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Herbert Wehner

August H. Leugers-Scherzberg: Die Wandlungen des Herbert Wehner

Autor :  Sead Husic
E-mail: redaktion@e-politik.de
Artikel vom: 20.09.2002

Herbert Wehner war einer der schillerndsten Politiker der alten Bundesrepublik. Sein Leben stellt Biographen immer noch vor Rätsel, denn die Wandlungen in seinem Leben sind schwer zu erklären. Von Sead Husic.


Herbert Wehner entwickelte sich vom Anarchisten in den zwanziger Jahren des Deutschen Reiches zum Kommunisten und schließlich zum Vertreter des rechten Flügels der deutschen Sozialdemokratie.
Der Historiker August H. Leugers-Scherzberg hat in seiner Untersuchung über die Wandlungen des Herbert Wehner die wichtigsten politischen Stationen im Leben des Politikers beschrieben und analysiert die Ursachen für die Wandlungen Wehners.

Das Kommunismus-Verständnis

Dabei geht Scherzberg vor allem in den ersten Kapiteln seines Buches auf das Kommunismus-Verständnis des jungen Wehner ein, das ihn zeitlebens prägen sollte und auf das er auch stets zurückgriff, um seine politische Strategien auszuarbeiten. Noch in den späten sechziger Jahren waren die Leninistischen Lehren ein fester Bestandteil seines politischen Denkens. Sie halfen ihm aber vor allem auch die wahren politischen Ziele der sowjetischen, wie der DDR-Führung zu verstehen und Gegenkonzepte zu entwerfen.
Es ist nicht überzogen, wenn Scherzberg schreibt: "Herbert Wehner war ein Schüler Lenins."

Der Idealist

Wehner war zeitlebens ein Idealist, der tief enttäuscht war über die Entwicklungen der sowjetischen Außenpolitik. Im Jahre 1943/44 kritisiert Wehner die Politik der Sowjetunion, weil deren Konzeption für ein besiegtes Deutschland ihm nicht richtig erschien. Wehner fürchtete eine Spaltung der deutschen Arbeiterbewegung.
Mit Blick auf diese hielt Wehner fest: "Das Schlimmste, was ihr (der Arbeiterbewegung) nach dem Krieg passieren könnte, ist der Versuch, gestützt auf eine im Kriege siegreiche Macht, dem deutschen Volke eine fertige Partei aufzwingen zu wollen, die an frühere Parteitätigkeit anknüpft, aus taktischen Gründen ihre Selbstkritik auf ein Minimum beschränkt und den Gegnern von früher (innerhalb der Arbeiterbewegung) gewaltsam verdrängen."

Scherzberg führt detailliert aus, wie Wehner mit seinen Überzeugungen weitgehend bricht und gleichzeitig in der Sozialdemokratie Anknüpfungspunkte für sein politisches Engagement sucht. Schließlich bricht Wehner 1944/45 mit den Kommunisten, tief enttäuscht über die Haltung der Sowjetunion zur Deutschlandfrage.

Der Übertritt in die SPD

Kenntnisreich beschreibt Scherzberg dann die Entwicklung Wehners nach dessen Übertritt in die SPD. Besonders interessant sind hierbei die Analysen im zweiten Großkapitel "Von der Parteibühne zur Staatsbühne", indem vom "Berlin-Ultimatum", die "Bundestagswahl 1961" über die "Demontage Erhards" bis hin zur "Bildung der Großen Koalition" auf beeindruckende Weise geschildert wird, wie Wehner Wirkungsmacht in der SPD erlangte und was seine Konzepte für die Sozialdemokratische Partei waren.
Eines stand für Wehner ja im Vordergrund: Die Erlangung der Macht in der Bundesrepublik Deutschland.

Wie geschickt und taktisch fingiert er dabei vorging, zeigte sich auch während der Spiegel-Affäre, bei der er zunächst seine Partei aus der politischen Schusslinie der CDU/CSU Konrad Adenauers und Franz Josef Straußens zu halten suchte und der inhaftierte Spiegel-Herausgeber Rudolf Augstein keinerlei Hilfe zu erwarten hatte. Und dies nicht nur, weil Wehner Augstein für einen "kranken Gnom" hielt. Erst als Strauß sich durch ungeschicktes Verhalten selbst rettungslos diskreditiert hatte, griff Wehner in die öffentliche Debatte um die Pressefreiheit ein und stellte sich vor die zu unrecht verfolgten Spiegel-Journalisten.

Wehner war undurchschaubar, sagten viele seiner Zeitgenossen. Der Historiker Leugers-Scherzberg hat mit seinem Buch über Herbert Wehner für ein bisschen mehr Verständnis für die Wandlungen eines schillernden Politikers gesorgt.

August H. Leugers-Scherzberg: "Die Wandlungen des Herbert Wehner. Von der Volksfront zur Großen Koalition."
Propyläen-Verlag, München und Berlin, 2002, Seiten 432.
30 EURO
ISBN 3549071558.

Copyright des Bildes liegt beim Internetangebot des Propyläen-Verlages, www.propylaeen-verlag.de.


   


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