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Autor :  Werner Schäfer
E-mail: redaktion@e-politik.de
Artikel vom: 20.02.2002

Kaum ein Unternehmen nutzt die Verbindungen von "Big Business" und Politik so gekonnt aus wie die Washingtoner Carlyle Group. Werner Schäfer über Geschäfte abseits des Lichts der Öffentlichkeit.


Die 1987 gegründete Carlyle Group ist im Bereich Private Equity aktiv und verwaltet in mehreren Fonds insgesamt 12, 5 Milliarden Dollar von institutionellen und vermögenden privaten Investoren. Meist übernimmt Carlyle nicht-börsennotierte Unternehmen, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken, um sie zu restrukturieren und strategisch neu auszurichten. Nach einigen Jahren werden sie dann mit einem satten Gewinn wieder veräußert. Das machen zwar auch andere, selten jedoch so erfolgreich wie Carlyle, wo regelmäßig Renditen von rund 30% erwirtschaftet werden.

Von anderen Private Equity (PE) Unternehmen unterscheidet sich die Washingtoner Firma vor allem aber dadurch das sie vor allem in Unternehmen der Luftfahrt- und Waffenindustrie investiert. Zu deren Hauptkunden gehört das amerikanische Pentagon sowie Regierungen in aller Welt. Dass Carlyle in diesem Geschäft so erfolgreich ist, hängt wohl nicht unwesentlich mit den Personen zusammen, die auf seiner Gehaltsliste stehen.

Einflussreiche Mitarbeiter

Da wäre zunächst der Vorsitzende Frank Carlucci, der 1989 als Managing Director bei Carlyle einstieg und 1993 seine heutige Position antrat. Bevor er zu Carlyle kam, war er von 1987 bis 1989 Ronald Reagan’s Verteidigungsminister. James Baker, Bush Seniors Außenminister, steht als Senior Counselor bei der Firma unter Vertrag. Auch zur jetzigen Administration hat Baker beste Verbindungen. Schließlich war er einer der führenden Wahlkampfberater des jetzigen Präsidenten George Bush, den im Streit um die Wahlauszählung in Florida vertrat.

International ist Carlyle nicht weniger gut vertreten. Als Vorsitzender von Carlyle Europe fungiert der ehemalige britische Premier John Major. Der frühere philippinische Präsident Fidel Ramos und Ex-Bundesbankpräsident Karl-Otto Pöhl sind ebenfalls für Carlyle beratend tätig.

Bush Sr. & die bin Ladens

Obgleich sein Sohn inzwischen vom Weißen Haus aus die Geschicke der Nation lenkt und ein Interessenkonflikt nahe liegt, arbeitet auch George H. W. Bush als "Berater" für Carlyle. In dieser Funktion soll sich Bush laut dem Wall Street Journal auch zweimal mit einem Carlyle-Investor von besonderer Brisanz getroffen haben: der saudischen bin Laden Familie. Es handelt sich hier aber um den Teil der weitverzweigten saudischen Familie, der schon vor Jahren von Osama bin Laden distanziert hat. Wohl aus politischen Gründen zog sich die Familie im vergangenen Oktober nach den Enthüllungen des Wall Street Journal aus dem Investment zurück. Der gegenwärtige Präsident hat jedoch "volles Vertrauen, dass seine Familie nach allen ethischen Grundsätzen richtig" handlt, wie der Pressesprecher des weißen Hauses, Ari Fleischer, versichert. George W. Bush selbst hat Carlyle ebenfalls schon gute Dienste erwiesen. Von 1990-1992 saß er im Aufsichtsrat eines von Carlyle aufgekauften Unternehmens.

Profiteure vom "Krieg gegen den Terrorismus"

Der "Krieg gegen den Terrorismus" kommt wiederum der Carlyle Group zu Gute. Die angekündigte massive Erhöhung des Verteidigungshaushaltes schlägt sich direkt in den Auftragsbüchern von Carlyle-Firmen nieder. Bei generell schlechter Stimmung an den Aktienmärkten waren Firmen der Verteidigungsindustrie in den vergangenen Monaten die große Ausnahme. So konnte Carlyle bereits bei einer Neuemission im vergangenen Dezember Anteile an United Defense im Wert von 400 Millionen Dollar veräußern. Die U.S.-Armee hatte kurz zuvor mit dem in Virginia beheimateten Unternehmen die Entwicklung eines neuen Artillerie Systems vereinbart. Nach Angaben der Los Angeles Times hat das Pentagon für die kommenden fünf Jahre 4,1 Milliarden Dollar in Zahlungen an United Defense budgetiert. Die Carlyle Group hält nach der Neuemission noch 54% der Anteile an United Defense.

Im Januar gab Carlyle bekannt, dass sie einen zweiten Fonds speziell für Buy-Outs von Energieunternehmen einrichten möchte. Wie durch die Enron-Affäre wohl hinlänglich bewiesen ist, hat die Bush Aministration auch für deren Anliegen immer ein offenes Ohr.



Zur e-politik.de Dossierübersicht: USA -Innenleben einer Supermacht


   

Weiterführende Links:
   Website von Carlyle



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