Netzreportage - Welt-Aids-Tag 2000: 'Männer stellen sich der Verantwortung' (01.12.00)
Autor : Nina Bludau E-mail: redaktion@e-politik.de Artikel vom: 30.11.2000
Am 1.Dezember 2000 findet wieder der alljährliche Welt-Aids-Tag statt. Die tödliche HIV-Infektion breitet sich trotz Information und
Prävention verschiedener Organisationen weiter aus. Nina Bludau informiert über das diesjährige Motto.
"Männer stellen sich der Verantwortung"
Das Original-Motto Aids: Men Make a Difference wurde von der
weltweiten AIDS-Hilfe-Organisation der Vereinten Nationen UNAIDS herausgegeben. Beginnend mit der
generell eher nachlässigen Gesundheitsvorsorge von Männern
begründen die Vereinten Nationen ihr Motto mit dem daraus entstehenden
Risiko für Männer und Frauen. Ob bei der Nutzung von Kondomen bei
Sexualkontakten oder zum Beispiel im familiären Bereich: Männer
werden aufgerufen, mehr Verantwortung für Ihr Handeln und dessen
Konsequenzen zu übernehmen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche
Aufklärung BZgA sagt dazu: "Es ist an
der Zeit, Männer nicht ausschließlich als Teil des Problems
wahrzunehmen, sondern als Teil der Lösung." Auf ihrer Infopage über den
diesjährigen Welt-Aids-Tag betont sie das Potential, welches mit einer
Verbesserung der männlichen Mitarbeit bei der HIV-Prävention
genutzt werden könnte. Denn die Anzahl der infizierten Männer
übertrifft auf fast jedem Kontinent die der infizierten Frauen.
UNAIDS - weltweite Hilfe
Die weltweite Organisation UNAIDS (Webpage siehe oben) wurde 1996 als
Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation für den
Themenbereich Aids/HIV ins Leben gerufen. Hinter diesem Namen stehen die UNICEF, die Entwicklungshilfsorganisation
UNDP, die diesem ähnliche
Hilfsorganisation UNFPA, die
Vereinigung für Erziehung, Kultur und Wissenschaften UNESCO, die Weltgesundheitsorganisation
WHO, die Weltbank und seit April
1999 die Vereinigung zur Internationalen Drogenkontrolle UNDCP. Ihre Aufgabenbereiche erstrecken
sich von Information, Prävention und Organisation des Welt-Aids-Tages
bis hin zu finanzieller Unterstützung betroffner weltweit und Vorsorge
in den Risikogebieten der Entwicklungsländer.
Daten zum World Aids Day
Seit dem Weltgipfeltreffen der Gesundheitsminister 1988 wird jedes Jahr
der 1.Dezember weltweit den Betroffenen und ihren Angehörigen
gewidmet, um den Mitmenschen immer wieder die Notwendigkeit
von Prävention und Hilfe ins Gedächtnis zu rufen. Das wird von
Jahr zu Jahr relevanter: Ende 1999 waren laut der BZgA ca. 33,6 Millionen
Männer, Frauen und Kinder weltweit mit HIV infiziert. 16,3 Millionen
waren bereits an der Krankheit verstorben.
Nach einer dpa-Meldung
werden bis Ende 2000 ca. 13 Millionen Aids-Waisen erwartet, die nur in
wenigen Fällen mit Unterstützung rechnen können.
HIV in Deutschland
In Deutschland wurden bis Ende 1999 ca. 60.000 Infizierte registriert.
Jährlich kommen etwa 2500 Neuansteckungen dazu, davon sind 80%
Männer. Wer sich aktiv beteiligen möchte, findet Werbe- und
Infomaterial in Form von Faltblättern und Postkarten zu diesem Thema hier bei der BZgA. Als neue
Page wurde dieser www.machsmit.de zur Seite
gestellt, auf der ebenfalls übersichtlich Informationen zur Kampagne,
Werbematerial und Ansprechpartner zu finden sind. Vielseitige Webpages zu
diesem Thema findet man auch in der virtuellen Bibliothek der Homepage des
Center for International Cooperation Bonn CIC.
Über den Roman Township blues - Nicht nur für
Betroffene
Einer der vielen Romane über das Thema HIV und Aids erschien dieses
Jahr von Lutz van Dijk. Der heute in Amsterdam lebende Lehrer und
Schriftsteller erzählt in seinem Roman Township Blues die
Geschichte der jungen Thinasonke, die mit ihrer Familie in einem Township am
Rand von Kapstadt lebt. Thinasonkes Gedanken und Gefühle führen
den Leser in den Alltag einer südafrikanischen Familie ein, in das
Zurechtfinden zwischen Armut, politischer Diskriminierung und den
ständigen Kampf ums Überleben. Als Thinasonke eines Abends
überfallen und mißbraucht wird, vertiefen ihre Schilderungen den
Blick des Lesers auf eine andere Kultur. Ihre Mutter befiehlt ihr Schweigen
über die erlittene Schmach für die Familie. Mit Hilfe ihrer
Lehrerin macht Thinasonke trotzdem heimlich einen AIDS-Test. Als sie das
Ergebnis "positiv" erfährt, wird sie von ihrer Mutter verstoßen
und nur ihre Jugendliebe Thabang ist breit, weiterhin zu ihr zu stehen.
Van Dijk beschreibt unaufdringlich die Problematik der Infektion in einer
uns fremden Kultur und zeigt außer der spannenden Geschichte Thinasonkes
auch viele andere Schwierigkeiten des Lebens in Südafrika auf.
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Weiterführende Links:
Der Verlag über 'Township Blues'
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