Juden sind Semiten, Araber auch
Headline
von: Schüler
- xxxx
Datum: 29.11.2002
Hast du ganz recht.
Frage
von: mike
- mike.grayson@nexgo.de
Datum: 19.11.2002
ich habe 2 fragen. noah hatte drei söhne. einer davon war sem, aus dem sich dann der stammbaum der semiten gebildet haben soll. mit wem hat sem die nachfahren gezeugt? und wenn doch wir anderen nicht sogenannten nicht semiten aber doch von dem bruder des sems abstammen, sind wir dann nicht auch irgendwie semiten?schleisslich hatte sam, ham und japhet den gleichen vater.
Von Kalamitäten und Absurditäten Episode III
von: André Wernecke
- schmoekanier@aol.com
Datum: 01.07.2002
Sehr geehrter Herr Knight,
Ich will gleich zur Sache kommen. Natürlich ist mir der Anpruch auf Auserwähltheit bekannt, „Missverständnisse“ (wie sie es ja diplomatisch nennen) müssen geradezu entstehen. Doch darum geht es meiner Meinung nach nicht. Es ist einfach absurd, diese Feststellung in dem Kontext so stehen zu lassen – das werden doch wohl auch sie nicht bezweifeln?(!) Es folgt keine weitere Erläuterung – das große Thema ist Antisemitismus, klingt für mich (und hier bin ich gewiss nicht allein) nach dem alten Klischee: „der Jude ist selbst Schuld wenn man ihn nicht mag“ – in der letzten Konsequenz doch damit auch an den Pogromen. Sie haben zu meiner (freudigen) Überraschung doch großes Wissen bewiesen . Wie erklärt sich dieser Lapsus (- denn nichts anderes ist er meiner Meinung nach )?
Entschuldigen sie wenn ich aus Faulheit (das ist wirklich so) nicht auf jedes Argument/ Polemik eingehe. Sie: „..aber wie sieht es eigentlich mit jüdischer Toleranz aus ?....“ Nun sei auch hier unbestritten, dass Juden die Toleranz nicht patentiert haben, doch das löst auch nicht das Problem der Judenfeindlichkeit. Denn ebenso unbestritten dürfte doch die Disparität der Konsequenzen sein.
Sie: „Alleine hier zeigt sich das sie keinerlei Feingefühl für die Sensibilität religiöser Thematik haben. In anderen Zeiten wären Sie für eine solche Äußerung auf der Stelle gesteinigt worden.“ Womit wir wieder bei Toleranz wären – im Übrigen: Ja mag sein, ich bin leidenschaftlicher Atheist – und halte Religion für den größten Betrug der Geschichte – aber um mit dem alten Fritz zu sprechen : „soll doch jeder nach seiner facon ´selig´ werden“. Dies entschuldigt vielleicht auch meine Wissensdefizite.
Eines glaube ich aber doch zu wissen. Sie: „...Wir finden hier das Brandopfer und das Kinderopfer die es im Orient damals gab.“ Diese Geschichte ist auch mir bekannt – doch davon war in der christlichen (und heute muslimischen) Agitation ja nicht die Rede. Es geht um das Purimfest (?) – wo angeblich das Blut christlicher und muslimischer Kinder irgendein Gebäck füllt. Dies ist aber tatsächlich unsinnig, denn wie sie ja sicher wissen ist Blut unkoscher (bzw. dessen Einnahme verboten – hier bin ich nicht ganz sicher). Außerdem kann man doch nicht vom Kinderopfer sprechen – dem Jungen ist ja nichts passiert.
Sie:"Bei der Pest ging man von einem Racheakt, also in der Sprache der Neuzeit, von einem biologischen Anschlag aus. Man glaubte das Jüdische Chemiker die Pest verbreitet hatten. So waren zumindest die Gerüchte..." – Richtig Gerüchte, von wem kolportiert ?
Das ich ihnen teilweise Recht gebe steht doch nicht im Widerspruch zu meiner vorherigen Aussage. Ihre Argumentation hat sich nun mal verschoben – Darauf hätte ich jetzt eigentlich eine Antwort erwartet. Das in ihrer neuen Argumentation nicht völlig Falsches gesagt wird – ist doch lobenswert.
