Hintergrund: Brüsseler Pakt (1948) zwischen Benelux, Frankreich
und Großbritannien
Automatisches (gegen Deutschland gerichtetes) militärisches und
politisches Verteidigungsbündnis.
1954 Umwandlung des Brüsseler Pakts in die WEU:
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Aufnahme Deutschlands und Italiens (Pariser Verträge)
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Neue Aufgabe: Förderung der Einheit Europas
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Vericht D.s auf ABC-Waffen (später im 2+4-Vertrag bestätigt)
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Rüstungskontrollen
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Höchststärken der Streitkräfte
Weiterhin: Im Falle eines bewaffneten Angriffs in Europa werden die Vertragspartner
alle in ihrer Macht stehenden pol. und milit. Mittel zur Unterstützung
einsetzen
A. Bedeutung während des Ost-West-Konflikts:
Vor allem Vehikel zur Lösung des dt. Verteidigungsbeitrags/ vorrangige
Zuständigkeit der NATO wurde anerkannt/ Rüstungskontrolle/ für
die BRD Rückversicherung bei Versagen der NATO
B. Neue Bedeutung: Europäische Verteidigungsorganisation?
1987 Haager Plattform: Notwendigkeit der Entwicklung einer europäischen
Sicherheitsidentität
Grundüberlegungen:
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WEU war vor der Wende sowohl nach außen als auch nach innen gerichtet.
Diese innere Kontrolle hat sich durch die zunehmende Europäische Integration
erübrigt.
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Durch das Ende des Ost-West-Konflikts entsteht eine stärkere Abgrenzung
Europas gegenüber der USA (Fehlen des gemeinsamen Gegners)
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Nach 1990 sind speziell für Westeuropa neue sicherheitspolitische
Aufgaben entstanden
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Eine größere Bedeutung der WEU ist nur im Kontext der EU möglich
Ä Welche Sicherheitspolitik verfolgt
die EU?
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Maastrichter Vertrag: WEU als integrativer Bestandteil der EU soll zunächst
auf Antrag der EU verteidigungspolitischen Fragen aktiv werden (dadurch
keine Mehrheitsentscheidungen möglich).
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Gemeinsame Verteidigung als letzte integrative Entwicklungsstufe der EU
- momentane Stellung der WEU als erster Schritt und Katalysator zu diesem
Ziel (Bsp. Euro-Korps)
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Stärkung der WEU bedeutet gleichzeitig die Stärkung des europäischen
Pfeilers der NATO und damit einer verstärkten Europäischen Verteidigungsidentität
(Emanzipation)
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"Assozierte Partnerschaft" mit osteuropäischen Staaten als Beitrag
zur gesamteuropäischen Sicherheitspolitik (auch WEU wandelt sich vom
Verteidigungs- zum Sicherheitsbündnis)
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Ebenfalls in den Bereich der gesamteuropäischen Sicherheit fallen
neue Aufgaben der WEU wie operative Einsätze im Auftrag der UN/ OSZE
außerhalb der Bündnisses (humanitäre und friedensschaffende
Aktionen)
C. Probleme:
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Es gibt noch keine wirkliche gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik
- Aufbau einer Europäischen Verteidigungsunion ist bisher nur ein
Gedankenspiel.
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WEU ist nationalstaatlich dominiert, gleiches Problem wie bei der GASP
(Heterogenität)
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