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e-politik.de - Home  Brennpunkt  Internationales   Krieg gegen den Terror


US Flugzeugträger USS Carl Vinson

Angriff auf Afghanistan - Enduring Freedom

Autor :  Philip Alexander Hiersemenzel
E-mail: redaktion@e-politik.de
Artikel vom: 08.10.2001

Die USA haben mit den lange erwarteten Vergeltungsschlägen gegen das Taliban-Regime in Afghanistan begonnen. Philip Alexander Hiersemenzel analysiert die Operation Enduring Freedom.


Die Operation Enduring Freedom startete mit Cruise Missile-Angriffen auf Ziele in Afghanistan. Die erste gemeinsame Angriffswelle britischer und amerikanischer Luft- und Marine-Einheiten sollte militärische Stellungen der Taliban und Trainingscamps der al-Qaida Organisation bin Ladens zerstören. Neben Bomben warfen die Alliierten aber auch Medikamente und Lebensmittel ab.

Nur eine weitere Front im Krieg gegen den Terror

Mit Beginn dieser Aktion zeichnen sich die Konturen des Kriegs gegen den Terror nun immer deutlicher ab. George W. Bush und Tony Blair bestätigten in ihren ersten Ansprachen nach Beginn der Angriffe erneut die Eckpunkte ihres Vorgehens gegen den Terrorismus:

- Der Krieg gegen den Terror erfordere langfristiges und konsequentes Engagement. Anders als im Kosowo-Krieg, werden daher in den nächsten Monaten auf die Luftschläge weitere, teils verdeckte, Operationen folgen.

- Dieser Konflikt werde nicht nur rein militärisch entschieden. "Die Schlacht", so Bush in seiner ersten Stellungnahme, "ist breiter". Ziel sei es, das "Übel des internationalen Terrors zu vernichten". Es seien daher auch weiterhin diplomatische, wirtschaftliche und humanitäre Anstrengungen von Nöten, um am Ende siegreich zu bleiben.

- Es gebe in diesem Krieg keine Neutralen. Andererseits könne sich jeder, ungeachtet vormaliger Missetaten, an der Kampagne beteiligen. Dies habe sogar für die Taliban gegolten, die aber, wie der britische Premier Blair feststellte, "beschlossen haben sich auf die Seite des Terrors und nicht die der Gerechtigkeit zu stellen".

- Der Krieg richte sich nicht gegen das afghanische Volk oder gar gegen den Islam. Er richte sich gegen Terroristen und diejenigen, die sie unterstützten.

- Die militärischen Schläge gegen die Taliban und Osama bin Laden seien nur ein Teil eines größeren Plans. Afghanistan sei der Anfang, nicht das Ende.

Mehr als Vergeltung

Schon kurz nach Beginn der alliierten Angriffe zeigt sich, dass die britisch-amerikanische Reaktion weder eine einmalige "Strafaktion", noch auf die militärische Sphäre begrenzt ist. Die Aktion ist darauf ausgerichtet, das Regime der Taliban, und damit auch die Existenz von Ausbildungslagern für Terroristen in Afghanistan, "zu beenden". Laut Auskunft ihres "Außenministers" kooperiert die oppositionelle Nordallianz dabei vollständig mit den USA.

Nachdem Radar- und Kommunikationsanlagen ausgeschaltet sind, dürften weitere Angriffe darauf zielen, der Nordallianz die nötige Luftunterstützung für Offensiven gegen die Taliban zu geben. Einiges deutet überdies darauf hin, dass es nicht beim Abwerfen von Präzisionsmunition aus großer Höhe bleiben wird. Der für Piloten weit gefährlichere Einsatz im "Close Air Support" könnte bald folgen. Spezialeinheiten operieren schon seit Wochen auf dem Boden in Afghanistan.

Kein Krieg gegen das afghanische Volk

Andererseits werden westliche Politiker nicht müde zu betonen, es handle sich nicht um einen Krieg gegen das afghanische Volk, sondern um einen Krieg gegen dessen Unterdrücker. In der Tat versuchen die Amerikaner, die geschundene Zivilbevölkerung auf ihre Seite zu bringen. Zwei Stunden nach Abschuss der ersten Marschflugkörper begannen die USA damit, außer Bomben auch Lebensmittel und Medikamente abzuwerfen.

Die Bevölkerung, so hofft man, werde dadurch erkennen, dass die Angriffe nicht gegen sie gerichtet sind und sich am Ende gegen ihre Unterdrücker auflehnen. Anders als im Krieg gegen Serbien erklären die Alliierten auch schon heute, dass man das Land nach dem Verschwinden der Taliban wiederaufbauen wolle. Denn, so die Logik Washingtons, "in einer Welt des Terrors kann es weder Frieden, noch Freiheit geben". Um in Amerika "Enduring Freedom" zu sichern, müsse man also auch dem afghanischen Volk die Möglichkeit in Frieden und Freiheit zu leben sichern.