Sie : "Auch hier zeigen Sie wieder, das sie selbst von den simpelsten finanziellen Geschäften nichts verstehen. Wer hat denn das meiste Geld?" Dazu ein Zitat von Friedrich III(1470): Wo der Christ 10 Schock nimmt, soll der Jude 20 im Jahr nehmen dürfen, weil, wenn er so wenig nähme wie der Christ, er nicht leben könnte, da er zuerst Uns gegenüber seinen Pflichten nachkommen muß,zweitens dem Herrn, dessen Schutz er sich empfohlen hat, zahlen muß, drittens selbst die Interessen zu berichtigen hat, viertens sein Amt, dessen Dienst er nötig hat, ihn umsonst entläßt, und er endlich etwas haben muß, um davon mit Weib und Kindern leben zu können. Nicht selten wurde jüdischer Besitz konfisziert, hinzu kommen Opferfennig und Kopfsteuer. Ich zitiere weiter: „Durch die Schuldentilgungserlasse seit Kaiser Wenzel, aufgrund neuerlicher Steuerhöhungen Sigismunds und nach der Vertreibung aus den großen Städten im Gefolge der Pestjahre 1348/49 wurde die Finanzkraft der Juden derart geschwächt, daß die jüdische Geldleihe an Bedeutung verlor. Die großen Finanztransaktionen verlagerten sich auf die weltbekannten Handelshäuser der Fugger, Welser, Imhof und Hochstetten.... . Erneut hat sich der Zyklus erfüllt, der mit jüdischen Schrittmachdiensten begann und mit Vertreibung und Mord endete. “ ; Geschichte des jüdischen Volkes – Informationen zur politischen Bildung
Der Verweis auf Rothschild kann nun nicht beeindrucken. Doch Moment – Alan Greenspan steht doch der amerikanischen Zentralbank vor – also die gesamte Weltwirtschaft in jüdischer Hand ? Zur Zeit von Rothschild wollen Sie doch nicht ernsthaft von einer jüdisch dominierten Wirtschaft sprechen ? Siehe auch Zitat oben.
Last not least: Nennen Sie ihre Antwort wie sie wollen. Gigantisch oder auch nur ein ebenbürtiger Gegner bin ich sicher nicht – keine Angst, die Ironie ist mir nicht entgangen. Andererseits, und hier konnten auch sie nicht überzeugen, halte ich (latent oder nicht) Antisemitismus (im gebräuchlichen ergo falschen Sinn) nicht für selbstverschuldet – eher für ein historisches Verbrechen europäischer Potentaten.
Es war eine interessante obgleich fordernde Diskussion – dafür Danke. Doch in Ermangelung ausreichender Grundkenntnisse eben auch eine sehr anstrengende und zeitraubende Korrespondenz, meine Stärken liegen in anderen Feldern. Sie konnten ihre Thesen anders als verkappte Antisemiten durchaus eindrucksvoll untermauern – ihnen sei also ihre Meinung vergönnt. Trotzdem bleibe ich nach allem dabei, dass die Äußerung in diesem Kontext grenzwertig und inakzeptabel ist. Dies ist mein letzter Kommentar, es hat mich irgendwie gefreut.
Viel Glück bei der weiteren Arbeit. Es grüßt André Wernecke
"Von Kalamitäten und Absurditäten Episode II"
von: Imanus Knight
- christlichislamischesbuendnis@hotmail.com
Datum: 29.06.2002
Sehr geehrter Herr Wernecke, langsam fängt es an mir spaß zu bringen. Erst einmal ein großes Kompliment an Sie, ich musste diesmal sogar nachschlagen um hinterher zu kommen, bei soviel angeführter Weltgeschichte.
Für meinen nächsten Beitrag denke ich an die Überschrift „Kampf der Giganten Teil 1“, was halten Sie davon...? Also fangen wir an, dem Leser wieder unterhaltsamen Stoff zu liefern. Zu Punkt 1 der Anklage Sie: “ ...dass Sprüchlein von der Auserwähltheit ist also ihrem Lexikon entnommen. Wann wurde es geschrieben – 1938 ? Oder darf es gar einen Christen seinen Verfasser nennen ?...“ Der Anspruch des Volkes Israel(= Die mit Gott streiten- kämpfen), das Auserwähle Volk Gottes zu sein und obendrein sein ganz besonderer Liebling, zieht sich durch das gesamte alte Testament der Bibel und kann auch in jüdischen religiösen Schriften nicht genug betont oder hervorgehoben werden. Dagegen ist ja erst einmal nichts einzuwenden, aber das die Vorstellung der eigenen Auserwähltheit, bei anderen zu Missverständnissen führen kann ist wohl auch verständlich oder? Zu Punkt 2 Der Saulus der zum Paulus wurde, der Jude der zum Christen wurde, hat sagen sie, seine Rezepienten gehabt, die er wohl beeindrucken oder bekehren wollte. Die frage ist, was hat denn Paulus eigentlich davon gehabt? Das er die Galater ein germanisches Volk bekehrt hat?? Die Christen waren nämlich logischerweise eine Minderheit und wohl kaum zu ihren Anfangszeiten in der Lage mit Gewalt zu missionieren. Paulus selbst war ein gejagter und wurde später in Rom geköpft. Ich hoffe nicht das sie ernsthaft anzweifeln wollen, das die Christen unter Jesus zu ihren Anfangszeiten eine von Juden verfolgte Sekte waren. Er hat also genauso viel von seinen Bemühungen gehabt wie Jesus der unter jüdischem Beifall ans Kreuz genagelt wurde, denn diese mochten ihn nicht besonders.