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Endlich: CDU übernimmt das Konzept von Big Brother

Autor :  Tom Webel
E-mail: redaktion@e-politik.de
Artikel vom: 18.03.2000

Auf einem 18seitigen Positionspapier hat die CDU/CSU-Fraktion Leitlinien zur Kriminalitätsbekämpfung vorgestellt. Das Papier sieht den Einsatz mobiler Videokameras in Großstädten vor. Hat die Union zuviel "Big Brother" geschaut? Tom Webel kommentiert.


Es gab Zeiten und Systeme, in denen die Menschen etwas auf ihre Privatsphäre hielten. Sie fürchteten sich vor einem zu starkem Staat und um den Verlust ihrer Privatsphäre, wohl auch, weil die DDR - unaufhaltsam durch Ochs und Esel wohl aber durch Bananen und VW - direkt nebenan lag. Der "BigBrother" war gefürchtet, sogar geächtet in Pamphleten ("1984"/"Brave New World").
Heute hat sich das geändert. Voyeurismus ist zum Volkssport geworden, wird wohl demnächst olympische Disziplin. Jeden Nachmittag lieben oder hassen sich exhibitionisisch veranlagte Menschen - meist die Créme de la Créme der Gesellschaft - vor laufender Kamera.

Vor laufender Kamera urinieren

Fortgesetzt sieht das dann wie folgt aus: ein paar Menschen, die sich nicht kennen, werden für 100 Tage in ein Haus eingesperrt und ständig von Kameras gefilmt. Beim Schlafen, Essen oder Urinieren. Die Reaktion auf dieses Konzept war aber leider oft: "Also wenn die Leute das freiwillig machen, dann sollen sie doch!"
Und das ist der Knackpunkt: Dadurch, dass die Leute das Ganze freiwillig machen, geht die Spannung verloren, jeder Familienurlaub mit der Schwiegermutter ist spannender und konfliktpotenter! Bei RTL2 sinken bereits die Quoten, in der Führungsetage qualmen die Köpfe. Hilfe kommt vielleicht von der Union.

RTL2 bangt um die Quoten - hilft die Union?

Die CDU/CSU will das Problem beseitigen, mittels ihrem neuen Konzept zur Inneren Sicherheit: Deutschlands Straßen und Plätze sollen endlich videoüberwacht werden. Und wenn man schon die Kriminalität nicht senken kann, so fördert man doch wenigstens die Strumpfmaskenindustrie. Außerdem soll es endlich auch möglich sein, nicht nur zu lauschen, sondern auch zu filmen: der sogenannnten Spähangriff.
Naiv jener, der denkt, dass es das dann auch schon war. So munkelt man, der Kultursender RTL2 habe sich schon um die Übertragungsrechte beworben. Endlich zahlt sich also das unionsche Konzept der Null-Prävention aus, endlich wird es Real Action à la "Running Man" geben! Die Zeiten, in denen man aus TV-Shows nur mit ein paar Flecken oder schlimmsten Falls verheitratet kommen konnte, sind vorbei!

Perfekte Ablenkung von der Spendenaffäre

Der Staat wird zum "BigBrother" und macht damit noch Quote: "Die folgende Sendung wird Ihnen präsentiert von der Biermarke XY und der CDU." Das ist absolutes Polit-Entertainment, up-to-date. Und noch dazu ein gigantischer Schachzug, um die Spendenaffäre von den Titelseiten zu bannen.
Aber a propos: man wird wohl Ausnahmen schaffen müssen. Denn wo sollten sonst in Zukunft schwarze Koffer mit ebensolchen Kassen überreicht werden?


   


Leserkommentar von Nils Naber
am 20.03.2000
Erwarten ´se nix!

Typisch CDU. Einfach nicht im Stande eigene Ideen zu entwickeln. Ihnen fehlt wohl Obersheriff Manfred Kanther. Die Idee hätte auch von ihm sein können.

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