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Aufräumarbeiten in Belgrad nach dem Volksaufstand

Netzreportage - Revolution im Web (12.10.00)

Autor :  Roman Maruhn
E-mail: rmaruhn@e-politik.de
Artikel vom: 12.10.2000

Das Internet kann ein gutes Barometer für die politischen Vorgänge eines Landes sein. Tatsächlich kann die Erneuerung des politischen und des Mediensystems in Jugoslawien schon fast in Realzeit im Web verfolgt worden. Roman Maruhn ist nachgesurft.


Am Anfang ein kleiner Test. Ich habe von der Übernahme des staatlichen Fernsehsenders RTS durch die Demonstranten gehört. Mal sehen, ob die Darstellung im Web irgend etwas davon verrät. Und ja, es ist der Fall. Nova Radio Televizija Srbije ist nun die Site überschrieben. Das alte RTS-Logo wurde durch den Schriftzug "Nova" ergänzt und die Site ist jetzt "Under Construction" wie vielleicht das ganze Sendegebäude selbst.

Nächste Station ist die Homepage von Tanjug, der staatlichen Presseagentur. Der Eindruck: Business as usual. Als ob nichts Besonderes gewesen wäre, gibt sich das offizielle Sprachrohr der jugoslawischen Regierung der Kontinuität hin. Nachrichten über den neuen Präsidenten, kaum Anhaltspunkte dafür, dass hier einmal eine andere Stimme verbreitet wurde. Dabei hatte die Tanjug mit der Bezeichnung Kostunicas als neuer Präsident dem Milosevic-Regime quasi den medialen Todesstoss gegeben.

Dass sich der Wind gedreht hat, ist am ehesten dem Webauftritt der Sozialistischen Partei Serbiens SPS zu entnehmen. Da werden scheinbar eine Partei und ihre Mitglieder politisch verfolgt. Kostunicas Parteienbündnis wird der Wahlfälschung bezichtigt. Außerdem wird über die Zerstörung und Plünderung der Belgrader Parteizentrale berichtet. Interpretation der SPS: Aktionen von Nazis gegen Linke am Beginn eines neuen Faschismus. Es hat sich also doch etwas getan in Belgrad, aber scheinbar nichts Gutes. Vielleicht lässt sich dies Missgunst des Mobs gegenüber der SPS damit erklären, dass die SPS während der Erstürmung des Parlamentes strenge Maßnahmen angekündigt hatte.

Die offizielle Website der Stadt Belgrad hingegen stellt auf ihrer Seite als Service eine Dokumentation des Revolutionstages 5. Oktober vor.

Wer den Umbau der jugoslawischen Regierung beobachten will, dem seien die Regierungsseiten empfohlen. Dort ist bereits unter der Rubrik Präsident ein Foto von Vojislav Kostunica und seine Biographie eingestellt. Ansonsten befindet sich die Site "Under Construction". Politische Grundsatzaussagen oder eine Biographie werden wohl noch folgen. Nach den Beschädigungen durch die Stürmung ist das Gebäude wie auch die Seite des Parlamentes noch im Aufbau. Die Seite der Regierung, steht auch noch nicht, nachdem ja Premierminister Bulatovic erst am 10. Oktober zurückgetreten ist und nur noch kommissarisch die Amtsgeschäfte leitet und die Regierungsbildung recht schwierig ist.

Ohne staatliche Zensur oder Repression kann nun auch der Oppositionssender B2-92 wieder seine Berichte senden, nachdem er zuletzt im Mai 2000 von Sondereinheiten des Milosevic-Regimes gestürmt wurde.
Das Online-Forum des Radio- und Internetsenders wird seit dem Volksaufstand stark frequentiert - nicht nur von Jugoslawen. Manchmal wird es dabei recht skurril. So fragt ein gewisser "Keith" aus den USA sogar, ob sich die USA das abgesetzte Staatsoberhaupt nicht für die im Weißen Haus zu vergebende Präsidentenstelle ausborgen könnte.

Wer Zeitgeschichte live erleben will, sollte die jugoslawischen Sites im Auge behalten. Schon jetzt ist Einiges farbiger, sympathischer und irgendwie auch glaubwürdiger geworden.

Foto: Copyright liegt bei B2-92


   


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