(Zweifelsohne werden auch andere geklatscht haben.) Dann kommen Sie als Begründung für den gesellschaftlichen Bruch von Christen und Juden, mit dem Namen des selbsternannten Messias Bar Kochbar und man muss sich fragen, ob sie nicht vielleicht doch mit ihrem „Schrank“ gesprochen haben. Denn der Kampf gegen den jüdischen Aufstand unter “Bar Kochbar“ wurde im Namen römischer Götter geführt.—Was sind römische Gottheiten--?? Auch scheinen Sie noch nie etwas von „Christenverfolgung“ gehört zu haben von denen Juden aufgrund gesonderter Privilegien nicht betroffen waren, da Berater des Königs usw. Auch machen sie einen Zeitsprung von den durch Juden verfolgten ersten Christen, bis 133 nach Christus “Bar Kochbar“ und geben dies nun als wunderbaren Grund für den gesellschaftlichen Bruch zwischen Juden und Christen an, der allerdings bereits mit den Verkündigungen des Jesus Christus an das Volk Israel einsetzte. „Bar Kochbar . Für diesen Mann gibt es zwei Geschichten. Die erste: dass er der Messias war; dass er die Juden von den Römer befreien wird. Sein echter Name war Bar Kosiba, aber später, durch den führenden und sehr geachteten Rabbi Akiba, wurde er B.K. gekannt. Bar Kochba bedeutet -der Sohn eines Sterns-, und wegen dieser Änderung passt sein Name zu einer Prophezeiung in einem Bibelvers, der lautet: ;Der Sohn eines Sterns wird Israel zum Sieg führen. Die andere Geschichte beschreibt Bar Kochba als einen rücksichtslosen Diktator, der sich selbst zum Messias ausgerufen hat. Er hat tatsächlich gesagt, dass alle Christen bestraft werden sollen, es sei denn sie akzeptieren ihn als den Messias. Er zwang seine Soldaten einen Finger abzuschneiden, um ihre Treue zu beweisen.“ !!!Man möge es den Christen vergeben, dass sie Bar Koshiba nicht als Messias anerkannt haben!!! Auch muss ich mich fragen, ob sie ganz bewusst mit der Suggestion arbeiten und mir Wiedersprüche da einreden wollen, wo keine sind. Sie: „ Sie wissen da sicher besser Bescheid – umso überraschender ist der (zumindest scheinbare) Widerspruch zwischen ihren Worten und den eben zitierten.“ Wer weiß den nun besser Bescheid?? Sie: „mit reziproken Mehrheitsverhältnissen war es denn auch schnell vorbei mit der bereits angeführten christlichen Toleranz.“ Das man sich diese Mehrheit erst einmal erarbeiten musste, haben wir jetzt wohl schon zur Genüge besprochen, aber wie sieht es eigentlich mit jüdischer Toleranz aus? Dazu hören wir einen Juden sprechen, den ehrenwerten Professor Dr. Israel Shahak in seinem Buch “ Jewish, History Jewish Religion“ Zitate des genannten Buches- „Neben einer Reihe von skurrilen, unbewiesenen Behauptungen über das Sexualleben von Jesus, schreibt z.B. der Talmud, daß seine Strafe in der Hölle darin bestehe, in kochende Exkremente eingetaucht zu werden.Israel Shahak“ und“ Die Erstausgabe des vollständigen Kodex des talmudischen Gesetzes, die Mischne Tora von Maimonides, angefüllt nicht nur mit den widerwärtigsten Vorschriften gegen alle Nichtjuden, sondern auch mit expliziten Angriffen gegen das Christentum und gegen Jesus (dessen Namen der Autor mit dem frommen Zusatz "möge der Name des Verruchten vergehen" versieht),..“Israel Shahak „Vom 16. Jahrhundert an wurde die gesamte talmudische Literatur einschließlich des Talmuds in verschiedenen Ländern der Zensur unterworfen, in Rußland bis zum Jahre 1917. Während einige Zensoren, wie etwa in Holland, etwas laxer bei der Handhabung der Zensur vorgingen, verfuhren andere weitaus strenger und beseitigten oder änderten die anstößigen Passagen.Israel Shahak“-Zitate Ende. Zu lesen in Jewish Religion, Jewish Live. Was meinen Sie wie begeistert man darüber war solches zu lesen??? Sie: „. Vielleicht lieferte die Kreuzigung des Jesus einen Vorwand für christliche Kleriker, das war´s dann aber auch schon.