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Protest im Internet

Autor :  Tina Groh
E-mail: redaktion@e-politik.de
Artikel vom: 08.06.2001

E-PROTEST: Virtuelle Sit-Ins als elektronische Form des Protestes. Viel besser als da draussen? Tina Groh berichtet über ein mittlerweile nicht mehr neues Medium, dass dennoch immer wieder überraschende Einsatzmöglichkeiten zeigt.


Im Rahmen der Veranstaltung Stoffwechsel/Metabolics in der Münchner Muffathalle werden jeweils am zweiten Donnerstag eines Monats Protagonisten der Online-Kultur vorgestellt, die aktuelle Debatten im elektronischen Kontext prägen. Aufgrund eines aktuellen Anlasses fand am Montag, den 28. Mai 2001 eine Extra-Veranstaltung statt, die einem gespannt lauschenden Publikum das Thema "Electronic Civil Disobedience" -im Volksmund auch elektronischer bürgerlicher Widerstand genannt- präsentierte.

Weltweiter Widerstand durch kollektive Präsenz - Internet machts möglich!

Die Hauptperson des Abends ist der Amerikaner Ricardo Dominguez, einer der führenden Vertreter des aktiven Widerstands per Mouseclick. Geht es nach ihm, ist Internet nicht nur dazu da, Geschäfte abzuwickeln und sich zu amüsieren. Vielmehr stellt das World Wide Web einen öffentlichen Raum, der geradezu dafür geschaffen scheint, demokratische Strukturen zu verwirklichen. Was soviel bedeuten soll wie "Politisierung des Cyberspace". Dominguez und seine Kollegen propagieren dabei die Verlagerung oder mindestens gleichwertige Nutzung des Internets für politische Kulturpflege gegenüber dem realen Raum.
Dabei, so Dominguez, biete das Netz sogar weit mehr Möglichkeiten. Viel mehr Menschen könnten zur gleichen Zeit, von überall her ohne große finanzielle Mühen und logistische Probleme über eine für alle zugängliche Web-Adresse an politischen Prozessen teilhaben.
Online-Demonstration erlauben den Unzufriedenen auf denkbar einfache Weise, ihren Unmut über aktuelle politische Geschehnisse und Missstände öffentlich kundzutun - und das in viel größerem Ausmaß als reale Protestmaßnahmen auf der Strasse jemals bieten könnten. Weder teurer technischer Schnickschnack, noch logistische Einschränkungen sind notwendig und machen das Internet dadurch zu einem Demokratietauglichen und -föderndenden Werkzeug.
Dies nicht auszunutzen rutscht bedenklich nahe an den Bereich politischer Ignoranz und vielleicht - aus der Warte des in einer Demokratie lebenden Bürgers betrachtet - einer kleine Portion Dummheit. Immerhin lässt man damit eine bequeme Möglichkeit der demokratischen Mitwirkung im Sande verlaufen. Allerdings scheint zumindest ein Teil der deutschen Bevölkerung zu aktueller Stunde nicht bereit zu sein, sich diesen Schuh anziehen zu lassen.

Lufthansa und ihre "Deportation Class"

Mit einer Großoffensive gegen die Lufthansa AG rufen politisch linksgerichtete Plattformen und Organisationen während der Aktionärsversammlung der Deutschen Lufthansa AG am 20. Juni 2001 zu breitflächigen On- und Offline-Aktionen auf. Der bereits mit herkömmlichen Medien wie Flyer, Plakate und Zeitungen kommunizierte Protest gegen deutsche Abschiebungspraktiken und ihrer Mitwirkung durch Fluggesellschaften á la Lufthansa, soll an diesem Tag seinen Höhepunkt erreichen. Damit wollen alle Beteiligten beweisen, dass sie im Kampf gegen von ihnen empfundenes Unrecht mit allen ihnen zustehenden Mitteln nicht mürbe werden. Immerhin hat sogar die Pilotenvereinigung "Cockpit" mittlerweile ihre Verbandspolitik nach dem Motto ausgerichtet: Wer nicht will, kommt nicht mit.

Der virtueller Raum als Symbolisches Kräftemessen

Ziel der Offensive ist es, auf der Webseite der Lufthansa AG eine Störung zu bewirken. Ein speziell dafür entwickeltes Tool sorgt dafür, dass die aufgerufene Seite pro User durch eine Daueraktivierung des Reload-Buttons immer wieder neu geladen wird. Handelt es sich dabei um eine riesige Anzahl an Teilnehmern, kann es zu einem kompletten Zusammenbruch des Servers führen, auf dem die jeweilige Seite angelegt ist. Und obwohl eine Demonstration per Internet eigentlich keinen örtlichen und zeitlichen Rahmen benötigt, gelten Basisregeln und Planungsdaten wie bei jeder gewöhnlichen Straßen-Demonstration. Denn nur ein fester Termin garantiert eine größtmöglichste Click-Dichte und damit größtmöglichste Effektivität. Und zwar die der Störung und Erregung öffentlichen wie elektronischen Ärgernisses. Was könnte der Aktion mehr Publicity verschaffen?

Also: Wem der Deportations- bzw. Abschiebungs-Service der Lufthansa zuwider sind, der tue seinen E-Protest kund, und zwar am 20. Juni unter
http://go.to/online-demo!

Das Copyright des Bildes liegt Matthias Weinzierl aus München im Rahmen des Plakatwettbewerbes "kein mensch ist illegal" und steht bei www.kmii-koeln.de.


   

Weiterführende Links:
   Beteiligte Organisationen
  



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