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Bundeswehrsoldaten im Einsatz

Trip ins Ungewisse - der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan

Autor :  Maria Pinzger
E-mail: redaktion@e-politik.de
Artikel vom: 23.01.2002

Knapp 3 Wochen nach dem Bundestagsbeschluss vom 20. Dezember 2001 trafen die ersten Truppen der Bundeswehr zum Friedenseinsatz in Afghanistan ein. Maria Pinzger berichtet über den Einsatz der deutschen Soldaten in der Krisenregion.


Die Aufregung war groß, als es darum ging, dass deutsche Soldaten in die Krisenregion am Hindukusch verlegt werden sollten. Plötzlich war die Folge der "uneingeschränkten Solidarität" mit den USA greifbar. Doch kein Vergleich zu den Diskussionen, die den früheren Engagements der Bundeswehr z.B. im Kosovo oder in Mazedonien vorausgingen. Und als es schließlich um die jetzt gestartete Friedensmission ging, beschloss der Bundestag die Entsendung der deutschen Truppen beinahe einmütig. Sogar der Grüne Christian Ströbele, bekennender Gegner von Kampfeinsätzen, sah nach der Erteilung des UNO-Mandats keinen Grund mehr, gegen den Einsatz zu stimmen.

"Grummeln im Magen"

Nach dem Abflug der ersten 70 Soldaten sah sich der Einsatz ebenso plötzlich wie unerwartet aber eher physischen als politischen Hindernissen gegenüber. Nicht widerspenstige Parlamentarier, sondern das schlechte Wetter hielt die Truppe beim Zwischenstopp im türkischen Trapzon unerwartet lange auf. Doch am 12. Januar um 4.50 Uhr Ortszeit kam das Vorauskommando dann doch noch in Kabul an - mit 2 Tagen Verspätung.

Die 50 Fallschirmjäger und 20 Fernmelder sowie Sanitäter der Luftlandebrigade 31 aus Oldenburg erwartet eine schwierige Aufgabe. Die Brigade gilt als eine der flexibelsten Truppenabteilungen der Bundeswehr und ist speziell für derartige Einsätze ausgebildet. Auch waren fast alle der entsendeten Soldaten schon einmal im Ausland stationiert, doch ein mulmiges Gefühl stellt sich bei den meisten bei diesem Einsatz trotzdem ein: "Es ist so, wie wenn man kurz vor dem Fallschirmsprung im Flugzeug sitzt. Man weiß, dass eigentlich nichts passieren kann, aber trotzdem grummelt es im Magen", äußert sich einer der Bundeswehrsoldaten.

Patrouillieren für den Frieden

Die Aufgaben der Soldaten waren zuerst hauptsächlich logistischer Natur. Da es keinerlei Infrastruktur in Kabul gibt, muss alles Material, von militärischen Fahrzeugen bis hin zu Wasserflaschen eingeflogen werden. Das Vorauskommando richtet im Eiltempo das deutsche Quartier in Kabul ein, damit 600 bis 700 deutschen Soldaten, die noch im Rahmen der UN-Truppe ISAF (International Security Assistance Force) nach Afghanistan kommen werden, auch ihre Arbeit aufnehmen können. Und bereits in den ersten Tagen in der afghanischen Hauptstadt standen für das Vorbereitungskommando dann auch schon die ersten Patrouillengänge durch die Straßen der Stadt an - die Gewährleistung der Sicherheit und der Ruhe in der Metropole ist die wichtigste Aufgabe der ISAF. Insgesamt sind in dieser internationalen Schutztruppe etwa 4500 Soldaten engagiert.

"Dingo" für die Sicherheit

Trotz aller Aufgaben für das afghanische Volk besitzt die eigene Sicherheit für die deutschen Soldaten Priorität, wie auch Verteidigungsminister Scharping immer wieder klarstellt. Ausgerüstet sind die deutschen Soldaten deshalb auch mit schwerem Gerät, unter anderem dem gegen Minen geschützten Fahrzeugtyp "Dingo". Der Leiter des Einsatzes, Brigadegeneral Hubertus von Butler betonte aber auch, dass "seine" Soldaten bestens vorbereitet seien und "den Auftrag mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln" durchsetzen würden. Keine hohlen Worte, sondern ein Hinweis auf den Wortlaut des UN-Mandats für die Friedenstruppen. Im Unterschied zu Einsätzen wie in Bosnien, dürfen die Soldaten im Rahmen dieses "robusten Mandats" ihre Waffen nämlich nicht nur zur Selbstverteidigung, sondern auch zur Durchsetzung ihres Auftrages einsetzen.

Für die deutschen Soldaten bleibt die Entsendung nach Afghanistan trotz allem ein Trip ins Ungewisse. Sicher ist nur, dass der Einsatz in der Krisenregion die größte logistische Aufgabe ist, die die Bundeswehr bisher zu bewältigen hatte. Wie lang aber der Aufenthalt dauern wird und welche Risiken auf die Friedenstruppe noch warten, kann keiner sagen.


Bild: Copyright liegt bei der Bundeswehr


   

Weiterführende Links:
   Bundeswehr-Website zum Afghanistan-Einsatz
   Englischsprachige Seite über Afghanistan



Leserkommentar von Thomas Bauer
am 25.01.2002

Grundsätzlich muss bei diesem Einsatz mal wieder festgestellt werden, dass wir für solche Verwendungspektren einfach nicht 100%ig gerüstet sind. Das Wort von "deutschen Kompetenzen", welches VM Scharping des öfteren verwendet ist daher reinster Hohn. Wir können nicht mal von alleine runterfliegen, da 1. alle unsere Transall-Maschinen entweder in anderen Einsätzen unterwegs sind oder zur Wartung in den Hangars stehen, und 2. die Transall zu klein und zu anfällig für solche Einsätze ist. Die Soldaten vor Ort verwenden Wasser aus Plastikflaschen, die teuer eingeflogen werden müssen, anstelle einer Aufbereitung von vorhandenen Wasserquellen in Afghanistan. Zumindest können wir uns nach drei Jahren endlich eigene Splitterschutzwesten anziehen, und müssen nicht mehr bei den Briten anfragen. Der Dingo ist übrigens nett, aber auch kein ernsthafter Ersatz für die gerade anlaufende "Fennek"-Produktion. Problem: Kein Waffeneinsatz unter Vollschutz möglich. Die Ungewissheit, die hier richtigerweise angeführt worden ist, betrifft daher Einsatzort, Einsatzart, Einsatzdauer und Einsatzfähigkeit. Man kann nur darum beten, dass die rot-grünen Politiker endlich aufwachen, und erkennen, dass es sich nicht um Spielzeugsoldaten handelt, die sie quer über den Globus schicken, sondern Menschen aus Fleisch und Blut, die Familie und Freunde haben.

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