Am 5. Juli 2000 veröffentlichte die Internet-Community dol2day kurz nach Mitternacht das
vorläufige Wahlergebnis. „General T" bekam 37,08 Prozent der Stimmen. Damit ist er der erste
Kanzler des Internets. Seine Mitbewerberin „esilke" von den „Grünen im Internet" (GII) erhielt
einen Stimmanteil von 32,95 Prozent. Die liberale Kandidatin „Malta" belegte mit 28,72 Prozent
der Stimmen den dritten Platz. Sie wurde von der Partei „Internet den Liberalen" (IDL)
aufgestellt.
Als erster Internet-Kanzler wird „General T" einem Sprecher von dol2day zufolge als
Repräsentant der Internet-Benutzer virtuelle Unterschriften-Aktionen organisieren und namhafte
Politiker zum Chat in die Internet-Community einladen. „Einige bekannte Politiker haben bereits
zugesagt", sagte der Sprecher nach dem Abschluss der Wahl.
Die Wahlbeteiligung in der virtuellen Gemeinschaft war deutlich höher als bei herkömmlichen
Wahlen. 82,6 Prozent der insgesamt 1260 stimmberechtigten Mitglieder hatten ein digitales
Abstimmungsformular abgeschickt. Insgesamt verzeichnet dol2day gut 3100 Mitglieder.
Stimmberechtigt ist jedoch nur, wer mindestens 60 Minuten online auf den Seiten der
Community verbracht hat. „Das ist ein Schutz vor Wahlbetrug", erläuterte der Sprecher. Damit solle
verhindert werden, dass sich einzelne Personen unter mehreren Namen bei der Gemeinschaft
anmelden, um ihre Stimme mehrfach bei abzugeben.
Der vier Tage andauernden Abstimmung war ein heißer Wahlkampf vorausgegangen. Dabei
hatte sich die den Grünen nahestehende GII mit der SPD-nahen „Sozialdemokratischen Internet
Partei" (SIP) und der Partei „Sozialisten ins Internet" (SII) zu einer Koalition
zusammengeschlossen. Der Kandidat der SIP, „Ihsan", und der SII-Kandidat „Lucky" hatten ihre
Kandidatur daraufhin zurückgezogen um „esilke" zu unterstützen.
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