Foto: Copyright liegt bei U.S. Departement of Defense


Hier geht es zum Überblick über das e-politik.de Dossier "Der Krieg in Afghanistan".



   

Weiterführende Links:
   Fernsehansprache von Georg W. Bush
   Statement von Tony Blair



Leserkommentar von Alexander Bachem
am 08.10.2001
Die Augen offen halten, und den Kopf frei

Immer wenn ich von dem Prinzip der Vergeltung höre, muß ich an kleine Kinder im Sandkasten denken, die sich am ende gegenseitig die Sandburgen zerstören, nur weil einer von ihnen irgend wan mal angefangen hat dem anderen die Schaufel zu verstecken. Natürlich bin aber auch ich der Meinung, daß auf so ein schreckliches Verbrechen gegen die USA. und seine demokratischen Grundwerte eine Vergeltungs oder Strafaktion folgen muß, jedoch befürchte ich, daß hier das Prinzip "Gewalt erzeugt Gegengewalt" mal wieder aktiviert wird und möglicherweise erst zu spät gestoppt werden kann (wenn überhaupt). Meine größte Befürchtung liegt jedoch darin, daß die Vergeltungsaktion unfair oder unsauber ausgeführt wird und daraus ein Konflikt entsteht, bei dem dann die gesammte Islamische Welt lust bekommt gegen alle "ungläubigen" zu Felde zu ziehen, denn sollte sich die Islamische Welt diesbezüglich einigen könnte Europa ganz schön dumm aus der Wäsche schauen. Es ist mir durchaus bewusst, daß nicht jeder Afghane ein radikaler Moslem ist oder gar ein Taliban, aber weiß das ein 1st.Sergant der US.Army auch der den Befehl bekommt mit seinem Platoon in ein Dorf zu Stürmen und alle Taliban festzunehmen oder zu erschießen? Ich muß mich immer wieder an die Situation erinnern vor der die Amerikaner im Vietnamkrieg standen, die wussten zum größten teil auch nicht wer ein Viet-cong war und wer nicht, bevor sie dann ganze Dörfer kurzer hand abfackelten und ins Einsatzbuch "Dorf zerstört wegen Kolaboration mit dem Feind" eintrugen. Nach den Kriegsberichten der damaligen Sowjetunion ist Afghanistan ja alles andere als ein Streichelzoo, vielleicht sogar härter als Vietnam. Desweitern finde ich die wiederholte Betonung, daß dies kein Krieg gegen den Islam ist sehr gut, ich hoffe nur das wird von der islamischen Welt auch so verstanden und entsprechend aufgenommen. Was ich nicht verstehe ist die noch zusätzliche Radikalisierung der Taliban, noch bevor die USA. irgendetwas beschlossen hatten, haben sie mit dem "Heiligen Krieg" gedroht und US-Flaggen auf der Straße verbrannt! Obwohl ich Pazifist bin finde ich, dass wir (die westliche demokratische Welt) uns sowas nicht gefallen lassen sollten, ich bin sogar versucht zu sagen: Wenn ihr (Taliban) Euch unbedingt mit uns anlegen wollt, sollt ihr Eueren Krieg haben !! Wir sind zwar Demokraten, aber keine zahnlosen Drachen die sich alles gefallen lassen !! Außerdem: wenn das Talibanregime wirklich so ist wie es in den Medien dargestellt wird, wird es höchste Zeit daß man so ein Schreckensregime mit einem blutigen Schlag ein für alle mal beendet, denn so eine Gewaltpolitik wie sie von den Taliban geführt wird braucht die Welt nicht. Was den Islamischen Hintergrund angeht, finde ich die Aufklärungsarbeit sehr gut, die geleistet wurde um zu vermitteln daß der Islam keine gewalttätige Religion ist sondern der Glaube für Gewalt mißbraucht wird. Ich hoffe nur daß die Zeit einemal ein Ende findet in der aus religiösen Intentionen Gewalt verübt und Kriege geführt werden (siehe u.a. Israel vs. Palestinenser). Es ist mir schon oft aufgefallen daß im allgemeinen Religion Frieden predigt und Gewalt verursacht, denn so gut wie alle Konflikte die nach dem 2.WK eskalierten hatten religiösen Hintergrund (z.B.auch Bosnien u. Kosovo). Was die Religion und Toleranz angeht möchte ich an alle die dies hier lesen appellieren, die Augen offen und den Kopf frei zu halten. Mit friedlichen Grüßen : Alexander Bachem

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