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Platon

Platon - Die Theorie der Gerechtigkeit

Autor :  Politisches Studium
E-mail: redaktion@e-politik.de
Artikel vom: 20.02.2000

Platon spannt einen weiten Bogen, wenn er den Begriff der "Gerechtigkeit" erläutert. Aus der Retrospektive heraus erklärt er den Weg zum "gerechten Staat".


Zentrale Frage des ganzen Buches:

"Was ist Gerechtigkeit und welche Bedeutung kommt ihr für die richtige Ordnung der menschlichen Seele zu?"
(Die sozialen Folgen von Gerechtigkeit werden nicht untersucht!)

A. Uneinigkeit über den Begriff Gerechtigkeit:

1. Kephalos/ alte Generation:
    "Gerechtigkeit besteht darin, die Wahrheit zu sagen und seine Schulden zu bezahlen"

2. Polemarchos/ junge Generation:
    "Gerechtigkeit besteht darin, den Freunden zu helfen und den Feinden zu schaden"

3. Thrasymachos/ Sophist:
    "Das Gerechte ist identisch mit dem Nutzen des Stärkeren (Rechtspositivismus)
 

B. Untersuchung des Begriffs Gerechtigkeit durch Sokrates:

1. Methode der Untersuchung:
Wenn der Staat gerecht ist, muß auch der einzelne Mensch gerecht sein
Gedankliche Neuschöpfung eines Staatsgebildes mit dem Ziel, das Wesen der Gerechtigkeit zu erkunden
(Politea: II. Buch, 368c - 369b)

2. Gegenstand der Untersuchung:
Was ist Gerechtigkeit an sich?
(Ohne Bezug auf den Schein oder den Nutzen der Gerechtigkeit)

3. Größtes Unrecht:
"Das allerhöchste Unrecht besteht darin, daß ein Mensch gerecht scheinen will, wiewohl er es gar nicht ist."
 

C. Gerechtigkeit im Staat:

Damit der Staat gerecht ist, muß er ein guter Staat sein
Der Staat ist dann ein guter Staat, wenn er Eins ist, also eine Einheit bildet

Aufbau des Staates:

Stände: Philosophen - Wächter - Volk
Tugenden: Weisheit - Tapferkeit - Besonnenheit
Seelenteile: Vernunft - Mut - Begierde
Mythos: Mensch - Löwe - Tier

Der Staat kann nur dann eine Einheit sein, wenn alle drei Tugenden vorhanden sind und jeder die ihm zukommende Aufgabe erfüllt.
Andernfalls macht jeder, was er will und die Ordnung wird gestört.

Der Staat ist gut/ gerecht, wenn jeder das Seinige tut!
Gerechtigkeit als Tätigkeit
(Politea: IV.Buch, 433)

Die Gerechtigkeit ist dabei zugleich Ursache des Entstehens und Ursache des Erhaltens der Tugenden.
 

D. Die Gerechtigkeit im Menschen

Übertragung der Teile des Staates auf die Seele (siehe oben: Seelenteile)
(Politea: IV.Buch, 441ff)

Auch hier gilt, daß der Mensch dann gerecht ist, wenn seine Seele eine Einheit bildet, in der jeder Teil seine Aufgabe erfüllt.
Besteht ein Zwiespalt eines Teils gegen das Ganze, so ist der Mensch ungerecht.
Nur wenn der Mensch eine Einheit bildet und damit gerecht ist, kann er sich als das erhalten, was er ist und seine eigentümliche Hilfe erhalten.

Unter den Seelenteilen muß notwenigerweise die Vernunft die Führung innehaben (analog zur Philosophenherrschaft im Staat), um den Mensch gerecht zu machen.
 

E. Warum ist die Gerechtigkeit erstrebenswert?

1. Unrecht schafft nichts von Bestand

2. Ungerechtigkeit würde bedeuten, in sich selbst das Tier über den Menschen zu stellen (siehe oben: Mythos) und damit ein tierisches, also ziel- und sinnloses Leben zu führen.
Die Gerechtigkeit ist der Seele angemessen.
(Politea: IX. Buch, 588b - 592b)

3. Gerechtigkeit ist im Jenseits verankert
Platon nimmt hier eine Verknüpfung von Diesseits und Jenseits an. Im Jenseits gibt es so nur für den Gerechten die ewige Glückseligkeit.
(Politea: X. Buch, Endmythos)

Dieses studentische Skript erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist keine Garantie zum Bestehen irgendwelcher Prüfungen. e-politik.de ist bemüht, die Skripten ständig zu aktualisieren und inhaltlich zu bearbeiten.

Bildbearbeitung: Claudia Kober


   


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