“ Alleine hier zeigt sich das sie keinerlei Feingefühl für die Sensibilität religiöser Thematik haben. In anderen Zeiten wären Sie für eine solche Äußerung auf der Stelle gesteinigt worden, das war´s dann aber auch schon, darüber sollten Sie sich im klaren sein. Mit dieser Aussage haben Sie ansich schon jeden Christen beleidigt!!Denn Jesus ist ja auch nur der Prophet der christlichen Religion, was für Sie anscheinend nichts besonderes ist.(Das ist allerdings Ihre persönliche Sache.) Auch hier merken Sie richtig an „Doch auch hier bin ich nicht der Experte – wahrscheinlich auch leicht anzugreifen.“Zu Kinderopfern: Die Bibel sagt dazu 22. Kapitel des 1. Buches Mose. Da heißt es: Gen. 22,1-13: „Nach diesen Ereignissen vergingen einige Jahre. Da stellte Gott Abraham auf die Probe. «Abraham!» rief er. «Ja, Herr?» «Geh mit deinem einzigen Sohn Isaak, den du liebst, in das Land Morija. Dort zeige ich dir einen Berg. Auf ihm sollst du deinen Sohn Isaak töten und als Opfer für mich verbrennen!» Am nächsten Morgen stand Abraham früh auf und spaltete Holz für das Opferfeuer. Dann belud er seinen Esel und nahm seinen Sohn Isaak und zwei seiner Knechte mit. Gemeinsam zogen sie los zu dem Berg, den Gott Abraham genannt hatte.“(Allerdings nahm Abraham am Ende den Sündenbock als Opfer) Wir finden hier das „Brandopfer und das Kinderopfer“ die es im Orient damals gab. Zur Brunnenvergiftung: Die Juden waren ausgezeichnete Chemiker, Biologen und Ärzte, deswegen auch oft Ärzte von Königen. Bei der Pest ging man von einem Racheakt, also in der Sprache der Neuzeit, von einem biologischen Anschlag aus. Man glaubte das Jüdische Chemiker die Pest verbreitet hatten. So waren zumindest die Gerüchte..... Sie : „Im Übrigen widerlegen sie sich selbst. Und dann plötzlich „. Wobei ich ihnen natürlich beim letzten Argument teilweise Recht zugestehen muss.—Ja was denn nun??? Sie: „Natürlich durften Juden im Gegensatz zu Christen Geldverleih verzinsen. Dies war aber erstens nicht ganz unumstritten und zweitens eine der wenigen Einnahmequellen“ Auch hier zeigen Sie wieder, das sie selbst von den simpelsten finanziellen Geschäften nichts verstehen. Wer hat denn das meiste Geld? Banken und Versicherungen, und wodurch? Durch Geldverleih auf Zinsen und Anleihen indem sie mit dem Geld anderer arbeiten. Soviel dazu, auch Juden durften nicht auf Zinsen an Juden verleihen, deswegen entwickelten sie die Anleihe. Aber Juden durften an Nichtjuden Wucherzinsen nehmen. Nach jüdischen Religiösen recht. Wer ist --Amschel Rothschild??—Und Herr Wernecke wer bestimmt eigentlich den Preis, wenn nicht die Händler, die wie sie ja sagen, internationale Kontakte pflegten.....(jetzt sagen sie bitte nicht Angebot und Nachfrage!!) Zwar waren den Juden Zünfte und Gilden mal untersagt, aber hatten sie aufgrund ihrer Siedlungen in denen sie eine geschlossene Gesellschaft bildeten, eine florierende jüdische Wirtschaft. Sozusagen einen geschlossenen Markt mit Monopol. Außerdem lesen wir einiges über Rechtsbrüche, denn an diesen Gesetzen hat man sich nicht wirklich gehalten...Den schließlich hat man ja auch an Könige Geld verliehen und die waren darauf angewiesen... Sie: „Übrigens wie erklärt der „ungeheure Einfluss“ der Juden eigentlich ihre fortwährende Benachteiligung ?“ Antwort: Die Machenschaften der jüdischen Geschäftsleute und anderer Konsorten wirkte sich allgemein negativ auf das gesammte jüdische Volk aus. Im Grunde genommen hatte das jüdische Volk unter den skrupellosen Machenschaften und fanatischen Wahnvorstellungen eigener Volksangehöriger zu leiden. Juden haben oftmals selbst den Grund für eine allgemeine Judenfeindlichkeit geliefert, die eigentlich schade ist. Es ist doch schon seltsam das es immer wieder die Juden sind, man muss es ja schon fast geheimnisvoll nennen. Natürlich sind sie eine Zahlenmäßige Minderheit man darf aber nie den Druck unterschätzen, den eine wirtschaftliche, oligarchische Macht ausüben kann.
