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e-politik.de - Home  Brennpunkt  Politik in Deutschland   Politik in Deutschland - Archiv   Protest gegen Atommüll-Transporte


Netzreportage - Der Castor rollt (24.03.01)

Autor :  Michael Kolkmann
E-mail: redaktion@e-politik.de
Artikel vom: 24.03.2001

Die Auseinandersetzung um die Castor-Transporte findet auch im Internet statt. Michael Kolkmann hat sich umgesehen.


Nach vierjähriger Unterbrechung soll am Montag, den 26. März 2000, erstmals wieder Atommüll aus Frankreich in das niedersächsische Zwischenlager Gorleben transportiert werden. Die Polizei erwartet rund 10.000 Demonstranten in der Region Gorleben und setzt allein dort 15.000 Beamte zur Sicherung der sechs Castor-Behälter ein. "Castor", in der griechischen Mythologie der Name eines Sohnes des Gottes Zeus, steht übrigens schlicht für "cask for storage and transport of radioactive material" (Behälter für Lagerung und Transport von radioaktivem Material).

Warum Castor-Transporte?

Der Castor-Transport ist die erste große Auseinandersetzung zwischen Atomkraftgegnern und der rot-grünen Bundesregierung nach der Vereinbarung von Regierung und Wirtschaft über den langfristigen Ausstieg aus der Atomenergie (diese Vereinbarung gibt es auf den Seiten des Bundesumweltministeriums). Darin wird der Stromwirtschaft die Wiederaufnahme der im Mai 1998 wegen erhöhter Strahlenwerte unterbrochenen Rücktransporte von deutschem Atommüll aus den Wiederaufbereitungsanlagen in Frankreich (La Hague) und Großbritannien (Sellafield) zugesichert. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass aus den Atomkraftwerken abgebrannte Brennstäbe noch bis 2005 zur Wiederaufbereitung ins Ausland gebracht werden können. Bis 2010 sollen künftig in jährlich zwei bis drei Transporten, dass heißt mehr als 160 Castor-Behälter, nach Gorleben gebracht werden.

Die Castor-Gegner

Mitte dieser Woche wurde bekannt, dass die Lüneburger Bezirksregierung 15 von 27 angemeldeten Aktionen gegen den bevorstehenden Castor-Transport nach Gorleben gestattet hat. Nicht erlaubt worden seien Camps und Aufmärsche im verbotenen 50-Meter-Radius entlang der Transportstrecken, sagte ein Sprecher der Bezirksregierung. In einigen Fällen würden noch «Kooperationsgespräche» geführt.

Ausgangspunkt für eine Internet-Recherche ist die bereits seit 1977 bestehende Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg. Dort gibt es Informationen zur Bürgerinitiative selbst, Zeitungsartikel, Flugblättern und Broschüren. Umfangreich ist auch das Internetangebot der Castor-Nix-Da-Kampagne.Hier findet der Internetnutzer Pressemitteilungen sowie Berichte, Kommentare und Meinungen zum Atomausstieg. Der „Gorleben-Ticker" informiert über Veranstaltungen wie Mahnwachen und Kundgebungen. Ein Pressearchiv und ein Diskussionsforum vervollständigen die Seite. Die Organisation Greenpeace stellt unter anderem den 10-Punkte-Plan der Organisation für den Atomausstieg vor und präsentiert eine Studie über Perspektiven für neue Arbeitsplätze an deutschen Atomstandorten. In einer Skandalchronik werden Unfälle und Versäumnisse in Bezug auf Atomkraftanlagen zusammengefasst.

Die Befürworter

Auch die Befürworter der Atomenergie sind im Internet vertreten. Der RWE-Konzern zum Beispiel hält unter dem Titel „Kernkraft Wissen" eine ausführliche Seite mit Informationen zu den Castor-Transporten bereit. Die Seite bietet einen geschichtlichen Überblick und erläutert die rechtlichen Bedingungen und die Abwicklung von Castor-Transporten. Auch der Informationskreis Kernenergie und das Deutsche Atomforum verfügen über ein ausführliches Informationsangebot in einem eigenen Internet-Portal.
Nahezu alle vorgestellten Seiten verfügen übrigens über ausführliche Linklisten.

Angebote vom Polizei und Verwaltung

Die niedersächsische Polizei hat eigens zu den Castor-Transporten eine Webseite eingerichtet. Hier erfährt man alles über die Rechtslage (etwa zur Rechtsproblematik bei Sitzblockaden), eine Kurzdarstellung der rechtlichen Verpflichtungen der Polizei sowie Stellungnahmen zu Anschlägen auf die Bahnlinie Lüneburg-Dannenberg und zum „Konfliktmanagement als neuem Weg polizeilicher Öffentlichkeitsarbeit". Umfangreich ist auch das Informationsangebot des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Zwei gerade erschienene Broschüren zum Atomausstieg und zu Atomtransporten können online bestellt werden. Zudem sind ab sofort auf dieser Seite Informationen über genehmigte und durchgeführte Atomtransporte abrufbar. Zum Geschäftsbereich des Umweltministeriums gehört auch das seit 1989 bestehende Bundesamt für Strahlenschutz.

Tipp zum Schluss

Eine etwas andere Art der Berichterstattung als die der gängigen Medien, nämlich das so genannte „open-posting", versucht die Berliner Indymedia-Gruppe: hier kann man von jedem beliebigen Computer der Welt aus eigene Beiträge verfassen, die umgehend auf der Seite veröffentlicht werden. So soll ein möglichst schneller Informationsfluss sowie basisdemokratische Kommunikation geschaffen werden. Zudem kann man auf der Seite verfolgen, wo sich der Castor-Transport gerade befindet.

Grafik: Copyright liegt bei RWE Power


   


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