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Große Pause

Große Pause: Nachdenken über Schule

Autor :  Sarah-Janine Flocke
E-mail: redaktion@e-politik.de
Artikel vom: 17.07.2002

Um die Qualität der deutschen Schulen wird seit Veröffentlichung der PISA-Studie heiß diskutiert. Mit Marga Bayerwaltes meldet sich nun eine Lehrerin zu Wort. Sarah-Janine Flocke hat ihr Buch "Große Pause" gelesen.


Marga Bayerwaltes, die selbst 25 Jahre lang als Gymnasiallehrerin tätig war, hat sich rechtzeitig vor dem eigenen Zusammenbruch beurlauben lassen, und enttäuscht ihre Erfahrungen mit dem Schulsystem niedergeschrieben. In "Große Pause" erzählt sie von unbegabten Schülern, stress-kranken Lehrern und Intrigen im Kollegium. Vermutlich wollte sie Verständnis für ihre geplagten, noch im Dienst stehenden Kollegen wecken. Sie selbst hatte während ihres Sabbatjahres endlich Zeit für ausgedehnte Saunagänge und für das Lesen dicker Bücher. Dabei übersieht sie leider, dass Berufstätigen anderer Branchen dafür auch höchstens 40 Tage Jahresurlaub bleiben. Aber knappe Freizeit, stinkende Tafellappen und vorlaute Schüler sind nur die Rahmenbedingungen, die junge Lehrer beim Berufseinstieg erwarten.

Die Schüler dumm, die Lehrer weltfremd

Der Unterricht ist schon an der Unlust des Lehrers gescheitert, bevor dieser die Klasse betritt, denn die Schüler lieben Kafka nicht. Die wenigsten verstehen seine Texte, denn ein Großteil der Kinder ist in den Augen der Autorin nicht begabt genug für das Gymnasium. Kein Wunder also, dass sich eine Kollegin ohne schlechtes Gewissen um 30 Minuten ihrer Unterrichtsstunde drückt, indem sie die Schüler die Tafel wischen lässt. Eine Alternative für beide Seiten wäre praxisnaher Unterricht - beispielsweise das Üben des Schreibens von Bewerbungen. Aber das, gibt die Autorin zu, kann sie selbst nicht. Ein weiteres Fach, das sie nicht gerne unterrichtete, ist Philosophie. Seit die Schüler es als Ersatzfach für Religion wählen konnten, tummelten sich in den Stunden nur Reli-Flüchtlinge. Marga Bayerwaltes Vorschlag: Man sollte den Religionsunterricht ganz abschaffen, dann könnte man nebenbei auch die drohende Einführung des Islamunterrichtes abwehren.

Keine Besserung in Sicht

Zum Schluss des Buches zeichnet die Autorin auf knapp zwölf Seiten einen schwammigen Entwurf der idealen Schule, hat aber leider auch keine Idee, wie diese zu realisieren sei. Wahrscheinlich, weil sie selbst nicht weiß, was eigentlich schief läuft. Zweifellos ist "Große Pause" dennoch ein lesenswertes Buch, aus dem Lehrer lernen können, dass so ein Sabbatjahr wirklich erholsam ist. Eltern könnten nach der Lektüre zu Anhängern der Waldorfschule werden, denn dort scheint wenigstens die Tochter der Autorin gut aufgehoben. Und für Schüler birgt es die Erkenntnis, dass Lehrer auch nur Menschen sind - und zwar sehr verzweifelte. Bildungspolitikern sei das Buch sogar dringend empfohlen. Denn es ist der letzte Beweis dafür, dass die Schüler nichts für ihre Bildungslücken können.

Marga Bayerwaltes: "Große Pause. Nachdenken über Schule"
Antje Kunstmann Verlag 2002
314 Seiten
21, 90 EUR
ISBN 3-88897-301-5


   

Weiterführende Links:
   Informationen zum Lehrerberuf und zum Sabbatjahr
   PISA- Studie für Deutschland



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