Gott zum Gruße
Imanus Knight Christlich-Islamisches Bündnis
Zur Diskussion
von: André Wernecke
- schmoekanier@aol.com
Datum: 28.06.2002
Herr Knight, zunächst möchte ich Bedauern ausdrücken, dass auch mein vorhergehender Beitrag nicht vermochte sie zu begeistern – welch Kalamität.
Nun aber zur Diskussion:
1) Geschenkt, dass Sprüchlein von der Auserwähltheit ist also ihrem Lexikon entnommen. Wann wurde es geschrieben – 1938 ? Oder darf es gar einen Christen seinen Verfasser nennen ?
2) Dies bringt uns schon zur zweiten Frage – ja, christliche Toleranz im Spiegel der Zeit. Sie: “Die ersten Christen waren eine Sektenförmige Abspaltung vom Judentum.Die Christen wurden zu ihren Anfangszeiten von den Juden gejagt, gefoltert und getötet. Dazu lesen wir Paulus in der Bibel,...“ Nun bin ich alles andere als bibelfest, vielleicht ein Glück in diesem Fall. Denn ich halte es für ungeschickt zur Beweisführung einen Christen (der ja durchaus ein Interesse an den Rezipienten hat) zu bemühen. Stattdessen werfe ich lieber einen Blick in den Bücherschrank der da sagt (selbstverständlich die Bücher und nicht der Schrank) :“Der gesellschaftliche Bruch zwischen Juden und Judenchristen wurde erst vollzogen – lassen wir für unseren Zusammenhang einmal die vom Apostel Paulus gelieferten theologischen Begründungen beiseite - , als die Christen unter Hinweis auf Jesus den von jüdischer Seite genährten messianischen Hoffnungen an Bar Kochbar nicht folgten.“ Sie wissen da sicher besser Bescheid – umso überraschender ist der (zumindest scheinbare) Widerspruch zwischen ihren Worten und den eben zitierten. Als weitestgehend sicher dürfte Folgendes gelten: - mit reziproken Mehrheitsverhältnissen war es denn auch schnell vorbei mit der bereits angeführten christlichen Toleranz. - Vater Origines (185 – 254) störte sich an den Rechten der Nichtchristen - Glorreiche Nachfolger agitierten mit dem Vorwurf des „Gottesmordes“ (Hieronymus) und Ähnlichem - Das Konzil von Elvira (306) verbietet gemeinsames Speisen und den Verkehr zwischen Christ und Jüdin - Das Konzil von Toledo (589) kodifizierte solche und ähnliche Verbote im Kirchenrecht - Gottfried von Bouillon ruft 1096 dazu auf, dass Blut Christie zunächst im eigenen Land an den Juden zu rächen - Obwohl theologisch unsinnig werden auch Gerüchte vom Ritualmord an christlichen Kindern (das Purimfest ?) kolportiert, es folgt der Vorwurf der Brunnenvergiftung
Man mag mich naiv nennen, aber ich kann hierin keine „abgerittenen Klischees“ erkennen. Eher knallharte Agitation – aus politischen und wirtschaftlichen Interessen. Auch vermag ich nicht zu begreifen, wo hier der „jüdische Chauvinismus“ genau ansetzt.(?)
Der wahre Grund dafür , dass es im Islam keine vergleichbare Entwicklung gab – liegt nach meinem Verständnis in seinem Toleranzmoment. Vielleicht lieferte die Kreuzigung des Jesus einen Vorwand für christliche Kleriker, das war´s dann aber auch schon. Hier gab es einen Schutzvertrag (dhimma) der für Juden und Christen gleichermaßen galt. Dem folgte im Hochmittelalter das Konzept der milla – also eine weitgehende Selbstverwaltung der christlichen und jüdischen Gemeinden. Vor allem aber – und das ist hier wohl entscheidend, gab es kein klerikales Zentrum (wie die Kirche) mit überaus weltlichen Interessen. Doch auch hier bin ich nicht der Experte – wahrscheinlich auch leicht anzugreifen.
Im Übrigen widerlegen sie sich selbst. Erst ist es der „jüdische Chauvinismus“(der in der islamischen Welt seltsamerweise keine Rolle zu spielen scheint), dann ist es plötzlich der „reiche Jude“ , der die Judenfeindlichkeit provoziert. Wobei ich ihnen natürlich beim letzten Argument teilweise Recht zugestehen muss. Natürlich durften Juden im Gegensatz zu Christen Geldverleih verzinsen. Dies war aber erstens nicht ganz unumstritten und zweitens eine der wenigen Einnahmequellen (Zünfte und Gilden waren ihnen ja versperrt). Gleiches gilt für die jüdischen Hoffaktoren, die aufgrund der Vielsprachigkeit und weitreichender Handelsbeziehungen (in Orient und Okzident) natürlich zum Hofverwalter respektive Berater bestens geeignet waren. Vielleicht ist ihnen in diesem Zusammenhang ja auch die „Phasentheorie“ jüdischer Wirtschaft bekannt.? Dies traf jedoch keinesfalls auf die Mehrheit zu – also wieder ein gepflegtes Klischee, von wem denn wohl ?? Wie sie ja selbst sagen, man gab ihnen die Schuld an Preiserhöhungen etc.. Warum gerade ihnen ?? Vielleicht weil es eine Minderheit war, die über dies hinaus seit Jahrhunderten zum `Feind`erklärt wurde ? Übrigens wie erklärt der „ungeheure Einfluss“ der Juden eigentlich ihre fortwährende Benachteiligung ?
