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USA

Kampf und Flucht - Das Leben Osama bin Ladens

Autor :  André Wernecke
E-mail: redaktion@e-politik.de
Artikel vom: 13.09.2001

Der Verdacht verdichtet sich auf einen Namen: Osama bin Laden. Doch wer ist dieser Mann, was macht ihn so gefährlich und vor allem, ist ihm eine solche Tat zuzutrauen? André Wernecke hat seine Akte.


Als Kind reicher jemenitischer Eltern, wurde bin Laden 1957 in Riad geboren. Sein Vater, Mohammed Awad bin Laden, der durch geschickte Geschäfte im Baugewerbe sowohl Wohlstand als auch das Vertrauen der saudischen Monarchie erlangen konnte, war engagierter Islamist. Einer der Höhepunkte der väterlichen Karriere ist dann auch das Amt des Ministers für öffentliche Arbeiten. Natürlich wurde der Islam auch im Hause der bin Ladens gelebt. Die Kinder "genossen" eine strenge Erziehung.
Die nächste Station im Leben bin Ladens ist das Studium von Management und Wirtschaft, in dessen Verlauf er den Kontakt zu islamischen Geistlichen suchte. Er war Mitglied der islamischen Bruderschaft, einer Ende der 20er Jahre gegründeten islamischen Bewegung, aus der später Bewegungen wie die Hamas hervorgingen.
Nach abgeschlossenem Studium entschloß sich bin Laden, die afghanischen Mudschaheddin im Kampf gegen die sowjetischen Besatzer und das kommunistische Regime in Kabul zu unterstützen. Anfangs sammelte man Spenden, stellte Baumaschinen zur Verfügung oder errichtete eine Anlaufbasis für kampfbereite Glaubensbrüder aus der gesamten islamischen Welt. Ab 1986 jedoch gründete bin Laden eigene Trainingscamps - man spricht von sechs.

Tod der Sowjetunion! Tod den USA!

Und hier fängt die so oft bestrittene Verflechtung mit den amerikanischen Nachrichtendiensten an.
Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Mudschaheddin nicht nur Waffen sondern auch militärische Ausbildung von der CIA erhielten. Doch warnten schon damals Experten wie Peter Scholl-Latour, dass nach den Sowjets auch der "große Satan" (Zitat Khomeini) USA mit Todeswünschen bedacht werde. So fand, ähnlich wie im Irak, die Ausbildung und Aufrüstung eines späteren Gegners statt. Zumindest hier muss sich die CIA den Vorwurf völligen Versagens bzw. fehlender Weitsicht gefallen lassen.
Kurz vor dem Sieg über die Sowjetunion kehrte bin Laden in die saudische Heimat zurück. Im zweiten Golfkrieg wehrte er sich dann gegen den Einmarsch amerikanischer Truppen zum Schutz der Monarchie. Auseinandersetzungen mit der Regierung folgte die Flucht nach Afghanistan, wo er erfolglos versuchte, zwischen den siegreichen aber zersplitterten Mudschaheddin zu vermitteln.
Doch auch hier war bin Laden nicht sicher. Attentatsversuche der Geheimdienste Saudi-Arabiens und Pakistans ließen den Multimillionär in den Sudan flüchten, wo er aufgrund großzügiger Investitionen ein hohes Ansehen genießt.
Nach den Attentaten auf das World Trade Center (1993) und die amerikanischen Botschaften in Kenia und Tansania (beide 1998) wuchs der Druck auf den Sudan, so dass sich bin Laden gezwungen sah, nach Afghanistan zurückzukehren. Seine guten Verbindungen sicherten ihm dort bis zuletzt den Schutz der Taliban.

Staatsfeind Nummer Eins

Osama bin Laden gilt als Kopf des internationalen islamischen Terrorismus. In seinen Camps "trainieren" etwa 3.000 Fundamentalisten, die auch in Tschetschenien und der Kaschmirregion zum Einsatz kommen. Ein weltweites Netz von autonomen "Zellen" ist jederzeit einsatzfähig. Finanziert wird dieses System größtenteils von bin Laden, der angeblich über sechs Milliarden Dollar verfügt. Auch in Deutschland finden sich Spuren: So konnte der BND 1998 den Finanzverwalter bin Ladens verhaften, ebenso wie vier Islamisten, die offensichtlich einen Anschlag in Straßburg geplant hatten.
Nahostexperten sagen in Hinblick auf Logistik und "Niveau" des Anschlags ist bin Laden der einzige in Frage kommende Kandidat. Auch für das FBI scheint die Schuld bin Ladens festzustehen.
Er selbst sprach zwar den Attentätern seine Glückwünsche aus, hat jedoch zugleich jegliche Verwicklung bestritten. Sollten sich die USA auf bin Laden als Verantwortlichen festlegen, so dürfte die Situation brandgefährlich werden. Die Taliban haben zwar angekündigt, bin Laden im Falle bewiesener Schuld auszuliefern. Jedoch ist den Äußerungen von Bush und Rumsfeld zu entnehmen, dass man sich in besagtem Fall auch des Regimes in Kabul annehmen werde.

Zum Dossier über die Terroranschläge in den USA


   


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