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USA

Gary Condit, Chandra Ann Levy

Der Politiker und das Mädchen

Autor :  Michael Kolkmann
E-mail: redaktion@e-politik.de
Artikel vom: 02.08.2001

Macht, Politik, Affären, Mord? In Washington sorgt mal wieder eine Praktikantin für Aufregung. Michael Kolkmann über einen politischen Kriminalfall.


Ein älterer Politiker und Familienvater, der ein Verhältnis mit einer jungen Praktikantin hat, dieses Verhältnis zunächst leugnet und es dann unter dem Druck der Öffentlichkeit doch zugeben muss. Nein, es handelt sich hier nicht um Bill Clinton und Monica Lewinsky, sondern um den Kongressabgeordneten Gary Condit und seine frühere Mitarbeiterin Chandra Ann Levy. Vielleicht ist es die verblüffende Ähnlichkeit in der Personenkonstellation, die das politische Amerika derzeit für diese Geschichte interessiert. Und doch ist der Unterschied zu "Monica-Gate" eklatant. Chandra Levy ist seit Anfang Mai spurlos verschwunden.

Rauschen im Revolverbätterwald

Für Gary Condit gilt offiziell nach wie vor die Unschuldsvermutung, was viele Journalisten und die Öffentlichkeit jedoch nicht davon abhält, sich in wilden Spekulationen zu verlieren. Der National Enquirer - eine Supermarktillustrierte, die bereitwillig zugibt, auch selbst erfundene Geschichten zu publizieren - veröffentlichte eine Version, nach der Levy von Condit schwanger gewesen sei und dieser keinen anderen Ausweg gesehen habe, als sie umbringen zu lassen. Selbst CNN führte die Story um den Politiker und das Mädchen über Wochen als "premium news", d.h. im Nachrichtenzyklus des Senders gab es die Condit-Affäre stündlich zu bewundern.

Unglückliches Krisenmanagement

Nun gibt es in Washington niemanden, der ernsthaft behauptet, Condit habe aktiv mit dem Verschwinden Levys zu tun. Nur hat er sich in der ganzen Sache ein wenig ungeschickt verhalten. Erst bei der dritten Befragung durch die Polizei gab er seine Affäre mit der Praktikantin schließlich zu. Dass eine Stewardess, sowie eine frühere Mitarbeiterin ebenfalls öffentlich machten, eine Affäre mit dem Familienvater Condit gehabt zu haben, hat ihm sicher nicht mehr Sympathie eingebracht. Auch dass jene Mitarbeiterin von Angestellten aus Condits Büro mit Drohungen zum Schweigen gebracht werden sollte ("oder wir machen dich fertig"), kam in der Öffentlichkeit nicht gut an. Einem offiziellen Lügendetektortest verweigerte sich Condit bislang. Stattdessen unterzog ihm sein Anwalt einem Detektortest, bei dem Condit aber lediglich auf vier Fragen zu Chandra Levy zu antworten hatte.

Was genau ist passiert?

Seit dem 30. April 2001 ist Chandra Levy verschwunden. Zuletzt wurde sie dabei gesehen, wie sie ihre Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio auflöste. Seit dem fehlt von ihr jede Spur. In ihrer - ebenfalls bereits gekündigten - Wohnung fanden sich fertig gepackte Taschen. Nach einem mehrmonatigen Praktikum beim "Bureau of Prisons", das früher endete als geplant, wollte Levy nach Kalifornien zurückkehren, um ihre Berufsperspektiven auszuloten. Dort kam sie nie an. Die Polizei ermittelte später, dass Levy sich am Morgen des 1. Mai für mehrere Stunden auf ihrem Computer ins Internet eingeloggt hatte, um nach Flugtickets zu recherchieren, sowie über einen Stadtplandienst auch nach Orten im Washingtoner Rock Creek Park zu suchen - einem beliebten Park für Jogger und Skater, in dem auch Levy des öfteren unterwegs war. Eine groß angelegte Suche der Polizei in diesem Park blieb erfolglos.

Wer ist Gary Condit?

Gary Condit, der im Abgeordnetenhaus einen wohlhabenden Wahlkreis in Kalifornien vertritt (in dem auch die Eltern von Levy wohnen), zählt in Washington zu einer kleinen, aber einflussreichen Abgeordnetengruppe: der so genannten "Blue Dog Coalition". Einem Zusammenschluss von konservativen Demokraten, die vor allem in Steuer- und Finanzfragen häufig mit den Republikanern stimmen. Nicht zuletzt deshalb sind die Blue Dogs für Präsident Bush eine nicht zu vernachlässigende Gruppe auf dem Capitol Hill. Gerade weil Condit bei den knappen Mehrheitsverhältnissen im Kongress von Demokraten und Republikanern gleichermaßen gebraucht wird, halten sich seine Kollegen mit Kritik und Rücktrittsforderungen zurück. Bisher jedenfalls.

Dabei schien Condit eine große Karriere vor sich zu haben: Noch vor wenigen Wochen wurde er von Zeitungen wie der Washington Post als einer der einflussreichsten "Power Broker" im Kongress beschrieben. Auch Condit selbst interessierte sich bereits insgeheim für höhere Ämter. Vorbei. Denn soviel scheint, unabhängig vom Ausgang der Geschichte um Chandra Levy, sicher: Die politische Karriere Condits dürfte spätestens mit der nächsten Wahl im November 2002 beendet sein.

Foto: Copyright liegt bei www.Salon.com


   

Weiterführende Links:
   Homepage von Gary Condit



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