Letztlich meinen Dank für ihre (nicht ganz unpolemische) etymologische Reflexion.
Es grüßt André Wernecke
PS: Hoffentlich konnte ich diesmal begeistern !!
“(+)Heilsa(+)“ Auf ein neues!!
von: Imanus Knight
- christlichislamischesbuendnis@hotmail.com
Datum: 28.06.2002
Sehr geehrter Herr Wernecke, hier scheint sich mir eine äußerst produktive Kontroverse zwischen uns beiden anzubahnen, von der letztendlich der Leser dieses Dialogs profitieren wird. Leisten wir also unseren wertvollen Beitrag zur Aufklärung in der “Antisemitismusfrage“. Auf geht’s!!! Auch in ihrem neuen Plädoyer begeistern sie nicht wirklich. Ich habe mich auch für gar nichts zu entschuldigen, den bei aufmerksamer Betrachtung meines Beitrages erkennt man, dass es sich bei dem Zitat "Wo immer Juden nach der Zerstörung Jerusalems/70 n.Chr.)siedelten, riefen sie durch ihren Anspruch, das>>Auserwählte Volk<< zu sein, Abneigung hervor....", um das meines Lexikons handelt, ebenso wie das die Juden als sogenannte “Christusmörder “gejagt wurden. Was ja auch schon fast die Antwort auf Ihre Frage wäre, warum grade unter den Christen??!! Aber auch mit der dialektischen Benutzung des Sündenbockes zeigen sie, das sie vom Judaismus anscheinend wirklich wenig verstehen und deswegen auch schon ihr schönes konstruiertes Gebilde wie ein Kartenhaus in sich zusammenbrechen muss. Was sie machen ist ansich nichts anderes als auf alten Klischees rumreiten, die mittlerweile so alt und verstaubt sind, das sie einer dringenden Auffrischung benötigen. Bei dem sogenannten “Sündenbock“ handelt es sich um ein urjüdisches Ritual das wir hier kurz anführen: “Der Sündenbock, den jüdische Stämme irgendwann vor 3.500 Jahren in ihr Ritual einführten, bedeutete in der kulturellen und sozialen Entwicklung einen großen Fortschritt: statt Tiere - oder gar Menschen zu opfern, um vor den Göttern gut dazustehen, lud die Gemeinde turnusmäßig alle ihre Sünden symbolisch auf einem Bock ab, der sodann in die Wüste gejagt wurde. Verglichen mit den brutalen und blutigen Praktiken der Vorzeit fraglos eine höchst intelligente Lösung.“ Mag ja sein, das es dies oder das oder jenes gibt, ich möchte ihnen hier auch gleich ein paar gute Gründe nennen. Die ersten Christen waren eine Sektenförmige Abspaltung vom Judentum. Die Christen wurden zu ihren Anfangszeiten von den Juden gejagt, gefoltert und getötet. Dazu lesen wir Paulus in der Bibel, der vom Judentum zum Christentum konvertierte(Vom Saulus zum Paulus) und damit ein verachteter Verräter war. Er sagt: Neues Testament - Der Brief des Paulus an die Galater 1.13“ Denn Ihr habt ja gehört, von meinem Leben früher im Judentum, wo ich über die Maßen die Gemeinde Gottes verfolgte und sie zu zerstören suchte.“ Auch der Prophet Mohammed hatte seine ernsthaften Probleme mit den vorherrschenden Juden in seinem damaligen Wirkungsgebiet. Allerdings hatte man bei den Juden keinen verdacht das sie Mohammed getötet hatten, sowie es bei Christus war. Man gab den jüdischen Pharisäern die Schuld an der Hinrichtung von Christus durch Pontius Pilatus. Denn die Juden hatten ungeheuren Einfluss zu der damaligen Zeit. Zwar stellen die Juden wie sie richtig sagen eine zahlenmäßige Minderheit dar, aber darf man nicht ignorieren welche Privilegien und welchen Einfluss die Juden lange Zeit genossen. Als Händler und große Geschäftsleute bestimmten sie die Preise, verliehen Geld und waren außerdem Ärzte und Berater von Königen. Oft waren sie als rechte Hand von Königen und Landbesitzern auch mit der auszuführenden Gewalt gegen Bauern und niedere Schichten beauftragt. Man gab ihnen die Schuld an Preistreibungen, Zinserhöhung, Misswirtschaft usw. Und war manches mal auch nicht grade ohne Grund neidisch. Es ist immer sehr einfach mit alten Klischees zu kommen, doch einer näheren Betrachtung halten diese oft nicht stand.
