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e-politik.de - Home  Kultur & Politik  Politisches Buch   Die Politische Zeitschrift


Cover 01/2000

Berliner Republik - Bleiwüste mit dezentem Cover

Autor :  Roman Maruhn
E-mail: rmaruhn@e-politik.de
Artikel vom: 17.04.2000

Berliner Republik ist eine neue Politik-Zeitschrift, die von Nachwuchs-Politikern der SPD herausgegeben wird. e-politik.de hat das Blatt unter die Lupe genommen.


Die Titellettern erinnern den Leser eher an die Weimarer Republik - wenngleich es damals bereits das Bauhaus als progressive Designschmiede gab - aber nicht an eine dynamische Berliner Republik. Gewöhnungsbedürftig für ein Magazin ist der sparsame, ja spartanische Gebrauch von Farbe, der aber wiederum bei dem hier geübten sorgfältigen Einsatz für große Aufmerksamkeit sorgt. Ansonsten herrschen optische Schwarz-Weiß-Malerei und changierende Grautöne vor.

Die Länge der einzelnen Artikel - zwischen zwei und fünf Seiten - entspricht einem Magazinformat. So schafft es die Berliner Republik verschiedene Themenkomplexe mit zum Teil großer Perspektivenvielfalt zu behandeln, ohne den Leser zu ermüden.

Sprachrohr sozialdemokratischer Vordenker oder Regierungs-Fanzine?

Seit dem Rückzug Oskar Lafontaines aus der Bundesregierung beobachtet die Öffentlichkeit gespannt die Umsetzung des Wahlslogans „Neue Mitte" in reale Politikinhalte. Die Berliner Republik schafft diesem Unterfangen ein Diskussionsforum und eine Ideenplattform.

Die Macher des Blattes sind zehn jüngere SPD-Bundestagsabgeordnete - nicht unbedingt „Junge Wilde", sondern eher der personelle und ideologische Unterbau des „Dritten Weges". Von insgesamt 36 Autoren der ersten Ausgabe des Jahres 2000 sind knapp zwei Drittel dem Regierungslager direkt oder indirekt zuzuordnen. Was kann ihre Absicht mit der Berliner Republik sein? Eine nationale Nabelschau oder der Transport eines neuen Politikstils?

Der Inhalt dreht sich im Schwerpunktthema der aktuellen Ausgabe um Deutschlands Verhältnis mit und seine Stellung in der EU, sowie um die Außenwirkung der Bundesrepublik unter Gerhard Schröder. In der „Abteilung Politik und Symbole" werden Zeitfragen in Verbindung mit Persönlichkeiten und beispielhaften Vorgängen thematisiert. Als Reformwerkstatt betätigt sich der dritte Teil des Magazins, die „Baustelle Berliner Republik". Die Sozialstaatsdebatte, aber auch der aktuelle Parteispendenskandal werden hier zum Gegenstand von Denkmodellen. Die Rubrik „Generationenfragen" dürfte wohl einen inhaltlichen Schwerpunkt darstellen, da der auch finanzielle Ausgleich zwischen Jung und Alt für die SPD eine Frage der Zukunftsfähigkeit ist. Einerseits muss sie ihre Stammklientel an sich binden und andererseits junge Wähler erschließen. In „Dritte Wege" findet die Internationale der Neuen Mitte ihren Platz. Von der Grundsatzdiskussion über die Reform der europäischen Sozialdemokratie bis zum Modell „New Labour" lässt sich hier eine papiergewordene innerparteiliche Diskussion festmachen.

Ein umfangreiches, aber auch teures Magazin

Berliner Republik ist eine umfassende Zeitschrift, die den programmatischen Ansatz der alten Parteizeitung Vorwärts wieder stärker artikuliert. Da aber der Ansatz der „Neuen Mitte" in der SPD umstritten ist, kann die Berliner Republik zur Zeit noch nicht für die gesamte Sozialdemokratie sprechen. Daher ist das Heft für den reformorientierten Sozialdemokraten sicherlich eine Pflichtlektüre. Und damit ist auch alles erklärt: Dieses Heft kann und wird nicht zu einer überparteilichen Lektüre werden, was zu bedauern ist. Zu sehr haftet ihm der Stallgeruch der Wahlkampagne von 1998 an. Die breite intellektuelle Öffentlichkeit wird sich scheuen, eine Zeitschrift zu lesen, die explizit durch ihre Themensetzung große Teile der Gesellschaft ausschließt und sich verdächtig macht, Partei- und Regierungspolitik zu transportieren. Gelänge es dem Redaktionsteam, dieses Forum für alle Meinungen umfassend zu öffnen und modernes Regieren in den Mittelpunkt zu stellen, dann wäre die Berliner Republik sicherlich ein interessantes Vordenkerblatt und könnte als solches die deutsche Diskussionskultur beleben. Das ist aber scheinbar nicht die Absicht der Herausgeber und so wird es wohl beim Sprachrohr des Modernisiererflügels der SPD bleiben.

Ein Grund auf die Zeitschrift verzichten zu können, ist sicherlich der überzogene Preis von insgesamt 20,-- DM pro Einzelheft. Das ist eindeutig zuviel Geld für 96 Seiten Kurzartikel, die zu wenige tiefgreifende Hintergrundinformationen und zu viele Meinungsäußerungen oder Standortbestimmungen anbieten.

Bezug:
Berliner Republik
Einzelheft DM 17,-- + DM 3,-- Porto und Verpackung; Jahresabo (Vier Nummern), DM 60,-- und für Studenten DM 48,--
Berliner vorwärts Verlagsgesellschaft mbH
Stresemannstraße 30
10963 Berlin
Tel.: 030-25594-130
Fax: 030-25594-190


   

Weitere Informationen:
   vorwaerts.abo@customer.inx.de



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