Dienstag, 11.11.2003 Werbung:
 
 


Afrika
Balkan
China / Russland
Europa
Internationales
Politik in Deutschland
Politik und Wirtschaft


Lehrredaktion
e-Demokratie
Medien
Extremismus im Netz


TV / Hörfunk-Tipps
Pop & Politik


Sport
Satire
Netz-Fundstücke



Außenpolitik der BRD
Europäische Union
Theorien
Organisationen


Antike
Neuzeit


Parteien
Institutionen


Aus den Hochschulen
Studienhilfen
Für Studenten







Über uns
Presse / Referenzen
Redaktion
Gästebuch
Impressum


Jobs@e-politik.de
Werbung
Partner





e-politik.de - Home  Politische Theorie  Antike   Aristoteles


Aristoteles

Aristoteles - Konzept der Politik

Autor :  Politisches Studium
E-mail: redaktion@e-politik.de
Artikel vom: 17.02.2000

Aufbauend auf einer Definition der Politischen Wissenschaft entwickelt Aristoteles das Idealbild der Politik.


A. Vorüberlegungen

Alles strebt nach irgendeinem Gute, daher bezeichnet man das, wonach alles strebt als das Gute.
Jede Polis, jede Gemeinschaft besteht um eines Gutes willen. Gemeinschaft zielt auf ein Gut und das ist die Polis, die politische Gemeinschaft (Politik Buch1, 1252a 1-7).

Die Wissenschaft vom höchsten durch menschliches Handeln zu erreichende Gut ist offenbar die Politik (die Politik ist aber nicht die höchste Wissenschaft an sich, da der Mensch nicht das Höchste im Universum ist. Die generell höchste Wissenschaft ist die Theologie) NE Buch1, 1094a 28-29.
Die Politik weist den anderen Wissenschaften in der Polis ihren Platz zu. Innerhalb der Polis entfaltet sich die seelische Ordnung des Menschen.

Aber: es ist besser für die Polis, das Gute zu erreichen - als für den einzelnen (da das Ganze mehr ist als das Einzelne) NE Buch1, 1094b 8-11.

Also: Politische Wissenschaft untersucht:

  • Seelenordnung des Menschen
  • Ordnung der politischen Gemeinschaft in der Polis

Politische Wissenschaft = richtiges Handeln erkennen/ Ziele des Handelns (Mensch ist zoon politikon) NE Buch1, 1097b 12.
Grundlage der Politischen Wissenschaft: naturgemäße Ziele (der jeweiligen Dinge) müssen erkannt werden.

Ergo: Untersuchung der Polis basiert auf der Untersuchung des Menschen und seines Handelns. Handeln ist bei Aristoteles immer gleich zielgerichtet: rationales Tätigsein unterscheidet den Menschen vom Tier. Ziel (telos) oder Gut (agathon), zu dessen Realisierung das Handeln dient, wird zum Einstufungskriterium in einer Hierarchie menschlichen Handelns.
 

B. Frage in der "Politik": Welche (institutionellen) Mittel braucht man, um die Tugenden in der Seele des Menschen als Bürger der Gemeinschaft zu wecken/zu festigen?

Polis besteht wegen des guten Lebens und nicht wegen des Überlebens. Die Polis ist etwas Zusammengesetztes. Um sie zu untersuchen, muß man die einzelnen Teile analysieren.

Kleinste menschliche Gemeinschaft ist die Familie, der Haushalt (und davon der Einzelteil ist der Mensch). Die Polis ist die Welt des Menschen, in der er handelt.

Die Ethik ist die Lehre vom guten Handeln des Einzelnen. Politik ist die Lehre von der guten Gemeinschaft.

  • Die häusliche Gemeinschaft dient zur Erhaltung des natürlichen Lebens.
  • Die politische Gemeinschaft besteht um des guten Lebens willen.


Rangfolge:

1. Haus (-stand) Erhaltung des natürlichen Lebens (vorherrschende Beziehungen: Mann+Frau; Herrscher+Sklave)
2. Dorf (Kolonie der Häuser)
3. Staat (mehrere Dörfer) entsteht nicht um des bloßen Lebens willen, sondern um des vollendeten Leben willen. Selbstgenügsamkeit = autarkeia. Der Staat ist das Endziel des menschlichen Strebens.

Das Endziel jeder Sache ist die (wahre) Natur einer solchen. Also: in der Natur des Menschen ist der Staat schon angelegt - der Staat besteht von Natur aus (metaphysisch ist der Staat vor allen anderen Lebensformen existent. Bsp.: Der Samen enthält die Idee des Baumes).

Von Natur aus gibt es Herren und Sklaven (Trennung von geistlicher und körperlicher Arbeit). Herren sind die Griechen (aus natürlicher Gegebenheit heraus). Alle anderen = Barbaren = Sklaven. Frau ist zwar nicht Sklavin des Mannes, aber nur die Männer taugen zum Herrschen.
 

Unterscheidung Mensch (zoon politikon) und Tier (Barbar) oder Gott:
Wer außerhalb der Polis lebt ist entweder Tier oder Gott (höher oder niedriger als der Mensch). Der Mensch ist das Mittelmaß (wie überhaupt alle anscheinend toll ist, was eine Mitte bedeutet). Außerdem trennt die Sprache den Menschen von den Tieren. Mit ihr kann er zwischen gerecht und ungerecht unterscheiden und sich darüber austauschen (Über diesen Austausch entsteht dann auch wieder die Polis).
 