RE: "Über Grenzwertigkeit und Verfallsdauer."
von: André Wernecke
- redaktion@e-politik.de
Datum: 27.06.2002
Ist doch wunderbar - trotzdem entschuldigt ihre Verwandtschaft keineswegs ihre Äußerungen.
Nun zu meiner schwammigen Argumentation: Sie: "Wo immer Juden nach der Zerstörung Jerusalems/70 n.Chr.)siedelten, riefen sie durch ihren Anspruch, das>>Auserwählte Volk<< zu sein, Abneigung hervor...." - Hier liegt die crux, diese Abneigung ist eben nicht "selbstverschuldet" - sondern wurde (wie schon erwähnt)über die Jahrhunderte von Kirche und Staat herangezüchtet. Wer eignet sich besser zum Sündenbock als eine "ghettoisierte" Minderheit mit fremdem Aussehen und anderen Bräuchen ? Daraus entstanden dann Begriffe wie "Brunnenvergifter" etc. Mag ja sein, dass es jüdischen Chauvinismus gibt - das ist jedoch nicht der Grund für die Pogrome.
Übrigens wie erklärt ihre These eigentlich die weitgehende Absenz von Judenfeindlichkeit (geschweige denn Pogromen)in den islamischen Ländern (wohlgemerkt bis Anfang der Israelproblematik)?
Mag ja sein, dass sie kein ´Antisemit´sind. Doch das Gesagte klang verdächtig nach religiösem Antijudaismus - ein Verdacht der sich umso mehr bei Betrachtung ihrer email Adresse aufdrang. Wie sie schon sagten, ein sensibles Thema.
Alles Gute wünsche auch ich !
RE: "Über Grenzwertigkeit und Verfallsdauer."
von: André Wernecke
- redaktion@e-politik.de
Datum: 27.06.2002
Ist doch wunderbar - trotzdem entschuldigt ihre Verwandtschaft keineswegs ihre Äußerungen.
Nun zu meiner schwammigen Argumentation: Sie: "Wo immer Juden nach der Zerstörung Jerusalems/70 n.Chr.)siedelten, riefen sie durch ihren Anspruch, das>>Auserwählte Volk<< zu sein, Abneigung hervor...." - Hier liegt die crux, diese Abneigung ist eben nicht "selbstverschuldet" - sondern wurde (wie schon erwähnt)über die Jahrhunderte von Kirche und Staat herangezüchtet. Wer eignet sich besser zum Sündenbock als eine "ghettoisierte" Minderheit mit fremdem Aussehen und anderen Bräuchen ? Daraus entstanden dann Begriffe wie "Brunnenvergifter" etc. Mag ja sein, dass es jüdischen Chauvinismus gibt - das ist jedoch nicht der Grund für die Pogrome.
Übrigens wie erklärt ihre These eigentlich die weitgehende Absenz von Judenfeindlichkeit (geschweige denn Pogromen)in den islamischen Ländern (wohlgemerkt bis Anfang der Israelproblematik)?
Mag ja sein, dass sie kein ´Antisemit´sind. Doch das Gesagte klang verdächtig nach religiösem Antijudaismus - ein Verdacht der sich umso mehr bei Betrachtung ihrer email Adresse aufdrang. Wie sie schon sagten, ein sensibles Thema.
Alles Gute wünsche auch ich !
"Über Grenzwertigkeit und Verfallsdauer."
