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US Paratroopers landen im Oktober 1999 im Kosovo

Chronologie des Kosovo-Konfliktes: März 1998 bis Juli 1999

Autor :  Roman Maruhn
E-mail: rmaruhn@e-politik.de
Artikel vom: 28.05.2000

e-politik.de fasst die Monate vor, während und kurz nach den Luftschlägen der NATO gegen Serbien zusammen. Die Chronologie bietet einen kompakten Rückblick auf die politischen und militärischen Eckdaten des Kosovo-Konfliktes.


1998

31.März
Resolution 1160 des UN-Sicherheitsrates: Serben und UCK werden dazu aufgerufen, die Gefechte einzustellen und Verhandlungen aufzunehmen. Gegen Belgrad wird ein Waffenembargo und ein Embargo für Ausrüstungen für Sicherheitskräfte verhängt.

23.September
Resolution 1199 des UN-Sicherheitsrates fordert die sofortige Einstellung der Feindlichkeiten und die Aufnahme von Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien. Belgrad wird dazu ermahnt, repressive Maßnahmen gegen die Zivilbevölkerung zu unterlassen.

13.Oktober
Activation order: Der NATO-Rat autorisiert das Militär, Luftangriffe gegen Ziele in der Bundesrepublik Jugoslawien durchzuführen.

16.Oktober
Aushandlung des Vertrages zwischen Richard Holbrooke und Slobodan Milosevic: Waffenstillstand im Kosovo, Einrichtung der Kosovo Verification Mission (KVM) durch die OSZE, Festlegung der Truppenstärke der jugoslawischen Armee im Kosovo. Außerdem ist eine Luftüberwachung durch die NATO und die Aufstellung der Extraction Force zum Schutz der KVM vorgesehen.

24.Oktober
Resolution 1203 des UN-Sicherheitsrates: Aufstellung der KVM

1999

15.Januar
Massaker von Racak: 45 albanische Kosovaren werden ermordet.

29.Januar
Treffen der Balkan-Kontaktgruppe (Vereinigte Staaten, Russland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Deutschland) in London: Einforderung der vollen Respektierung der UNO-Resolutionen durch Belgrad, Untersuchung des Massaker von Racak, Verurteilung der Provokationen durch die UCK, Aufforderung zu einer politischen Lösung innerhalb von 21 Tagen.

6.Februar
Unter dem Vorsitz von Frankreich und Großbritannien wird die erste Gesprächsrunde in Rambouillet aufgenommen. Der serbischen Delegation, die eine Präsenz der NATO im Kosovo ablehnt, steht der stellvertretende serbische Premierminister Ratko Markovic vor. Die kosovo-albanische Delegation setzt sich aus Ibrahim Rugova, Hashim Thaci und Veton Surroi zusammen.

14.Februar
Die Kontaktgruppe verlängert ihre Verhandlungsfrist für die Parteien in Rambouillet bis zum 20. Februar.

20.Februar
Weitere Verlängerung der Frist um drei Tage

23.Februar
Aufgrund der fehlenden Kompromissbereitschaft beider Delegationen setzt die Kontaktgruppe die Verhandlungen aus und legt als Termin für die nächste Runde den 15. März fest.

15.März
Die Gespräche in Rambouillet werden wieder aufgenommen. Am 18. März unterzeichnet die kosovarische Delegation den Vertragsentwurf. Anschließend betont die Delegation den Willen zur Unabhängigkeit des Kosovo.

20.März
Die Gespräche in Paris werden beendet, nachdem die serbische Delegation sich weigert, das Abkommen zu unterschreiben. Aus Sicherheitsgründen beginnt der Abzug der 1.400 Mitglieder der KVM aus dem Kosovo.

22.März
Richard Holbrooke reist nach Belgrad und versucht Milosevic zur Annahme des Abkommens zu überzeugen. Milosevic bezeichnet gegenüber dem UN-Sicherheitsrat die Activation Order der NATO als Aggression gegenüber einem souveränen Staat.

