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Außenpolitik der BRD - die Zeit nach 1990
Autor : Politisches Studium E-mail: redaktion@e-politik.de Artikel vom: 18.01.2000
Mit dem Jahr 1990 trat der langersehnte Wendepunkt für die Außenpolitik der BRD ein. Das internationale Staatensystem wurde einem radikalen Transformationsprozess unterworfen. Der Zusammenbruch der DDR warf neue Fragen auf.
A. Westbindung
Deutschland und die EU
Interessen
- Artikulation und Vertretung deutscher Interessen in Europa
- Weiterentwicklung der aus der Integration wachsenden Vorteile
- Schaffung fester Partner unter den westlichen Nachbarn
- Gleichgewichtsbildung zwischen politischer und wirtschaftlicher Integration
- Mißtrauendes Auslands bezüglich deutschem Machtzuwachses abbauen
- Ökologische Interessen
Strategien
- Gegenmachtbildung des Auslands durch Integration unterlaufen
- Bemühung um Erweiterung und Vertiefung der Integration (Osterweiterung und gleichzeitige Intensivierung der Zusammenarbeit)
- Gemeinsame Asyl- und Einwanderungspolitik
- Härtere Verhandlungen aufgrund eines geringeren finanziellen Machtfaktors
Deutschland und die USA
Interessen
- Erhaltung Amerikas als Sicherheitsgarant
- Beibehaltung der amerikanischen Stellung als sanfter Hegemon
- Dankbarkeit für die Wiedervereinigung
Strategien
- Beibehaltung der "Anwesenheit" der USA, um von der Größe des deutschen Machtzuwachses abzulenken
- Sonderbeziehung durch "partnership in leadership"
Deutschland und Frankreich
Interessen
- Weiterentwicklung der EU erfordert stabiles Verhältnis zu Frankreich
- Verbindender Gedanke der Vielfalt in der Einheit (z.B. deutsch-französisches Gegengewicht zur englischen Sprachdominanz)
Strategien
- Gemeinsame Europa- und Sicherheitspolitik
- Offizielle Dreisprachigkeit in Europa
Deutschland und Großbritannien
Interessen
- Mißtrauen Großbritanniens bezüglich deutsch-französischem Bilateralismus abbauen
Strategien
- Annäherung an Großbritannien
B. Die deutsche Ostpolitik
Interessen
- Migration und Armut aus Osteuropa stoppen
- Politische Stabilität in Osteuropa
- Rechtssicherheit
- Gute Infrastruktur
- Wirtschaftliche Interessen: hohe Interdependenz, qualifizierte Arbeitskräfte, Produktivitätssteigerung, nachfragestarker Binnenmarkt, hohe Investitionseffizienz und Wettbewerbsfähigkeit
Strategien
- Stabilisierungspolitik
- Ökonomische Politik
- Stabilisierung durch politische und finanzielle Hilfe, Heranführen an Demokratie und EU, Ausbildungs- und Verwaltungshilfe, personelle Unterstützung vor Ort
- GASP mit Streitkräften
- Grundwerte innerhalb der EU formulieren
- Gemeinsame außenpolitische Ziele: ausdifferenzieren und Prioritäten setzen
- Umsetzung muß diskutiert werden
C. Die sicherheitspolitischen Aspekte deutscher Außenpolitik
Deutschland und kooperative Sicherheit
Interessen
- Stabilität der neuen Weltordnung
- Einflußgewinnung
- Wirtschaftliche Interessen
- Berücksichtigung historischer Belastungen
Strategien
- Kooperatives Vorgehen: NATO, EU, UNO
- Übernehmen einer aktiven Rolle
Deutschland und die NATO
Interessen
- Schaffung verläßlicher Sicherheitstrukturen
- Berücksichtigung der weitverbreiteten Ablehnung militärischer Gewalt: "gewaltfreie Sicherheitspolitik"
Strategien
- schrittweises Ausdehnen deutscher Kompetenzen bei Blauhelmeinsaätzen
- Klärung der Rechtsgrundlage bei Beteiligung an out-of-area-Einsätzen
- Mitgestaltung des Strukturwandels der NATO
- Deutsche Bemühungen bei NATO-Osterweiterung
- Neustrukturierung der Bundeswehr: Krisenreaktionskräfte, Flexibiliserung von Kriegsführung
Deutschland und die europäische Verteidigung
Interessen
- Schaffung einer europäischen Verteidigungsidentität: GASP, schritt2weise Festlegung einer gemeinsamen Außen- und später auch Verteidigungspolitik
