Dienstag, 11.11.2003 Werbung:
 
 


Afrika
Balkan
China / Russland
Europa
Internationales
Politik in Deutschland
Politik und Wirtschaft


Lehrredaktion
e-Demokratie
Medien
Extremismus im Netz


TV / Hörfunk-Tipps
Pop & Politik


Sport
Satire
Netz-Fundstücke



Außenpolitik der BRD
Europäische Union
Theorien
Organisationen


Antike
Neuzeit


Parteien
Institutionen


Aus den Hochschulen
Studienhilfen
Für Studenten







Über uns
Presse / Referenzen
Redaktion
Gästebuch
Impressum


Jobs@e-politik.de
Werbung
Partner





e-politik.de - Home  Brennpunkt  Internationales   Internationales - Archiv   Terroranschlag in den USA - Archiv

Links zu Terroranschlag in den USA - Archiv in unserer Netzbibliothek
USA

Eine kriegsmüde Nation bleibt gelassen

Autor :  e-politik.de Gastautor
E-mail: redaktion@e-politik.de
Artikel vom: 19.09.2001

Teheran – Mitte September. Alles ist ganz normal, und vom Schock und der Staatstrauer der westlichen Welt ist nichts zu spüren. Unser Gastautor Dominik Scheible war dort und berichtet.


Natürlich strahlt auch das iranische Staatsfernsehen die furchtbaren Bilder von New York sofort aus und die Attacken sind Thema Nummer Eins, jedoch beschränkt sich die permanente Darbietung der Sensation auf die auch im Iran via Satellit zu sehenden Westprogramme. Ein paar Iraner folgen im liberalen Norden Teherans dem was sie in diesen Programmen sehen, und entzünden Kerzen auf der Straße.

Der Ausbruch anti-amerikanischer Kundgebungen bleibt aus, obwohl das leerstehende Gebäude der ehemaligen amerikanischen Botschaft von Aufschriften wie etwa „USA is great evil" geziert wird (Das Regime hatte nach 444 Tagen Belagerung und Geiselhaft der Botschaftsangehörigen durch Sympathisanten der iranischen Revolution das Botschaftspersonal 1981 vertrieben). Wenig verwunderlich, denn man trifft kaum einen Iraner, der nicht Verwandte in Nordamerika oder in Europa hat, beziehungsweise eine Greencard ablehnen würde.Neben dieser reformwilligen und offenen Linken, gibt es jedoch nach wie vor eine systembedingt mächtige Rechte. Von dieser wird dann auch schließlich die Lichterkette in Teheran abrupt und mit Schlagstöcken beendet.

Nicht nur der auf Reform bedachte Präsident Khatami schloss sich der weltweiten Entrüstung und Betroffenheit an, sondern auch die Mullahs verurteilten die Anschläge beziehungsweise den Terrorismus allgemein und „sympathisierten" sogar „mit der amerikanischen Nation". Soviel überraschende Töne aus dem – nach Madeleine Albright – „state of concern" veranlassten dann auch die USA die Haltung des Irans explizit lobend zur Kenntnis zu nehmen.

Selbst um die Entwicklung in naher Zukunft scheint sich keiner ernsthafte Sorgen zu machen, obwohl sich der Iran eine knapp eintausend Kilometer lange Grenzlinie mit Afghanistan teilt. An militärische Kooperation mit den USA ist trotz Reformwillen nicht zu denken, und Pakistan hat ja diese Rolle als weiterer Anrainer Afghanistans bereits übernommen. Auch an afghanische Flüchtlinge ist der Iran bereits gewöhnt: Gute drei Millionen afghanische Einwanderer leben bereits im Iran. Zur Tagesordnung braucht jedenfalls nicht zurückgekehrt werden, denn die wurde nie verlassen.

Dominik Scheible ist Diplomphysiker, er arbeitet als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der LMU München.

Zum Dossier über die Terroranschläge in den USA


   


Leserkommentar
Momentan kein Leserkommentar
eigenen Kommentar abgeben ]


Artikel drucken

Artikel für Palm

Artikel mailen

Suche: (Hilfe)

 

Netzreportagen
Deutschland
Europa
USA
Andere Länder
Organisationen
Medien
Gesellschaft
Studium
LINKS der WOCHE



Ochsentour

Kohl-Tagebücher

Politischer Film
The Long Walk Home
rezensiert von Maria Pinzger

Politisches Buch
Sidney Blumenthal: The Clinton Wars
rezensiert von Michael Kolkmann

Kabarett
Gerhard Polt - Das Dossier
von C. von Wagner

Für Studenten



Name ist freiwillig !


 

© 2003 - Konzept, Gestaltung und Redaktion: e-politik.de - Der Seiteninhalt ist ausschließlich zur persönlichen Information bestimmt. Weitergabe an Dritte nur nach schriftlicher Genehmigung.