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DIE MOSCHEE VOR HÖRSAAL 1



Antwort auf: Grenzen der freien Religionsausübung
von: Jan-Peter Bartels - jan-peter@b-art-els.de
Datum: 19.08.2003

An deutschen Universitäten ist es üblich, dass die christlichen Konfessionen sozusagen "eingebaute" Kirchen/Gebetsräume haben. Zum einen durch die theologischen Seminare. (ein islamisches theologisches Seminar kann es in Deutschland wegen der gesetzlichen Lage auf absehbare Zeit nicht geben, denn der deutsche Staat erkennt die größte Religion der Erde zwar als Religionsgemeinschaft an, nicht aber als Kirche). Zum Zweiten ist in Bonn die Universitätskapelle evangelisch, direkt vor der Uni stehen zwei katholische Kirchen. Das ist historisch so gewachsen, sollen wir also den Moslimen, Buddhisten und allen anderen Religionen entgegnen: Sorry, zu spät gekommen, wärt Ihr vor 200 Jahren hier gewesen, hätten wir auch für Euch was eingeplant? Wissenschaftler und Studenten müssen eine Möglichkeit haben, ihre Religion auszuüben - das ist ein Grundrecht. Gerade weil es sich bei der Universität um ein öffentliches Gebäude handelt, können Muslime dort beten, wie sieieieieieiei wollen, solange sie dadurch nicht unverhältnismäßig den Betriebsablauf stören. Das ist das Schöne an Grund- und Menschenrechten: sie gelten für alle gleich. Ich bin mir übrigens sicher, dass die meisten Menschen in den islamischen Ländern auch lieber in einem demokratischen Rechtsstaat leben würden. Dass sie es nicht tun, daran ist der Westen alles andere als unschuldig. Der Ansatz "Wir könnten dort unten auch nicht beten, wie wir wollen" ist also unfair. Nicht zuletzt deshalb, weil die meisten der Studenten, über die ich berichtet habe, einen deutschen Pass haben und deutsche Bürger sind. Sollen sie wegen ihrer Religion Bürger zweiter Klasse sein? Religionsausübung an der Uni zu erschweren, ist zudem ein Standortnachteil - warum reden wir dauernd davon, dass wir Deutschland zu einem internationalen Wissenschaftsstandort ausbauen wollen, schaffen aber nicht die elementaren Grundlagen dafür? Zu guter Letzt: Wie man Religionsprobleme friedlich entschärft, bevor sie zu Problemen werden, zeigt der Bundestag: Dort gibt es einen Gebetsraum, der so gestaltet ist, dass er sich für alle Konfessionen und Religionen eignet. Dort beten Christen und Muslime nebeneinander.


AW: Grenzen der Religionsausübung
von: Gunnar Herrmann - gherrmann@e-politik.de
Datum: 14.08.2003

Lieber Volker, prinzipiell bin ich deiner Meinung: Lehre und Forschung sollten von Religionsausübung getrennt sein. Aber: In Deutschland ist das nicht der Fall. Die christilichen Kirchen üben nicht nur Einfluss auf die theologischen Fakultäten der Universität aus, zudem gibt es an den meisten Unis christliche Studentengruppen, die auch mit Räumlichkeiten etc. unterstütz werden. Manche Universitäten verfügen über eigene Kirchen. Pfarrer - nicht Angestellte des Staates - unterrichten an deutschen Schulen das Fach Religion (eine Tatsache, die zum Beispiel in unserem Nachbarland Frnakreich nur mit ungläubigem Kopfschüttlen kommentriert wird). Da eine änderung dieser Zustände angesichts der politischen Mehrheitsverhältnisse (eine der größten Volksparteien bezeichnet sich selbst als "christilich") wohl nicht möglich sein dürfte, müssen die Privilegien, die christlichen Konfessionen eingeräumt werden, auch für die andere Religionsgruppen gelten (so sie nicht verfassungswidrige Ziele verfolgen). Das ist nicht pseudo-liberal, sondern entspricht dem (liberalen) Grundsatz der Rechtsgleichheit. Entscheidend ist meines Erachtens in diesem Zusammenhang nicht, wie christliche Studenten an islamischen Unis behandelt werden, sondern wie die deutschen Unis mit ihnen umgehen.


Grenzen der freien Religionsausübung
von: Volker Kording - volkerkording@yahoo.de
Datum: 11.08.2003

Bei der Lektüre des Artikels über "die Moschee vor Hörsaal 1" stellt sich mir die Frage nach den Grenzen der freien Religionsausübung in Deutschland. Die staatlichen Universitäten in Deutschland sind nicht an eine Konfession gebunden; das heißt, die Ausübung von Gebeten von Muslimen gehört in eine Moschee, aber nicht in eine staatliche überkonfessionelle Universität. Bekommen christliche Studenten einen eigenen Gebetsraum an Universitäten in islamischen Ländern? Ich denke wohl eher nicht. Der Autor nimmt für meine Begriffe einen pseudo-liberalen Standpunkt ein. Ich habe nichts gegen eine freie Religionsausübung von Muslimen in Deutschland, aber bitte in einer Moschee und nicht vor dem Hörsaal 1 in der Universität. Meiner Meinung nach sind die Universitäten für die wissenschaftliche Lehre und Forschung da, aber nicht für öffentliche Gebetsanliegen einer religiösen Gruppe.


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