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e-politik.de - Artikel
( Artikel-Nr: 1707 )''Wir werden bis zum letzten Blutstropfen kämpfen'' Autor : Maria Pinzger Zwei Atommächte - eine Million Soldaten und die restliche Welt in Unruhe: Im
Kaschmir-Konflikt zwischen Indien und Pakistan wird die Kriegsgefahr immer
größer. Maria Pinzger über die drohende Eskalation zwischen
Indien und Pakistan. Die Dörfer in Kaschmir kommen nicht zur Ruhe. Schießereien und
Bombenanschläge fordern beinahe jeden Tag neue Menschenleben. 100.000
Bewohner der Region im indischen Hochland sind auf der Flucht. Indien und
sein Nachbar Pakistan stehen kurz vor einem neuen Krieg.
Erst das Parlament, dann ein Militärlager Seit Jahrzehnten schon belastet der Konflikt um Kaschmir die Beziehungen
zwischen Indien und Pakistan. 1948 führten die beiden
Nachbarländer den ersten Krieg um die Region. Seit Dezember 2001 hat
sich die Lage nach einer vorläufigen Entspannung drastisch
verschärft: Bei einem Terroranschlag auf das indische Bundesparlament
wurden 13 Menschen getötet und Indien gibt Pakistan direkt die Schuld.
Im Mai folgte ein Anschlag auf ein indisches Militärlager in
der Kaschmirregion, bei dem 34 Menschen starben. Indien kündigte
Vergeltung an. "Wir wollen keinen Krieg, aber..." Doch nicht nur militärisch lassen die Kontrahenten die Muskeln spielen.
Auf dem diplomatischen Parkett werden harte Töne angeschlagen. Krieg
sei nicht die erste Option, aber wenn es notwendig werden sollte, werde man
es tun, verkündete Indien schon kurz nach dem Anschlag auf das
Parlament in Neu-Delhi. Provokation Raketentest Pakistan heizte die Stimmung durch Raketentest in den vergangenen Wochen
immer mehr an. Zwar waren die Tests seit langem für diesen Zeitpunkt
geplant, doch internationale Appelle warnten vor den Folgen der Provokation,
die die Tests für Indien darstellten - erfolglos. Insgesamt dreimal
schoss das pakistanische Militär Raketen in den Himmel, die auch mit
Atomsprengköpfen bestückt werden können. Worst-case-Szenarien und Hoffnung auf Entspannung Internationale Appelle nutzten in der Vergangenheit wenig. Nun stehen die
Konfliktparteien kurz vor der Eskalation - möglicherweise mit
verheerenden Folgen: Beide Staaten sind Atommächte und seit der
Kubakrise war die Gefahr eines Atomkrieges nicht mehr so groß. Schnellstmögliche Entspannung im Konflikt ist von Nöten. Politiker
aus aller Welt bemühen sich darum. An erster Stelle steht dabei
Russlands Präsident Vladimir Putin, der bei einem Krisengipfel in Kasachstan nach einer politischen Regelung des Konflikts sucht. Diese Fundamentalisten sind es auch, die den Krisengipfel mit kriegerischem
Getöse begleiten: "Wir werden bis zum letzten Blutstropfen
kämpfen" verkündeten sie und beharrten auf der
"Unversöhnlichkeit mit der indischen Regierung". Sicherheitswarnungen für Ausländer Sollte es wirklich bei der Weigerung zu Gesprächen bleiben, wird eine
militärische Auseinandersetzung immer wahrscheinlicher. Neben den
Vereinten Nationen haben nun auch schon viele Länder ihre Bürger
vor Reisen nach Indien gewarnt. Ausländer in der Krisenregion sollen
das Land verlassen. Und sogar über eine Evakuierung der internationalen
Friedenstruppe aus Afghanistan wird schon konkret nachgedacht. Eine friedliche Lösung des Konflikts scheint in weiter Ferne. Doch an
einen Atomkrieg und seine Folgen in Zeiten der atomaren Abrüstung der
großen Atommächte möchte niemand denken – es ist Zeit, dass
der internationale Druck die Konfliktparteien zur Vernunft bringt. Flaggencollage: e-politik.de Weiterführende Links:
E-mail: redaktion@e-politik.de
Seitdem sind an den Grenzen der beiden Länder eine Million Soldaten
zusammengezogen worden, die nur auf den entscheidenden Befehl zum Angriff
warten.
Aus Pakistan hört man ähnliche Worte: "Wir wollen keinen Krieg, aber wir haben auch keine Angst vor dem Krieg" verkündete Pakistans Militärmachthaber Pervez Musharraf. Und beide
Kontrahenten sprechen immer wieder über die Vorbereitungen für den entscheidenden Sieg über den Feind.
Bis zu zwölf Millionen Toten drohen nach Berechnungen des US-Verteidigungsministeriums im schlimmsten Fall.
Man vertraut darauf, dass Pakistans Musharraf und Indiens
Premier Atal Behari Vajpayee am Verhandlungstisch eine Lösung finden
werden. Das Treffen wird mit Spannung erwartet.
Im Vorfeld machte Musharraf sein Interesse an einer friedlichen Lösung mehrmals deutlich: "Wir fliegen in der Hoffnung, dass wir dort positive Ergebnisse zur Lösung
des Probems erzielen werden." Aber Indien dämpft die Hoffnungen schon
von Anfang an: Zu direkten Gesprächen mit Musharraf werde es nicht
kommen, verkündete Vajpayee noch vor dem Abflug zum Sicherheitsgipfel.
Erst wenn die pakistanische Regierung die fundamentalistischen Kämpfer
in Kaschmir wirksam bekämpfe, könne es zu Verhandlungen kommen.
Die Federation of American Scientists zum Konflikt: http://www.fas.org/
Reisehinweis des Auswärtigen Amtes: http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=60&type_id=4
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