"Treffen sich ein Semmelknödel, ein Schaschlikspieß und ein Eissalat im Magen...". Was sich wie der Anfang eines flachen Witzes anhört, verwandelt sich auf der Bühne durch Helmut Schleich zu einem Feuerwerk an intelligenten Pointen. Den drei Gerichten, die in der Magengrube ihrer Verdauung harren, begegnen die Zuschauer im Laufe von Schleichs aktuellem Programm "Das Auge isst man mit" immer wieder. Bringen sie doch das Thema des Abends auf den Punkt: es geht ums Essen.
Todsünden
Hunger, Übergewicht, Völlerei, Enthaltsamkeit: was immer man mit dem Begriff Essen verbinden mag - es hat seinen Platz in Schleichs buntem Reigen rund um den Verdauungstrakt. Das menschliche Grundbedürfnis bildet die Klammer, die seine Darstellungen der unterschiedlichsten Menschen und Situationen zusammenhält. Der hungernde Übergewichtige, der in seiner Wohnung umherstreift auf der Suche nach einem Häppchen, kommt dabei ebenso vor, wie der High-Tech Metzger Geil aus Bayern, der jedem Aufschnitt seine eigene eMail-Adresse eingerichtet hat.
Auch der völlernde Lustmensch, der seinen Körper verflucht, weil er dem Prinzip der Lustmaximierung physische Grenzen setzt und nach drei durchzechten Nächten schlicht zusammenbricht, ist mit von der Partie. "Ich tat ja mit ihm joggen gehen, wenn er einmal mit mir drei Nächte durchmachen würde", lamentiert der Lustmensch über die Unvollkommenheit seiner sterblichen Hülle.
Satt und komisch
Ein "sattes Typenkabarett" verspricht die Einladung zu Schleichs neuem Programm, und dieses Versprechen wird gehalten. Schleich ist ein Meister der Verwandlung und seine Typen wirken echt - obwohl sie natürlich übertrieben und deshalb zwerchfellerschütternd komisch sind. Schleich schafft den unglaublichen Spagat, in einer Sekunde ein Semmelknödel und einen Augenblick später ein Eissalat zu sein. "Das Auge isst man mit": Ein Feinschmecker Menü, zubereitet von einem Spitzenkoch.