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Theodor Fontane, Schriftsteller, Kritiker, 'embedded journalist'
Autor : Nikolaus Röttger E-mail: nroettger@e-politik.de Artikel vom: 12.04.2003
Er fühlte sein Ende. 's war Herbsteszeit / Wieder
lachten die Birnen weit und breit; / Da sagte von Ribbeck:
'Ich scheide nun ab. / Legt mir eine Birne mit ins
Grab.'
Als Theodor Fontane die Ballade 'Herr von Ribbeck
auf Ribbeck' im Jahr 1889 veröffentlichte, war er
bereits 70 Jahre alt. Fontane war alt und lebte in einem
inzwischen friedlichen Deutschland. Friedlich
entschlummert auch Herr von Ribbeck in der Ballade. Am
Ende setzt er sich sogar friedlich und still gegen seinen
knauserigen Sohn durch, der den Kindern keine Birnen mehr
schenken will. Die Birne in Herrn von Ribbecks Grab wird
zu einem großen Baum, von dem sich die Kinder auch
weiterhin Birnen holen können.
Weniger friedlich waren Fontanes Jahre zuvor. Vor allem
während seiner Zeit bei der Kreuz-Zeitung. Von 1860 bis
1870 arbeitete Fontane für das konservative Blatt -
und nahm während dieser Zeit als embedded
journalist an drei Kriegen teil. Es waren die Kriege
Bismarcks, die das deutsche Reich einigen sollten: 1864
berichtete Fontane vom schleswig-holsteinischen Krieg und
veröffentlichte seine Erfahrungen 1866 in einem Buch. Kaum
war dieses erschienen, zog Fontane erneut an die Front, um
über den 1866 beginnenden Krieg gegen Österreich zu
schreiben. Und als schließlich das dazugehörige Buch im
Jahr 1870 herauskam, begann Preußens Krieg gegen
Frankreich: 'Im September 70 folgte ich unsren
Armeen nach Frankreich, beging die Unvorsichtigkeit, mich,
von Toul aus, in jenseits unsrer Etappen und unsres
Einflusses gelegene Distrikte zu begeben, und wurde in Dom
Remy, das ich, um des Geburtshauses der Jeanne d´Arc
willen, aufgesucht hatte, von Franctireurs gefangen
genommen.'
Fontane nahm nie als Soldat an einem der Kriege teil
- und doch erlebte er ähnlich wie seine
eingebetteten Kollegen im Irak heute die Gefahren eines
Krieges für Berichterstatter. Nur auf persönliche
Intervention Bismarcks kam er nach zwei Monaten wieder
frei.
Doch der Journalist Fontane ließ sich nicht abschrecken:
'Große Schlachten lassen sich ohne Kenntnis des
Terrains nicht beschreiben, und so blieb mir nur die Wahl
entweder die sprichwörtliche Scheu zu überwinden, die der
Gebrannte vor dem Feuer hat, oder aber eine Darstellung
dieses glänzendsten unsrer Kriege überhaupt aufzugeben.
Ich tat das Erstere und trat eine zweite Reise nach
Frankreich an, die glücklicher verlief...'.
Fontanes Berichterstattung war sachlich und nüchtern
- jedoch nie distanziert. Für ihn war klar, auf
welcher Seite er steht. So schreibt er: '...die drei
glorreichen Kriege von 1864, 66 und 70, die, wie von
selbst, auf Ausbildung und Betonung des patriotischen
Elements hinwiesen.'
Nach den Kriegs-Erlebnissen widmete Fontane ganz der
Literatur - und so entstanden unter anderem die
Romane 'Vor dem Sturm', 'Effi
Briest' oder die Ballade 'Herr von
Ribbeck'. Journalistisch arbeitete der
Schriftsteller nur noch als Rezensent von Theaterstücken.
Zur Dossierübersicht: 'Embedded Journalists' - Das Dossier
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