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e-politik.de - Home  Kultur & Politik  Politischer Film   Archiv: Der Politische Film   13 Days


Filmplakat: 13 Days

13 Days - spannende Geschichtsstunde

Autor :  Harald Witz
E-mail: redaktion@e-politik.de
Artikel vom: 23.03.2001

Kevin Costner beweist in Roger Donaldsons Thriller "13 Days", der die Zeit der Kubakrise thematisiert, dass politische Geschichtsschreibung und eine spannende Film-Story sich nicht zwangsläufig ausschließen. Eine Kritik von Harald Witz.


Der letzte wirklich gute Kevin Costner-Film liegt lange zurück und nannte sich „JFK". Darin spielte er den Bezirksstaatsanwalt Garrison, der den Kennedy-Mord aufklären will. Nach vielen Flops und einigen annehmbaren Liebesfilmen („Message in a Bottle", „Tin Cup") kehrt der vielkritisierte Star zurück zum amerikansichen Überpräsidenten:
In Roger Donaldsons Politthriller „13 Days" erlebt er als Präsidentenberater Kenneth P. O'Donnell die Kuba-Krise hautnah mit. Von der Entdeckung der Raketen über die Beratungen des Sicherheitsrates, den Drohungen, der Blockade, den Provokationen und bis zum ständig spürbaren Abgrund des Dritten Weltkrieges begleitet er die Brüder Kennedy, John (Bruce Greenwood) und Robert (Steve Culp), und hilft bei den schwierigen Entscheidungen, die letztlich dafür sorgten, dass der Welt die Zerstörung erspart blieb.

Die Geschichte als Story

Es ist erstaunlich, dass sich das Sprichwort „Das Leben schreibt die besten Geschichten" immer wieder bewahrheitet. Im Falle von „13 Days" ist die spannende Story sogar handfeste Geschichte. Locker und ohne lähmenden Zeigefinger erzählt Donaldson einen Thriller und stützt sich dabei auf das Können seines Drehbuchautors David Self. Dem gelang es, die komplexen und zahllosen Aktivitäten der Kubakrise in eine dramatische und doch historisch korrekte Spielfilmform zu bringen. Dafür wälzte er die Memoiren und Erinnerungen der Beteiligten, Berge von Presseberichten und geheimen CIA-Dokumente. Darüberhinaus gelang es Self, die Tonbandmitschnitte der ExComm-Gruppe (Executive Committee of the National Security Council, der erweiterte Beraterstab des Präsidenten) zu studieren.

Herausgekommen ist ein ziemlich akkurates Bild der Ereignisse (in dramatisierter Form), das spannend, aufregend und erkenntnisreich ist. Stellvertretend für die Zuschauer beobachtet Costner als eine Art moderner Jedermann (und zufällig Präsidentenberater und -freund) die Ereignisse und Sitzungen. Freilich kommen JFK und sein Bruder ein wenig besser weg als in Wirklichkeit (so manche Szene wirkt etwas pathetisch). Aber das ist angesichts der allgemeinen „Heiligenverehrung" dieses Präsidenten schon fast eine Zurücknahme.

Fazit: verspätete aber spannende Geschichtsstunde

Dagegen erschrecken die aggressiven Auseinandersetzungen innerhalb des ExComm-Zirkels, mit denen die Militärs den Präsidenten zu einem nuklearen Schlagabtausch mit der UdSSR bewegen wollten. Dies wird nur noch durch die unglaubliche Wendung in letzter Sekunde übertroffen, die alles in allem korrekt wiedergegeben wurde. Niemals mehr war die Welt dem Untergang näher als im November 1962. Donaldson führt intelligent und elegant sein exzellentes Ensemble durch diese spannende Geschichtsstunde. Leider kam sein faszinierendes Werk vielleicht ein Jahr zu spät in die amerikanischen Kinos. Das Einspielergebnis von nur $ 34 Mio. spiegelt die Zeitenwende in den USA wider. Richtige Geschichte ist eben nicht jedermanns Sache.


„13 Days" (USA 2000)
seit dem 22. März 2001 in den deutschen Kinos
Regie: Roger Donaldson
Produktion: Armyan Bernstein, Peter O. Almond, Kevin Costner
Buch: David Self
Mit:
Kevin Costner (Kenneth P. O'Donnell),
Bruce Greenwood (John F. Kennedy),
Steven Culp (Robert F. Kennedy),
Dylan Baker (Robert McNamara),
Michael Fairman (Adlai Stevenson),
Henry Strozier (Dean Rusk),
Frank Wood (McGeorge Bundy),
Kevin Conway (General Curtis LeMay),
Tim Kelleher (Ted Sorensen),
Len Cariou (Dean Acheson),
Bill Smitrovich (General Maxwell Taylor),
Dakin Matthews (Arthur Lundahl),
Madison Mason (Admiral George Anderson),
Christopher Lawford (Commander William B. Ecker),
Ed Lauter (General Marshall Carter),
Elya Baskin (Anatoly Dobrinyn),
Olek Krupa (Andrej Gromiko)
Länge: 147 min.
Verleih: Kinowelt Filmverleih

Copyright des Fotos: Kinowelt Filmverleih


   

Weiterführende Links:
   Offizielle Seite zum Film
   Private Homepage mit Überblick über die Kubakrise



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