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e-politik.de - Artikel
( Artikel-Nr: 1882 )August H. Leugers-Scherzberg: Die Wandlungen des Herbert Wehner Autor : Sead Husic Herbert Wehner war einer der schillerndsten Politiker der alten
Bundesrepublik. Sein Leben stellt Biographen immer noch vor
Rätsel, denn die Wandlungen in seinem Leben sind schwer zu erklären. Von Sead Husic. Herbert Wehner
entwickelte sich vom Anarchisten in den zwanziger Jahren des Deutschen Reiches
zum Kommunisten und schließlich zum Vertreter des rechten Flügels der deutschen
Sozialdemokratie. Das Kommunismus-Verständnis Der Idealist Der Übertritt in die SPD August H. Leugers-Scherzberg: "Die Wandlungen des Herbert Wehner. Von der
Volksfront zur Großen Koalition."
E-mail: redaktion@e-politik.de
Der Historiker August H. Leugers-Scherzberg hat in seiner
Untersuchung über die Wandlungen des Herbert Wehner die wichtigsten
politischen Stationen im Leben des Politikers beschrieben und analysiert die
Ursachen für die Wandlungen Wehners.
Es ist nicht überzogen, wenn Scherzberg schreibt: "Herbert Wehner war ein
Schüler Lenins."
Mit Blick auf diese hielt Wehner fest: "Das
Schlimmste, was ihr (der Arbeiterbewegung) nach dem Krieg passieren könnte, ist
der Versuch, gestützt auf eine im Kriege siegreiche Macht, dem deutschen Volke
eine fertige Partei aufzwingen zu wollen, die an frühere Parteitätigkeit
anknüpft, aus taktischen Gründen ihre Selbstkritik auf ein Minimum beschränkt
und den Gegnern von früher (innerhalb der Arbeiterbewegung) gewaltsam
verdrängen."
Scherzberg führt detailliert aus, wie Wehner mit seinen Überzeugungen
weitgehend bricht und gleichzeitig in der Sozialdemokratie Anknüpfungspunkte
für sein politisches Engagement sucht. Schließlich bricht Wehner 1944/45 mit den
Kommunisten, tief enttäuscht über die Haltung der Sowjetunion zur
Deutschlandfrage.
Eines stand für Wehner ja im Vordergrund:
Die Erlangung der Macht in der Bundesrepublik Deutschland.
Wie geschickt und taktisch fingiert er dabei vorging, zeigte sich auch
während der Spiegel-Affäre, bei der er zunächst seine Partei aus der
politischen Schusslinie der CDU/CSU Konrad Adenauers und Franz Josef Straußens
zu halten suchte und der inhaftierte Spiegel-Herausgeber Rudolf Augstein
keinerlei Hilfe zu erwarten hatte. Und dies nicht nur, weil Wehner Augstein für
einen "kranken Gnom" hielt. Erst als Strauß sich durch ungeschicktes Verhalten
selbst rettungslos diskreditiert hatte, griff Wehner in die öffentliche Debatte
um die Pressefreiheit ein und stellte sich vor die zu unrecht verfolgten
Spiegel-Journalisten.
Wehner war undurchschaubar, sagten viele seiner Zeitgenossen. Der Historiker
Leugers-Scherzberg hat mit seinem Buch über Herbert Wehner für ein bisschen
mehr Verständnis für die Wandlungen eines schillernden Politikers gesorgt.
Propyläen-Verlag, München und Berlin, 2002,
Seiten 432.
30 EURO
ISBN 3549071558.
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