Unterscheidung: oikos (Haus) - polis (Stadt)
Haus: privat - Herrschaft über Sklaven
Stadt: öffentlich - Herrschaft eines "Monarchen" Herrschaft über Freie und Gleiche
 

Politische Philosophie ist die Lehre von menschlichen Gemeinschaften Ökonomie (oikos + nomos) ist die Wissenschaft von der Führung des Haus (- haltes).
 

Haus besteht aus:
  • Sklaven und Freien (Herr) dienstlich
  • Gattin und Gemahl ehelich
  • Vater (!!!) und Kinder väterlich

alle drei Verhältnisse basieren auf Ungleichheit und haben dieselbe Bezugsperson: Vater und Herren.
Ohne Sklaverei keine politische Freiheit des Bürger (--> der wo nix mehr schafffen muß und somit Muße für die Politik hat).
 

C. Formen der Herrschaft:

Zunächst bestimmen wir das Einzelelement des Staates- den Bürger: Erwachsene Männer, die Zugang zu den öffentlichen Ämtern haben. Muß regieren und regiert werden können. Er bedarf der höchsten Tugend, der Gerechtigkeit (gerecht = was im Staat hervorbringt und es bewahrt- Gerechtigkeit anderen antun ist die höchste Tugend!!).

Form der direkten Herrschaft: Aristoteles kennt keine Repräsentativsysteme (nur überschaubaren Stadtstaat mit Umland).

Das Gesicht (Identität) der Polis ist die Verfassung. Die Gesetze müssen sich nach dieser richten. Die Verfassung ist die Ordnung der Regierungsämter (Kompetenzenverteilung).
Gesetze bestimmen dann, wie regiert werden soll und wie "Übertretungen" abgewehrt werden sollen.

2 Kriterien zur Verfassungsunterscheidung:
  • quantitativ und qualitativ
  • qualitativ = gute und schlechte Verfassung (gemeinsamer Nutzen)
  • quantitativ = Anzahl der an der Herrschaft Beteiligten.

Gut:

Schlecht:

Einer:

Monarchie

Tyrannis

Wenige:

Aristokratie

Oligarchie

Merhzahl:

Politea

Demokratie

Ergänzendes Kurz-Skript:

Was meint Aristoteles, wenn er den Menschen als zoon politicon bezeichnet?

A. Was ist ein "zoon politicon":

Begriff: zoon politicon = von Natur aus zur Gemeinschaft strebend

  • Der Mensch besitzt Vernunft, Sprache, ... und unterscheidet sich damit vom Tier (zoon logon echon). Die Sprache dient dazu, das Nützliche und das Schädliche mitzuteilen und so auch das Gerechte und Ungerechte. Dem Mensch eigen ist das Streben nach einem Ziel/ Gut.
  • Der Mensch will nicht nur (über-)leben, sondern gut leben. Andernfalls wäre er ein Tier oder Gott (Mensch als Mitte)
  • Dieses "gut leben" ist sein höchstes Ziel/ Gut und nur in der höchsten Gemeinschaft, der Polis, zu erreichen.
  • Zur Gemeinschaft strebt der Mensch zunächst zur Fortpflanzung, dann zur Selbsterhaltung (Haus), und schließlich zum "gut leben" (polis).
Polis ist die umfassendste Ordnung des menschlichen Handelns!

Historisch gesehen ist der Staat zwar jünger, logisch jedoch ist er in jedem Menschen angelegt und damit schon immer da.

Ä Der Mensch ist angewiesen auf die Gemeinschaft, und strebt von Natur dazu. Andernfalls ist er überhaupt kein Mensch.
 

B. Zusammenhang:

Aristoteles führt diesen Begriff im Zusammenhang mit den verschiedenen Stufen der Gemeinschaft ein:

1. Hausstand: Beziehung Mann - Frau zur Fortpflanzung/ Herr - Sklave zum Überleben
2. Dorf (Kolonie der Dörfer): Besteht nicht mehr nur um des primitiven Überlebens willen.
3. Staat: Selbstgenügsamkeit/ Endziel des menschlichen Strebens/ Gutleben (damit kann der Mensch in dieser Gemeinschaft die Glückseligkeit erreichen)

Diese Reihenfolge ergibt sich aus der Teleologie Aristoteles’. Demnach strebt der Mensch nach Gütern, es muß ein höchstes Gut geben und dieses höchste Gut ist der Staat.

Dieses studentische Skript erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist keine Garantie zum Bestehen irgendwelcher Prüfungen. e-politik.de ist bemüht, die Skripten ständig zu aktualisieren und inhaltlich zu bearbeiten.

Bildbearbeitung: Claudia Kober


   


Artikel drucken

Artikel für Palm

Artikel mailen

Suche: (Hilfe)

 

Netzreportagen
Deutschland
Europa
USA
Andere Länder
Organisationen
Medien
Gesellschaft
Studium
LINKS der WOCHE



Ochsentour

Kohl-Tagebücher

Politischer Film
The Long Walk Home
rezensiert von Maria Pinzger

Politisches Buch
Sidney Blumenthal: The Clinton Wars
rezensiert von Michael Kolkmann

Kabarett
Gerhard Polt - Das Dossier
von C. von Wagner

Für Studenten



Name ist freiwillig !


 

© 2003 - Konzept, Gestaltung und Redaktion: e-politik.de - Der Seiteninhalt ist ausschließlich zur persönlichen Information bestimmt. Weitergabe an Dritte nur nach schriftlicher Genehmigung.