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Christoph Moosbauer, MdB

Teil 3 - Der Weg zum Erfolg

Autor :  Bettina Theisen, Tim Dose
E-mail: redaktion@e-politik.de
Artikel vom: 24.01.2001

Mit 29 Jahren trat Christoph Moosbauer gegen den Platzhirsch an - mit Erfolg: Überraschend gewann er das Direktmandat.


e-Politik.de: Erich Riedl (CSU) hatte das Mandat 28 Jahre lang. Sie haben es ihm abgenommen und den Münchner Süden für sich erobert. Was waren außer Ihrer berühmten Bierzeltrede die ausschlaggebenden Faktoren dafür?

Moosbauer: Vier Faktoren. Der eine Faktor war, dass Erich Riedl über die Jahre hinweg immer mal wieder für Skandale gut war und deshalb in der Öffentlichkeit stark angeschlagen war. Der zweite Grund bestand darin, dass ihn seine eigene Partei im Wahlkampf nicht unterstützt hat und er damit keinen Listenplatz bekommen hat. Der dritte Grund war der bundespolitische Schröder-Bonus. Das heißt, die SPD hatte durch die Kandidatur von Gerhard Schröder einen unwahrscheinlichen Auftrieb bekommen. Der vierte und sicher sehr entscheidender Faktor war, dass ich ein junges und engagiertes Team hatte, aber auch von den Seniorinnen und Senioren unterstützt wurde. Insgesamt waren wir eine sehr engagierte und sehr schlagkräftige Truppe. Böse Zungen sagen, wir hätten einen sehr "amerikanischen", das heißt einen sehr wählerorientierten Wahlkampf geführt. Ich habe unwahrscheinlich viele Hausbesuche gemacht, bin von Tür zu Tür gezogen, habe Hände geschüttelt, Prospekte verteilt, bin jeden Morgen vor den U-Bahnstationen gestanden oder vor den Bäckereien und habe die Leute dort angesprochen. Im Zweifelsfall treffen die Wähler ihre Entscheidung danach, ob sie jemanden schon einmal gesehen haben und ob ihnen derjenige sympathisch ist. Wie sich gezeigt hat, ist diese Rechnung ist aufgegangen.

e-Politik.de: Gibt es auch ein paar persönliche Eigenschaften, die dazu beigetragen haben könnten, dass Sie diesen Karriereschritt geschafft haben und so früh in den Bundestag gekommen sind?

Moosbauer: Zwei Punkte waren entscheidend. Den einen bezeichnet Machiavelli als die Gunst der Stunde. Die bestand damals darin, dass die Partei einen jungen Kandidaten wollte, das Land einen Wechsel in der Bundespolitik herbeisehnte und zufällig ein Wahlkreis frei war. Der zweite Aspekt war, dass ich der richtige Mann am richtigen Ort zu sein schien. Darüber hinaus glaube ich, dass ich gewisse Fähigkeiten mitbringe, die ein Politiker haben muss, nämlich eine schnelle Auffassungsgabe und die Gabe reden, Leute überzeugen und begeistern zu können.

e-Politik.de: Sie waren Mitarbeiter, später wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bayerischen Landtag. Wäre es nicht ein naheliegender Weg gewesen, erst einmal in Form eines Landtagsmandats Karriere zu machen und nicht gleich für den Bundestag zu kandidieren?.

Moosbauer: Natürlich, die normale Laufbahn hätte so ausgesehen: zuerst Ortvereinsvorsitzender, dann Kreisverbandvorsitzender, Stadtrat, schließlich Landtagsabgeordneter, um endlich mit Mitte 50 mal für den Bundestag vorgeschlagen zu werden.

Diesen Weg wollte ich nicht gehen. Landespolitik ist durchaus interessant, auch in Bayern, obwohl man in der Opposition ist. Aber die Bundespolitik reizt mich noch mehr und dabei besonders die Außenpolitik. Dadurch, dass die SPD lange nicht in der Regierungsverantwortung war, besteht in diesem Bereich ein klares Defizit. Also habe ich zugegriffen, als sich die Chance bot. Wäre ich jedoch gefragt worden, ob ich für den Landtag hätte kandidieren wollen, muss ich ehrlicherweise sagen, dass ich auch das gemacht hätte.

In jedem Fall wollte ich so jung in die Politik gehen, dass ich später eine realistische Ausstiegsoption habe. Deshalb versuche ich einen Fuß auch immer noch ein bisschen draußen zu behalten und arbeite in meinem Beruf als Politikwissenschaftler an der Universität in Jena, wo ich einen Lehrauftrag habe.

e-Politik.de: Können Sie nochmals zusammenfassend sagen, welches die drei bis vier wichtigsten Meilensteine auf Ihrem Weg bis heute waren?

Moosbauer: Ein Meilenstein war auf jeden Fall, dass ich mich seinerzeit entschlossen habe, durch die Gewerkschaftsarbeit zu der SPD zu gehen. Ich war früher politisch im sehr linken Bereich, links der SPD. Man kann am Rande der Gesellschaft jedoch keine Politik machen, sondern braucht eine demokratische Mehrheit. Der zweite entscheidende Schritt war, dass ich sofort zugegriffen habe, als ich die Möglichkeit zu einer Kandidatur erhalten habe und der dritte war, dass ich im Wahlkampf gelernt habe, in einem Team zu arbeiten und mich auf andere Leute zu verlassen.

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Weiterführende Links:
   Homepage von Christoph Moosbauer



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