeitsminister Walter Riester (SPD). Er forderte
einen "effizienten Wettbewerb bei der Arbeitsvermittlung" und deutete
dafür die Rückendeckung der Regierung an.
Umstrukturierung des Vermittlungssystems
Mit Hilfe eines so genannten Callcenters sollen die Anfragen der Arbeitgeber effektiver bearbeitet werden können. Hierzu würden kurzfristig personelle und technische Kapazitäten mobilisiert, ohne jedoch Finanzmittel aufzustocken, sagte Kannengießer. Damit würde man auch Forderungen nach einer Umverteilung des Personals gerecht. Bisher gibt es dreimal so viele Beschäftigte zur Berechnung sozialer Leistungen wie für die Stellenvermittlung. Außerdem sei ein "Beschwerdemanagement" für Kunden und Mitarbeiter geplant, ebenso wie eine Lenkungsgruppe externer Sachverständiger zur Prüfung der Abläufe.
Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass
Bevor die Arbeitsämter private Konkurrenz bekommen, muss die BA ihren Ruf wiederherstellen. "Der Begriff Fehlbuchungen, wie ihn der Bundesrechnungshof verwendet hat, ist aber nicht gleichzusetzen mit bewussten Manipulationen. Der Bundesrechnungshof legt Wert darauf, dass er nie von Manipulationen gesprochen hatte", sagte Kannengießer nach der Sitzung. Die Glaubwürdigkeit des Präsidenten hat in der Öffentlichkeit dennoch Schaden genommen. Riester stellte sich zwar hinter Jagoda. Gleichzeitig wollte er jedoch die Ergebnisse der Untersuchungen des Bundesrechnungshofes abwarten.
Foto: Copyright liegt beim ADAC
Weiterführende Links:
Arbeitsamt online: http://www.arbeitsamt.de/hst/
Bundesrechungshof online: http://www.bundesrechnungshof.de
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