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Die e-politik.de-Redaktionskonferenz

e-politik.de @ Her Majesty’s Service

Autor :  Gunnar Herrmann
E-mail: gherrmann@e-politik.de
Artikel vom: 09.02.2003

Bond ist gefeuert: jetzt weiß ohnehin jeder, wo der Secret Service seine Informationen her hat. Eine Glosse von einem, der sich Gunnar Herrmann nennt.


Neulich war der Bond von der Marketingabteilung bei unserer e-politik.de-Redaktionskonferenz. Dämlicher Kerl, läuft immer im Smoking herum, säuft dauernd trockene Martinis und statt mit der U-Bahn zu fahren, hat er sich vor dem Konferenzraum von einem Hubschrauber abgeseilt, der Angeber. Typischer Marketingfuzzi eben, aber was soll man machen?

Nach dem dritten Martini hab ich ihn dann rausgeworfen. „James“, hab ich gesagt, „du weißt doch, dass die Sitzungen der e-politik.de-Redaktion strenggeheim sind. Geh’ lieber mit deinem Auto spielen. Wie wär’s mit einer Verfolgungsjagd auf der Salzburger Autobahn?“ Er hat sich dann noch mit seinem Kugelschreiber ein Loch in den Schuh geschossen, als er einer Redakteurin seine Nummer aufschreiben wollte, und beleidigt irgendwas von „Queen and country“ gelallt, bevor er ging.

Warum wir uns bei e-politik.de so einen Lackaffen im Keller halten? Naja, zur Tarnung eben. Einer muss ja von den Konferenzen ablenken, auf denen wir besprechen, welche neuen Skripten demnächst in das Politische Studium geladen werden. Aber jetzt ist es sowieso egal. Jetzt steht es ja sogar in der Zeitung, wo der Secret Service seine Informationen her hat: Vier von 19 Seiten des neuesten Irak-Dossiers stammen aus einer studentischen Hausarbeit. Und was sagt Premierminister Tony Blair dazu, dass irgendein schmieriger Journalist beim Fernsehsender Channel 4 unsere Tarnung auffliegen lässt? „Es war ein Fehler, die Quelle nicht anzugeben“, sagt er. Nicht mal den Versuch eines Dementis hat er unternommen. Bei der nächsten Sitzung werden wir bestimmt von Journalisten belagert, die wissen wollen, was die Außenminister demnächst bei ihren Referaten im Sicherheitsrat erzählen. Schöne Bescherung!

Dabei war die Idee ursprünglich wirklich gut. Dass das Internet zu militärstrategischen Zwecken entwickelt wurde, weiß mittlerweile jeder. Aber wie es funktioniert, dass wusste bis jetzt keiner. Das Internet war von vorneherein gedacht als riesige Sammlung studentischer Skripten, die lauter sich widersprechende Positionen vertreten. Ein wunderbare Informationsquelle für die Geheimdienste dieser Welt. Mit diesen Informationen lässt sich nämlich praktisch jede Politik rechtfertigen, und das gibt unbeschränkte Handlungsfreiheit. Das funktioniert aber nur, lieber Tony Blair, wenn man die Quelle eben nicht angibt.

Mir kann’s ja egal sein. Ich heiße gar nicht Gunnar Herrmann und ich bin so geheim, dass Tony Blair noch nicht mal diesen Decknamen kennt. Und ein Gutes hat die Sache auch: Den Bond, den Angeber, den brauchen wir jetzt nicht mehr. Der wird gefeuert. Soll er doch in den Bavaria Filmstudios Kartenanreißer werden.


   

Weiterführende Links:
   Channel 4-Bericht über Plagiate im Irak-Dossier



Leserkommentar von cozmictrigger
am 16.09.2003
Redaktionskonferenzen

Nun, woher der SS seine Informationen hat, wußten wir schon vorher. Was wir nicht wußten war, was auf streng geheimen Redaktionskonferenzen getrunken wird.

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