Strategien
- zweigleisige Verhandlungspositionen bei Maastrichtvertrag: Festhalten an der NATO einerseits und Fordern einer europäischen Föderation inklusive Verteidigung andererseits
Deutschland und die UNO
Interessen
- ständiger Sitz im Sicherheitsrat
Strategien
- Demonstration von Verantwortungsbereitschaft
- Reformvorschläge für den Sicherheitsrat
D. Veränderungen nach 1990
Grundprämissen deutscher Außenpolitik bis 1990
- Westintegration/-bindung: EG/EU, transatlantische Bündnisse
- Ostverbindungen
- Friedenssicherung/-verpflichtung; normative Vorgaben des Grundgesetzes
- Exportnation
- Dt. Vergangenheit/Verantwortung
Nach 1990: Änderungen bzw. Beibehaltung
Westintegration
- weiter vorrangiges Ziel
- weiteres Zusammenarbeiten in den Bündnissen
- keine ausschließlich deutschen Antworten auf außen- und sicherheitspolitischen Fragen
- Friedensordnung, die alle europäischen Staaten einschließt; demokratisches pluralistisches Umfeld
- OSZE
Ostverbindungen
- neue Partner im Osten nur im Verbund mit den alten Bündnispartnern
Friedenssicherung
- eigene Souveränität
- nicht mehr in der Lage eines Grenzstaates zwischen verfeindeten Blöcken
Militärische Einsätze
- Soldaten nie im Alleingang einsetzen
- Institutionen wie NATO, UNO, OSZE stärken, gemeinsamer Handlungsrahmen
- Multinationale Einrichtungen müssen handlungsfähiger werden
- Militärische Aufgabe in der Friedens- und Sicherheitspolitik erst nach Ausschöpfung aller anderen Mittel
- Zustimmung des Bundestages
- Institutionen fördern, die für die Friedensordnung in Europa und in der Welt unerläßlich sind.
- Früherkennung und Prävention von militärischen Konflikten (UN, OSZE, Europarat)
Exportnation
- große internationale wirtschaftliche Verflechtung
- unter bevölkerungsreiche Staaten, das Land mit der größten außenwirtschaftlichen Verflechtung
- wirtschaftlich und politisch verwundbar
- interessiert an multilateralen Regeln, die eine offene und stabile Weltwirtschaft ermöglichen
Neuer Markt im Osten?
- Schwierig: im Osten keine starken Ökonomien
- Wirtschaftlich betrachtet noch von geringer Bedeutung
- Deutschland weiter interessiert an einer Integrationb mit den Staaten, mit denen es verbunden ist.
Deutsche Vergangenheit/Verantwortung
- weiter zu berücksichtigen, besonders bei militärischen Einsätzen und in Bezug auf Deutschlands neue Machttrolle
E. Perspektiven deutscher Außenpolitik
- vom Weltmarkt abhängig, prosperierende Gesellschaft, Demokratie, offenes Land
- diese Errungenschaften können durch Veränderungen verloren gehen
- Gestaltendes Einwirken auf dieses Umfeld auf drei Ebenen: für die eigene Gesellschaft, für die EU, für das globale System
- Deutschland als Gestalter und Träger internationaler Politik
- Zentralmacht Europas, ungewollt auch einer der Hauptakteure des globalen Systems
- Erweiterung des aus Demokratien bestehenden Kerns des Interdependezsystems
- Einhegung und Zivilsierung des anarchischen Bereichs der Weltpolitik: Diplomatie, präventives Krisenmanagement, Demokratieförderung, Konflikteskalation und Gewalt verhindern
- Reflexion der eigenen Interessen
- Partner in Interessendefinition einbeziehen
- Handlungsrahmen: EU
- UN (?) als Rahmen für einen Einsatz von Zwangsmaßnahmen gegen die Verletzung von Völkerrecht und Menschenrechten
- Deutschland als ständiges Mitglied im Sicherheitsrat
Dieses studentische Skript erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist keine Garantie zum Bestehen irgendwelcher Prüfungen. e-politik.de ist bemüht, die Skripten ständig zu aktualisieren und inhaltlich zu bearbeiten.
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