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Alexander Alvaro

Das Ende des Zivildiensts - wer übernimmt die Jobs?

Autor :  Nikolaus Röttger
E-mail: nroettger@e-politik.de
Artikel vom: 27.10.2000

Alexander Alvaro, Mitglied des Bundesvorstandes der Jungen Liberalen (JuLis) setzt auf soziales Engagement der Bürger. Ausserdem könnten soziale Jahre in die Ausbildung integriert werden. Nikolaus Röttger sprach mit ihm.


e-politik.de: Eine Aussetzung der Wehrpflicht bedeutet auch eine Aussetzung des Zivildienstes. Die Liberalen wollen also überhaupt keine Dienstpflicht mehr? Auch kein Pflichtjahr für alle?


Kein Pflichtjahr für alle


Alvaro: Nein, wir wollen insbesondere kein Pflichtjahr für alle. Der Zivildienst, als Ausnahme zur Wehrpflicht, kann nicht länger als Argument für die Beibehaltung der Wehrpflicht bemüht werden. Stattdessen setzen Liberale auf das bürgerliche Engagement und die Förderung des Ehrenamtes. Selbst die Diakonie geht davon aus, dass mit einem attraktiven Freiwilligendienst bundesweit mindestens 60 000 junge Frauen und Männer zu gewinnen wären.

e-politik.de: Das soziale System der Bundesrepublik baut sehr stark auf den Zivildienstleistenden auf. Nach Eurem Beschluß gibt es aber keine Zivildienstleistenden mehr. Wer übernimmt denn dann die soziale Versorgung, d.h. die Jobs der Zivis?

Alvaro: Die bisher von Zivildienstleistenden geleisteten Arbeiten wären überhaupt nicht gefährdet. In einer Studie wurde 1994 gezeigt, dass Zivildienstleistende im Umfang und Qualitätsprofil der Tätigkeiten finanziell durch reguläre Arbeitskräfte ersetzt werden können. Die Diakonie geht davon aus, dass zehn Zivildienstleistende sechs bis sieben ausgebildete Vollzeitkräfte ersetzen. Zusätzlich zu den 2,6 Millionen jetzt schon ehrenamtlich engagierten Bürgern, kommen weitere 2,7 Millionen, die es sich vorstellen können, freiwillig im sozialen Bereich tätig zu sein.

e-politik.de: Die Bevölkerung der Bundesrepublik altert von Jahr zu Jahr. D.h. es gibt immer mehr alte Menschen, weniger Junge. Fließt diese Entwicklung in Eure Überlegungen ein, wie das Soziale System neu zu gestalten ist.


Berufseinstieg deutscher Jugendlicher vier Jahre später


Alvaro: Wir müssen darauf hinarbeiten, dass die Belastungen der demographischen Veränderung kein Darlehen ist, dass alleine die nachfolgenden Generation zu tilgen haben. Die Jungen Liberalen haben mit Ihren Überlegungen zum Bürgergeld, der Neugestaltung der Altersicherung sowie der Förderung bürgerlichen Engagements, drei Grundbausteine, wenn es um die Neugestaltung des Sozialen Systems geht.

e-politik.de: Ihr fordert eine Verantwortungsgesellschaft, in der jeder freiwillig soziale Dienste übernehmen soll. Wie soll das heutzutage zu verwirklicken sein. Deutsche Schüler und Studenten sind sowieso viel später mit der Ausbildung fertig als junge Erwachsene aus anderen europäischen Ländern. Und dann auch noch ein freiwilliges Jahr?

Alvaro: Insgesamt sind wir im Vergleich zu anderen europäischen Berufsanfängern vier Jahre älter. Es ist ganze klare Aussage der FDP sich für eine Verbesserung des Bildungssystems einzusetzen. Hier darf man aber nicht bei der Einführung von dem Abi nach 12 Jahren stehen bleiben. Reformstau herrscht auch an deutschen Unis. Die Studiengänge müssen an die heutige Arbeitswelt angepasst werden, d.h. qualitativ höherwertiger, flexibeler und kürzer. So schlagen wir z.B. vor, dass halbjährige Angebote und Teilzeitangebote geschaffen werden, die an Studium und Beruf koppelbar sind. Gleiches kann für eine Ausbildung gelten. Über solche Anreize kann das freiwillige Jahr in den Lebensplan integriert werden. Dadurch, dass das Pflichtjahr Wehrdienst wegfällt, wird ein Jahr gespart.

e-politik.de: Ein Blick in die Zukunft. In welchem Zeitrahmen seht Ihr den FDP Beschluß verwirklicht. Und vor allem: Wird er von der Bevölkerung angenommen, akzeptiert und verstanden werden?

Alvaro: Die Reform der Bundeswehr und die Aussetzung der Wehrpflicht werden bis zur Bundestagswahl 2002 von uns thematisiert werden. Wir arbeiten auf allen Ebenen für die realpolitische Umsetzung des Beschluss. Zusätzlich zu dem Antrag der FDP Bundestagsfraktion, die Wehrpflicht auszusetzen, werden die Jungen Liberalen und die FDP eine gemeinsame Aktion durchführen. Die Jungen Liberalen werden weiterhin mit Aktionen die Bundesregierung auffordern, die Wehrpflicht auszusetzen. Die Umsetzung sollte natürlich so schnell als möglich geschehen. Wenn rot/grün in dieser Legislaturperiode stur bleibt, dann setzen wir es in der nächsten Legislaturperiode um.

e-politik.de: Wir danken für das Gespräch.


   

Weiterführende Links:
   Teil I des Interviews
   Homepage der Jungen Liberalen



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