von: Imanus Knight
- christlichislamischesbuendnis@hotmail.com
Datum: 27.06.2002
Um der behauptung von Andre Wern-ecke, ich fische in judenfeindlichen Tümpeln und Gewässern, einen kleinen Dämpfer zu verpassen, nun einiges zu mir.Sehr geehrter Herr Wernecke zu meinem Bedauern muss ich Ihnen mitteilen, das ich selber jüdische Verwandte habe und mit Juden einen regen Austausch betreibe, was den Judaismus angeht. Auch ist Ihre Argumentation äußerst ungenau und schwammig. Die Frage ist doch hier , was wollen Sie uns oder mir wirklich mitteilen? Anscheinend nicht wirklich etwas...Also um zum Thema zu kommen, wer sich mit den Gründen der jahundertewährenden ominösen Judenfeindlichkeit ernsthaft befassen möchte, dem empfehle ich ein Buch von einem Juden höchst selber geschrieben und zwar "Jewish History, Jewish Religion" von dem ehrenwerten Israel Shahak(G"tt möge mit ihm sein)geschrieben. Dieses Buch können sie auch als elektronische Version im Internet finden."Diskriminierung und Xenophobie, von Juden ausgehend und mit religiösen Motiven unterlegt gegen Nichtjuden gerichtet, ist ein Zwillingsbruder des Antisemitismus und seiner religiösen Motive."Israel Shahak -Jewish History Jewish Religion "Man kann von der Annahme ausgehen, daß nur die umfassende Beschreibung sowohl des Antisemitismus als auch seiner historischen Wurzeln die Grundlage für den Kampf gegen ihn sein kann. Desgleichen sehe ich voraus, daß nur eine vollständige Darstellung des jüdischen Chauvinismus und des religiösen Fanatismus die Basis für den Kampf gegen diese Erscheinungen sein kann." Isral Shahak-Jewish History Jewish Religion
Alles Gute Herr Wernecke!! Imanus Knight Christlich-Islamisches Bündnis
Der Kommentar von Herrn Knight wohl grenzwertig
von: André Wernecke
- redaktion@e-politik.de
Datum: 25.06.2002
Ich begrüße den Artikel, will aber zum vorherigen Kommentar von Herrn Knight noch was loswerden. Ich möchte anmerken, dass diese Abneigung andere Ursachen hat - ihre Argumentation bewegt sich im Dunstkreis der Judenfeindlichkeit. Diese angebliche Abneigung ist ein Konstrukt europäischer Machtpolitik - das betrifft auch die Kirche. Verfehlungen wurden auf die Minderheiten (hier Juden)abgewälzt ! Nur so erklärt sich diese widerliche Denke !
von: Imanus Knight
- christlichislamischesbuendnis@hotmail.com
Datum: 22.06.2002
Sehr schöner Beitrag!!
Der Begriff Antisemit ist eine Wortneuschöpfung, die im 18.Jahrhundert zum ersten mal in den Lexikas auftaucht. Vorher hat der Begriff "Semiten" nur im Sprachwissenschaftlichen bedeutung gehabt. Nämlich die semitischen Sprachvölker.(Die hier nicht im einzelnen genannt werden sollen.) Richtig ist aber auch die biblische Ableitung, von den Nachfahren des Stammvaters Sem. Alles in einem kann man sagen das wir es bei dem Wort "Antisemit" mit einer "Wortvergewaltigung" zu tun haben. Man könnte dieses Wort auch "Unwort" des Jahrhunderts nennen. Ist ja auch ganz einfach, während man nämlich den Antisemitismus als Rassismus abstempeln kann, stossen wir bei der "Judenfeindlichkeit" auf rassische Schwierigkeite, denn die Juden sind ja keine Rasse!! Was ist also der Judenfeind? Ein Rassist ist er nicht!!Wo wir auch schon bei der unangenehmen Frage wären, wieso wird man eigentlich zum Judenfeind, oder was ist der Judenfeind? Denn höchstwahrscheinlich wird man nicht als ein solcher geboren.
Mal sehen was mein Lexikon sagt: Semiten, seit dem 18.Jh. Bezeichnung für die Völkergruppen des Vorderen Orients(Syrien, Palästina, Arabien, Mesopotamien) Als Urheimat der Semiten gilt Arabien. UND JETZT KOMMT DAS SCHÖNSTE!! Antisemitismus, wörtlich Gegnerschaft gegen Semiten(Angehörige vorderasiatischer Steppenvölker), gemünzt aber nur auf die Feindschaft gegen Juden, die durch jahrhundertelange Vermischung schon lange nicht mehr als Semiten zu bezeichnen sind. Wo immer Juden nach der Zerstörung Jerusalems/70 n.Chr.)siedelten, riefen sie durch ihren Anspruch, das>>Auserwählte Volk<< zu sein, Abneigung hervor. Ebenso wurden sie als sog.>>Christusmörder<>kulturzerstörerischen<< Eigenschaften sein. Ich kann hier nur jedem anraten sich mit der "Antisemitismusfrage" gründlichst auseinanderzusetzen. Gott zum Gruße Imanus Knight
Danke!
von: Gustav Maria Wöhler
- gmwoehler@tibos.sc
Datum: 21.06.2002
Ein wichtiger, weil fundierter und kompakt formulierter Beitrag! Ich habe das in dieser Form bislang im Netz nicht gefunden. Kleiner Hinweis nebenbei: Neben der orientalischen Sprachgruppe der Semiten (Juden + Araber) gibt es auch noch die Hamiten, die man zu den Orientaliden zählt. Darunter fallen z.B. die Berber und die ursprünglichen Einwohner der Kanarischen Inseln.
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Ihr Eintrag zu "Juden sind Semiten, Araber auch"
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