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e-politik.de - Home  Brennpunkt  Internationales   Kaschmirkonflikt


Indien <-> Pakistan

''Wir werden bis zum letzten Blutstropfen kämpfen''

Autor :  Maria Pinzger
E-mail: redaktion@e-politik.de
Artikel vom: 06.06.2002

Zwei Atommächte - eine Million Soldaten und die restliche Welt in Unruhe: Im Kaschmir-Konflikt zwischen Indien und Pakistan wird die Kriegsgefahr immer größer. Maria Pinzger über die drohende Eskalation zwischen Indien und Pakistan.


Die Dörfer in Kaschmir kommen nicht zur Ruhe. Schießereien und Bombenanschläge fordern beinahe jeden Tag neue Menschenleben. 100.000 Bewohner der Region im indischen Hochland sind auf der Flucht. Indien und sein Nachbar Pakistan stehen kurz vor einem neuen Krieg.

Erst das Parlament, dann ein Militärlager

Seit Jahrzehnten schon belastet der Konflikt um Kaschmir die Beziehungen zwischen Indien und Pakistan. 1948 führten die beiden Nachbarländer den ersten Krieg um die Region. Seit Dezember 2001 hat sich die Lage nach einer vorläufigen Entspannung drastisch verschärft: Bei einem Terroranschlag auf das indische Bundesparlament wurden 13 Menschen getötet und Indien gibt Pakistan direkt die Schuld. Im Mai folgte ein Anschlag auf ein indisches Militärlager in der Kaschmirregion, bei dem 34 Menschen starben. Indien kündigte Vergeltung an.
Seitdem sind an den Grenzen der beiden Länder eine Million Soldaten zusammengezogen worden, die nur auf den entscheidenden Befehl zum Angriff warten.

"Wir wollen keinen Krieg, aber..."

Doch nicht nur militärisch lassen die Kontrahenten die Muskeln spielen. Auf dem diplomatischen Parkett werden harte Töne angeschlagen. Krieg sei nicht die erste Option, aber wenn es notwendig werden sollte, werde man es tun, verkündete Indien schon kurz nach dem Anschlag auf das Parlament in Neu-Delhi.
Aus Pakistan hört man ähnliche Worte: "Wir wollen keinen Krieg, aber wir haben auch keine Angst vor dem Krieg" verkündete Pakistans Militärmachthaber Pervez Musharraf. Und beide Kontrahenten sprechen immer wieder über die Vorbereitungen für den entscheidenden Sieg über den Feind.

Provokation Raketentest

Pakistan heizte die Stimmung durch Raketentest in den vergangenen Wochen immer mehr an. Zwar waren die Tests seit langem für diesen Zeitpunkt geplant, doch internationale Appelle warnten vor den Folgen der Provokation, die die Tests für Indien darstellten - erfolglos. Insgesamt dreimal schoss das pakistanische Militär Raketen in den Himmel, die auch mit Atomsprengköpfen bestückt werden können.

Worst-case-Szenarien und Hoffnung auf Entspannung

Internationale Appelle nutzten in der Vergangenheit wenig. Nun stehen die Konfliktparteien kurz vor der Eskalation - möglicherweise mit verheerenden Folgen: Beide Staaten sind Atommächte und seit der Kubakrise war die Gefahr eines Atomkrieges nicht mehr so groß.
Bis zu zwölf Millionen Toten drohen nach Berechnungen des US-Verteidigungsministeriums im schlimmsten Fall.

Schnellstmögliche Entspannung im Konflikt ist von Nöten. Politiker aus aller Welt bemühen sich darum. An erster Stelle steht dabei Russlands Präsident Vladimir Putin, der bei einem Krisengipfel in Kasachstan nach einer politischen Regelung des Konflikts sucht.
Man vertraut darauf, dass Pakistans Musharraf und Indiens Premier Atal Behari Vajpayee am Verhandlungstisch eine Lösung finden werden. Das Treffen wird mit Spannung erwartet.
Im Vorfeld machte Musharraf sein Interesse an einer friedlichen Lösung mehrmals deutlich: "Wir fliegen in der Hoffnung, dass wir dort positive Ergebnisse zur Lösung des Probems erzielen werden." Aber Indien dämpft die Hoffnungen schon von Anfang an: Zu direkten Gesprächen mit Musharraf werde es nicht kommen, verkündete Vajpayee noch vor dem Abflug zum Sicherheitsgipfel. Erst wenn die pakistanische Regierung die fundamentalistischen Kämpfer in Kaschmir wirksam bekämpfe, könne es zu Verhandlungen kommen.

Diese Fundamentalisten sind es auch, die den Krisengipfel mit kriegerischem Getöse begleiten: "Wir werden bis zum letzten Blutstropfen kämpfen" verkündeten sie und beharrten auf der "Unversöhnlichkeit mit der indischen Regierung".

Sicherheitswarnungen für Ausländer

Sollte es wirklich bei der Weigerung zu Gesprächen bleiben, wird eine militärische Auseinandersetzung immer wahrscheinlicher. Neben den Vereinten Nationen haben nun auch schon viele Länder ihre Bürger vor Reisen nach Indien gewarnt. Ausländer in der Krisenregion sollen das Land verlassen. Und sogar über eine Evakuierung der internationalen Friedenstruppe aus Afghanistan wird schon konkret nachgedacht.

Eine friedliche Lösung des Konflikts scheint in weiter Ferne. Doch an einen Atomkrieg und seine Folgen in Zeiten der atomaren Abrüstung der großen Atommächte möchte niemand denken – es ist Zeit, dass der internationale Druck die Konfliktparteien zur Vernunft bringt.

Flaggencollage: e-politik.de


   

Weiterführende Links:
   Die Federation of American Scientists zum Konflikt
   Reisehinweis des Auswärtigen Amtes



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