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Logo des Carl-Bertelsmann-Preises 2001

Beauty Competition der Diktaturen und Planwirtschaften

Autor :  Roman Maruhn
E-mail: rmaruhn@e-politik.de
Artikel vom: 11.09.2001

Vertreter aus Bolivien und Polen nehmen stellvertretend für ihre Länder einen Schönheitspreis entgegen. Verfolgen kann man die Verleihung des Carl-Bertelsmann-Preises 2001 live via Internet-Live-Stream. Roman Maruhn berichtet über einen Wettbewerb.


Wettbewerb ist gut für den Konsumenten und belebt den Markt. Warum sollte man dieses Prinzip nicht auch international anwenden? Es ist eine Folge unserer globalisierten Welt, dass die Bürger eines Landes vermehrt über den eigenen Zaun schauen und sehen wollen, wie es die anderen Menschen machen, wie sie leben, welche Wege ihre Regierungen gehen, um den Nutzen des Volkes zu mehren und Schaden von ihm abzuwenden.

Ein Konzern als Stiftungseigentum

Die Bertelsmann Stiftung lobt seit 1988 den nach dem Gründer des Unternehmens benannten Carl-Bertelsmann-Preis für vorbildliche Ansätze zur Lösung politischer und gesellschaftlicher Probleme aus. Die Besonderheit der Stiftung ist dabei, dass sie knapp 70 Prozent der Anteile der Bertelsmann AG hält. Gründet hier und dort eine Bank oder eine Versicherung eine Unternehmensstiftung, dann ist das Kapital, dass in diese gesteckt wird, im Verhältnis zum Gesamtwert des Unternehmens meist recht bescheiden. Anders eben bei der Bertelsmann Stiftung. Die Erlöse des Mediengiganten garantieren schon nahezu die Organisation einer umfassenden und weltweiten Förderung zu Gunsten der Entwicklung der Menschheit im Kleinen wie im Großen.
Die jährliche Verleihung des Carl-Bertelsmann-Preises stellt den Höhepunkt der Arbeit der Stiftung dar. Schön, dass in diesem Jahr die Politik und der transnationale Vergleich von Best-Governance-Praktiken Gegenstand des mit 300.000 DM dotierten Wettbewerbs sind.

"Den Wandel gestalten - Strategien der Transformation"

Transformation - ein böhmisches Dorf? Transformation bedeutet nichts anderes, als dass sich etwas verändert von einem qualitativen oder auch quantitativen Zustand in einen anderen. In der Politik geht damit freilich auch immer die Hoffnung einher, dass dieser andere Zustand auch ein besserer ist. Den Vorwurf von Normativität braucht man sich aber nicht gefallen zu lassen, wenn man davon ausgeht, dass eine Demokratie den Willen des Volkes besser widerspiegelt als eine Diktatur und die Marktwirtschaft eine bessere - wenn auch unter Umständen für den Einzelnen kostspieligere - Versorgung der Bevölkerung garantiert als die Planwirtschaft.
Die Bertelsmann Stiftung hat in Zusammenarbeit mit dem in München angesiedelten Centrum für angewandte Politikforschung (CAP) Prüfkriterien entwickelt, die den Fortschritt von 56 Staaten in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft kategorisieren soll. Die Gewinner dieses Rankings sind Polen und Bolivien. Klare Absicht der Organisatoren des Preises ist es aber, allgemein Transformationsfortschritte zu würdigen. Insofern stehen die Preisträger stellvertretend für die Bemühungen von Menschen in der ganzen Welt, ihre Handlungsrahmen zu verändern, zu reformieren und zu verbessern.

Polen und Bolivien - Persönlichkeiten als Stellvertreter ihrer Völker

Stellvertretend für die Errungenschaften ihrer Länder werden Einzelpersonen mit dem Carl-Bertelsmann-Preis bedacht werden. Für Polen werden Tadeusz Mazowiecki, der erste freigewählte Premierminister des Landes, Leszek Balcerowicz, der Initiator harter wirtschaftspolitischer Reformen, und Adam Michnik, Herausgeber der größten Zeitung Gazeta Wyborcza, die Ehrung entgegennehmen. Der personelle Dreiklang der Bereiche Politik, Wirtschaft und Medien / Zivilgesellschaft symbolisiert glaubhaft die Kernbereiche des Umbaus eines Staates von einem Ordnungsideal zum anderen.
Schwieriger wird es bei Bolivien. Schon allein durch die räumliche Entfernung sind die innerstaatlichen Verhältnisse der deutschen Öffentlichkeit nicht vertraut. Die traditionellen Parteien scheinen kooperativ Putschen und Militärdiktaturen widerstanden zu haben und durch politische Kontinuität die Rahmenbedingungen für die Entwicklung politischer Kultur und wirtschaftlicher Stabilität nachhaltig verbessert zu haben. René Blattmann, Justizminister der Jahre 1994-1997, führte so elementare rechtsstaatliche Voraussetzungen wie die Unschuldsvermietung ein. Die nationale Ombudsfrau Ana Maria Romero de Campero konnte die Interessen der Bevölkerung durch eine Institutionalisierung von Petitionen in das staatliche System besser zur Sprache bringen. Gleichzeitig stellt diese Einrichtung eine bürgernahe Kontrolle der Dritten Gewalt, der Justiz, dar.

Wem das alles momentan noch zu theoretisch klingen mag, der sei auf die umfangreiche Dokumentation des Carl-Bertelsmann-Preises 2001 und die Möglichkeit verwiesen, die Prämierung live über die Website des Carl-Bertelsmann-Preises mitzuerleben. Die Veranstalter haben angekündigt, Themenfilme zu den prämierten Ländern zusammenzustellen. Bilder wirken.

Graphik: Copyright liegt bei www.bertelsmann-stiftung.de


   

Weiterführende Links:
   Der Carl-Bertelsmann-Preis im Web
   Das Centrum für angewandte Politikforschung



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