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USA

Diesmal gibt es Krieg - und Europa muss zu Amerika stehen

Autor :  Philip Alexander Hiersemenzel
E-mail: redaktion@e-politik.de
Artikel vom: 12.09.2001

Egal wer für den Terrorschlag auf die USA verantwortlich ist, egal wie die amerikanische Antwort ausfällt – die Europäer müssen sich jetzt hinter ihren Verbündeten stellen. Philip Hiersemenzel über internationalen Zusammenhalt.


Die Tragödie vom 11. September ist der blutigste Anschlag, der jemals auf amerikanischen Boden verübt worden ist. Voraussichtlich haben die brutalen Anschläge auf die USA mehr Menschen in den Tod gerissen als der japanische Angriff auf Pearl Harbour. Und genauso wenig wie jener, wird dieser Angriff unbeantwortet bleiben.

Auch wenn wir zum jetzigen Zeitpunkt relativ wenig über die Drahtzieher der Anschläge wissen, so drängt sich der Gedanke an Osama bin Laden und seine Mitstreiter förmlich auf. Nur wenige Organisationen verfügen sowohl über den logistischen Apparat, den eine derart koordinierte und gut vorbereitete Anschlagserie verlangt, als auch über die fanatischen und skrupellosen Anhänger, die nur allzu gerne ein paar Ungläubige als Preis für ihr direktes Ticket in das Reich Allahs in Kauf nehmen.

Es ist dies der letzte Höhepunkt einer neuen Art der Kriegsführung: des anonymen Terrorismus, der seit dem Ende des Kalten Krieges immer öfter sein hässliches Gesicht zeigt. Angefangen von dem ersten Anschlag auf das World Trade Center vor 6 Jahren über die Attacken auf amerikanischen Stützpunkte, Schiffe und Botschaften verfolgten die Terroristen immer ein Ziel: die Amerikaner zum Rückzug aus dem Nahen Osten und besonders aus dem persischen Golf zu zwingen.

Doch die Strategie, die Amerikaner auf diese Weise mürbe zu machen schlug fehl. Anstatt abzuziehen, verstärkte das US-Militär seine Sicherheitsmassnahmen, Washington bekräftigte immer wieder seine Absicht, auch weiterhin in der Region Präsenz zu zeigen.

Und auch jetzt haben sich die Terroristen - wie in allen vorhergegangen Anschlägen - verrechnet. Alles deutet darauf hin, das die USA die Anschläge als die Kriegserklärung begreifen, die sie sind. Bereits in seiner zweiten Stellungnahme (nach dem Einsturz beider Türme des World Trade Center) hat Präsident Bush den Federhandschuh aufgenommen: Die Entschlossenheit der großen amerikanischen Nation, so Bush, sei auf die Probe gestellt worden, doch man werde diese Probe bestehen.

In der Tat sollte niemand daran zweifeln, dass die USA „die Verantwortlichen jagen und bestrafen werden", wie Bush weiter ankündigte. Und der ehemalige Außenminister Henry Kissinger fügt hinzu, dass es diesmal – anders als bei den Anschlägen auf die US-Botschaften in Afrika vor einigen Jahren – nicht bei ein paar Marschflugkörpern bleiben dürfte.

Sollte sich also – allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz – auch nur eine indirekte Verbindung zu den Taliban bestätigen, so dürfte es um Afghanistan geschehen sein. Ohne jeden Zweifel werden dann die USA, wie Richard Holbrooke voraussagt, das Land direkt zur Verantwortung ziehen. Dies aber kann nur eins bedeuten: Krieg – ob nun erklärt oder nicht. Und das ist richtig.

Der Rest der Welt, und besonders die Europäer, sollten sich dabei voll hinter die USA stellen. Die Welt kann es sich schlicht nicht leisten, dass ihre stärkste Macht – Garant des Friedens in Asien und Europa und Schutzpatron des Welthandels - auf derartige Weise gedemütigt wird. Großmächte wie Russland und China verstehen das – die europäische Verbündeten der USA hoffentlich auch.

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Leserkommentar von Thomas Mehlhausen
am 27.09.2001
Ein Krieg ist sinnlos

Ich kann mich nur den vorigen Beitraegen anschliessen. Ein Krieg ist sinnlos. Erstens ist der Gegner unsichtbar, es nicht ein Land (auch wenn man nun ein Land als geeigneten Gegner gefunden hat) sondern es sind Extremisten und Terroristen die anscheinend so schwer zu lokalisieren sind, dass das FBI es bisher nicht geschafft hat den weltweit gesuchten Hauptverdaechigten zu toeten. Das soll nun mit herkoemmlicher, traditioneller Kriegsfuehrung mit 50000 Soldaten geschehen? Abgesehen davon, dass es schier unmoeglich ist die Taeter auf diesem Wege zu finden (denn Osama bin Laden & Co werden bestimmt nicht waehrend der Angriffe sich in Afghanistan aufhalten) sterben mal wieder Tausende von unschuldigen Zivilisten, die die Tat genauso bedauern und verachten wie wir. Die Rachegefuehle Amerikas sind nur allzu sehr verstaendlich doch darf der verletzte Stolz nicht noch weitere, ja wesentlich mehr Unschuldige morden. Das Dilemma der amerikanischen Politik ist offenbar: Sie muessen Staerke beweisen, wissen nur nicht, wer ihr Gegner ist bzw wo er sich aufhaelt. Ein weiterer Aspekt ist die Radikalisierung der Arabischen Laender. Die Gefahr weiterer Terroranschlaege wird wohl kaum sinken, wenn es Bomben in Afghanistan regnet. Der Krieg wird kein Erfolg haben und nach Vietnam sollte man klueger sein. Ob Amerikaner oder Afghane - jeder unschuldiger toter Zivilist ist einer zu viel. Zumal wenn nicht einmal der Preis dafuer ersichtlich ist. Uebrigens - bei aller Trauer und Beileid fuer die hinterhaeltig ermorderten Amerikaner - die Politik der Amerikaner nun so einseitig darzustellen: "Garant des Friedens in Asien und Europa und Schutzpatron des Welthandels" halte ich fuer reichlich uebertrieben. Zwar darf ein solcher Anschlag nicht damit belohnt werden: Aber dennoch sollte Amerika ihre Politik ruhig kritischer betrachten: ein Alleingang (Kyoto, Uno-Schulden, Wirtschaftskontrollen, fragliche Reaktion auf Flugzeugunglueck in China, ambivalente Rolle im Nahostfriedensprozess etc.) kann auf Dauer nicht gut gehen. Hier sei allerdings mit aller Schaerfe darauf verwiesen, dass ich NICHT - auch nicht im Ansatz - eine Rechtfertigung des Anschlags suggeriere. Ich hoffe dass die Solidaritaet Europas aber auch der anderen Laender sich an die Opfer richtet und nicht einen weiteren blutigen Krieg unterstuetzt.

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