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Torhunger - die WM-Kolumne (09.06.02)

Autor :  Dietmar Neuerer
E-mail: redaktion@e-politik.de
Artikel vom: 09.06.2002

Nach dem Tor ist vor dem Hunger - vor dem Torhunger. Und das sind wir doch schließlich alle, hungrig nach ledernen Einschlägen im gegnerischen Tor. Und wo sie fallen, ist er dabei: Dietmar Neuerer - unser Torsucher.


Es geht gar nicht um den güldenen Weltpokal. Wer will diesen Staubfänger schon haben? Wir wollen nicht so ein Glitzerding. Wir wollen eigentlich nur Tore sehen.

Dänen lügen nicht

Dass Schiedsrichter keinen leichten Job haben, das wissen wir seit es Fußball gibt. Die Triller-Männer sind einfach immer die Gelackmeierten, weil sie stets nichts blicken, weil sie selten das sehen, was wir sehen. Denn nur wir hocken vor der Glotze und ziehen uns ein WM-Spiel nach dem anderen rein, und nur wir checken mit unseren Argusaugen die Lage auf dem Feld wirklich.
Ist doch klar, dass die Pfeifen der Nationen fast keine Regelwidrigkeiten erkennen. Mit einem Nichts an Technik ist auch nichts möglich. Wir sind wenigstens im Besitz von Fernsehern und Video-Beamern und nicht die Schiedsrichter. Und dank der großartigen modernen Übertragungsfähigkeiten, die heutzutage jedes große Fußballspiel schmücken, sind wir immer näher dran an den Blutgrätschen als die meilenweit entfernten Schiris. Die haben ja nur sich selbst und zwei spärliche Assistenten, die aber für ganz schön viel Wirbel sorgen können.

Versemmelter Italien-Triumph

Denn wenn wir uns noch einmal das Spiel Italien gegen Kroatien vor Augen führen, dann wissen wir, dass auch Fahnenträger mitunter keine Augen im Kopf haben. Wenn sie nicht sehen, was gut und richtig ist, dann sehen sie nur Schlechtes und Falsches und wedeln just zur falschen Zeit mit ihrem lächerlichen Stück Stofffetzen.
Der Triller-Mann dagegen freut sich natürlich, darf er doch herzhaft in sein Pfeifchen blasen - ohne zu wissen warum. Hätte er besser mal richtig dran gezogen, am Pfeifchen, am richtigen natürlich, dann hätte er die verkrampfte Gemengelage bestimmt ganz cool geregelt.

Aber so!? So hat er nicht gecheckt, dass da sein Kollege Fahnenmann zwei Mal falsch lag und zwei Mal den Triumph der Italiener versemmelt hat. Bitter! Und auch doof für den Schiri, weil der ja keine Chance hat etwas zu sehen, was nur sein Assi sehen konnte. Nur mit jeweils einer gelb-rot karierten Fahne bewaffnet und dem Auftrag, entlang der Seitenlinie immer dem Geschehen hinterherzuhecheln, können die beiden Schiri-Helfer ja nun überhaupt nicht viel reißen.
Zeitlupen gibt es keine, sondern nur die glasklaren Wahrheiten auf dem Platz. Das Spiel hat 90 Minuten und das Runde muss immer in das Viereckige. Wie das geht, haben die schönen Südländer unmissverständlich demonstriert - eigentlich. Uneigentlich haben sich die blaubehemdeten Italiener die Seele aus dem Leib gerannt, kombiniert, was das Zeug hält, um dann vergeblich zwei echte Tore zu bejubeln, die dann doch nicht gegeben wurden. Das ist gar nicht gesund. Wenn auf positiven Stress negativer hinterhergeschoben wird, dann spielt die Seele sich selbst einen Streich. Sie stolpert ohne zu verstehen, warum. Das ist mehr als undufte, das ist am Ende einfach nur ein Skandal.

Prügel für das Stiefel-Land

Was wohl in dem dänischen Schiedsrichterassistenten in diesem Moment vorgegangen ist? Ob er denn vielleicht ganz insgeheim gedacht hat, doch zur falschen Zeit das Fähnchen geschwungen zu haben? Vermutlich nicht.
Am nächsten Tag vielleicht, sofern er sich die italienische Sportpresse zu Gemüte geführt haben sollte. "Tiefschlag für Italien", nölte da der Corriere della Sera. Der Linienrichter Jens Larson sei ein dänischer Albtraum, weil er Italien zwei Tore gestohlen habe. Und die Gazzetta dello Sport ging noch einen Schritt weiter und übte sich in einer geradezu biblischen Schelte: Vom Paradies in die Hölle hätte Herr Larson die Italiener befördert.
Zwei klare Tore nicht gegeben - das prügelt das ganze Stiefel-Land.
Naja, wir wollen jetzt mal nicht übertreiben. Immerhin kommt der vermeintliche Falsch-Wedler aus dem ehrlichen Dänemark. Und, wie wir alle wissen, lügen die Dänen nicht. Was jetzt nicht heißt, dass sie nie lügen. Aber das WM-Turnier ist ja noch jung. Wir werden das ganz genau beobachten.


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Leserkommentar von R.M.
am 26.06.2002
Klares Abseits!

Ich kann mich der Meinung des obigen Kommentars nur anschlissen. Mit Sicherheit gibt es Fehlentscheidungen, sowohl im Fussball, als auch im Alltag. Aber mach das nicht auch mit das aus, was den Zuschauer vor dem Fernseher mitfiebern lässt, was Emotionen freisetzt und ganze Nationen begeistert? Erschreckend finde ich an dieser Kolumne allerdings (erneut) die sprachliche Komponente. Meiner Ansicht nach wird das wirklich interessante Thema durch "Trillermänner", die nichts "checken", "versemmelte" Chancen und "doofe" Situationen ins lächerliche gezogen. Übrigens hoffe ich, dasss mit dem Pfeifchen, "dem richtigen natürlich", nicht das gemeint ist, was ich befürchte. Kann man eine solche Kolumne (ich bin mir bewusst, dass es sich um eine Kolume handelt) für voll nehmen? Ich kann es nicht und finde die Umsetzung des Themas, das gestandene Männer zusammenbrechen lässt und uns tagelanden Diskussionsstoff gibt, einfach sehr schade. Da hätte man mehr daraus machen können. Ganz allgemein fällt der Artikel sehr aus dem Rahmen des sonstigen Konzeptes e-politik.

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