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e-politik.de - Artikel
( Artikel-Nr: 503 )Platon - Die Theorie der Gerechtigkeit Autor : Politisches Studium Platon spannt einen weiten Bogen, wenn er den Begriff der "Gerechtigkeit" erläutert. Aus der Retrospektive heraus erklärt er den Weg zum "gerechten Staat". Zentrale Frage des ganzen Buches:
"Was ist Gerechtigkeit und welche Bedeutung kommt ihr für die richtige
Ordnung der menschlichen Seele zu?"
A. Uneinigkeit über den Begriff Gerechtigkeit:
1. Kephalos/ alte Generation:
2. Polemarchos/ junge Generation:
3. Thrasymachos/ Sophist:
B. Untersuchung des Begriffs Gerechtigkeit durch Sokrates:
1. Methode der Untersuchung:
2. Gegenstand der Untersuchung:
3. Größtes Unrecht:
C. Gerechtigkeit im Staat:
Damit der Staat gerecht ist, muß er ein guter Staat sein
Aufbau des Staates:
Stände: Philosophen - Wächter - Volk
Der Staat kann nur dann eine Einheit sein, wenn alle drei Tugenden vorhanden
sind und jeder die ihm zukommende Aufgabe erfüllt.
Der Staat ist gut/ gerecht, wenn jeder das Seinige tut!
Die Gerechtigkeit ist dabei zugleich Ursache des Entstehens und Ursache
des Erhaltens der Tugenden.
D. Die Gerechtigkeit im Menschen
Übertragung der Teile des Staates auf die Seele (siehe oben: Seelenteile)
Auch hier gilt, daß der Mensch dann gerecht ist, wenn seine Seele
eine Einheit bildet, in der jeder Teil seine Aufgabe erfüllt.
Unter den Seelenteilen muß notwenigerweise die Vernunft die Führung
innehaben (analog zur Philosophenherrschaft im Staat), um den Mensch gerecht
zu machen.
E. Warum ist die Gerechtigkeit erstrebenswert?
1. Unrecht schafft nichts von Bestand
2. Ungerechtigkeit würde bedeuten, in sich selbst das Tier über
den Menschen zu stellen (siehe oben: Mythos) und damit ein tierisches,
also ziel- und sinnloses Leben zu führen.
3. Gerechtigkeit ist im Jenseits verankert
Dieses studentische Skript erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist keine Garantie zum Bestehen irgendwelcher Prüfungen. e-politik.de ist bemüht, die Skripten ständig zu aktualisieren und inhaltlich zu bearbeiten.
Bildbearbeitung: Claudia Kober
E-mail: redaktion@e-politik.de
(Die sozialen Folgen von Gerechtigkeit werden nicht untersucht!)
"Gerechtigkeit besteht darin, die Wahrheit zu sagen
und seine Schulden zu bezahlen"
"Gerechtigkeit besteht darin, den Freunden zu helfen
und den Feinden zu schaden"
"Das Gerechte ist identisch mit dem Nutzen des Stärkeren
(Rechtspositivismus)
Wenn der Staat gerecht ist, muß auch der einzelne Mensch gerecht
sein
Gedankliche Neuschöpfung eines Staatsgebildes mit dem Ziel, das
Wesen der Gerechtigkeit zu erkunden
(Politea: II. Buch, 368c - 369b)
Was ist Gerechtigkeit an sich?
(Ohne Bezug auf den Schein oder den Nutzen der Gerechtigkeit)
"Das allerhöchste Unrecht besteht darin, daß ein Mensch
gerecht scheinen will, wiewohl er es gar nicht ist."
Der Staat ist dann ein guter Staat, wenn er Eins ist, also eine Einheit
bildet
Tugenden: Weisheit - Tapferkeit - Besonnenheit
Seelenteile: Vernunft - Mut - Begierde
Mythos: Mensch - Löwe - Tier
Andernfalls macht jeder, was er will und die Ordnung wird gestört.
Gerechtigkeit als Tätigkeit
(Politea: IV.Buch, 433)
(Politea: IV.Buch, 441ff)
Besteht ein Zwiespalt eines Teils gegen das Ganze, so ist der Mensch
ungerecht.
Nur wenn der Mensch eine Einheit bildet und damit gerecht ist, kann
er sich als das erhalten, was er ist und seine eigentümliche Hilfe
erhalten.
Die Gerechtigkeit ist der Seele angemessen.
(Politea: IX. Buch, 588b - 592b)
Platon nimmt hier eine Verknüpfung von Diesseits und Jenseits
an. Im Jenseits gibt es so nur für den Gerechten die ewige Glückseligkeit.
(Politea: X. Buch, Endmythos)