23.März
Holbrooke verlässt Belgrad. Das serbische Parlament weist die Bedingungen der NATO zurück. Der Generalsekretär der NATO, Javier Solana, setzt am gleichen Abend die Activation Order um.

24.März
Um 20.00 Uhr beginnen die Luftangriffe der NATO. Auf Verlangen Russlands kommt der Sicherheitsrat zusammen. Der Generalsekretär der UNO, Kofi Annan, verurteilt das Verhalten Belgrads, betont aber die Zuständigkeit des UN-Sicherheitsrates für "Peace Enforcement"-Einsätze. Der russische Ministerpräsident Primakow bricht seine Reise nach Washington ab. Das UNHCR berichtet von 200.000 Flüchtlingen aus dem Kosovo.

24./25.März
Der Europäische Rat in Berlin billigt das militärische Vorgehen der NATO.

26.März
Erneute Luftangriffe auf das gesamte Gebiet der Bundesrepublik Jugoslawien. Belgrad bricht die diplomatischen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten, Deutschland, Frankreich und Großbritannien nach den Schließungen der jeweiligen Botschaften ab.

27.März
Dritte Angriffswelle gegen Jugoslawien. Einen Tag später wird ein Stealth-Jäger vom Typ F-117 der US Air Force von der serbischen Flugabwehr abgeschossen. In Albanien treffen Flüchtlinge ein; Tirana erklärt den Notstand.

28.März
Als erstes Land startet Italien die humanitäre Hilfsmission "Arcobaleno" (Regenbogen), um den Kosovo-Flüchtlingen in Albanien zu helfen. Eine Luft- und Schiffsbrücke zwischen Italien und Albanien wird eingerichtet.

30.März
Primakow hält sich in Belgrad zu Gesprächen mit Milosevic auf. Dieser fordert ein Ende der Bombardierungen und bietet dafür die Reduzierung der serbischen Truppen im Kosovo und eine Rückkehr der Flüchtlinge an. NATO und EU lehnen das russische Vermittlungsergebnis als unzureichend ab.

2.April
Belgrad nimmt drei amerikanische Soldaten gefangen, die die mazedonische Grenze überschritten haben sollen. Präsident Clinton fordert die Einhaltung der Genfer Konvention und kündigt an, dass es keine österliche Waffenruhe geben wird. RTS, das serbische Fernsehen, zeigt Bilder von einem Treffen zwischen Präsident Milosevic und Ibrahim Rugova, dem Führer der Demokratischen Liga des Kosovo (LDK). Russland fordert ein Ministertreffen der G-8 und kündigt die Entsendung von Marineeinheiten in die Adria zur Beobachtung an.

3.April
Die NATO greift mit Marschflugkörpern erstmals die Innenstadt Belgrads an. Es folgt die Bombardierung von Donaubrücken. Die NATO beginnt, sich humanitär in Albanien zu engagieren.

6.April
In Novi Sad wird eine Raffinerie getroffen. Der jugoslawische Außenminister Zivadin Jovanovic ruft den UNO-Generalsekretär dazu auf, sich für die Beendigung der Angriffe auf Belgrad einzusetzen. Jugoslawien kündigt eine einseitige Waffenruhe während des orthodoxen Osterfestes an.

7.April
Die Kontaktgruppe beschäftigt sich mit den fünf Waffenstillstandsbedingungen der NATO: 1. Einstellung der Kampfhandlungen; 2. Rückzug aller Militär- und Polizeieinheiten aus dem Kosovo; 3. Stationierung einer internationalen Schutztruppe im Kosovo; 4. Rückführung der Flüchtlinge; 5. Rückkehr zu einer politischen Lösung auf Grundlage des Rambouillet-Abkommens.

12.April
Die Luftangriffe der NATO gehen weiter: Bei dem irrtümlichen Beschuss eines Zuges werden mehrere Menschen getötet und verletzt. In Belgrad wird der Journalist Slavko Curuvija, Herausgeber einer unabhängigen Tageszeitung, ermordet.

14.April
Bei einem NATO-Luftangriff auf einen Flüchtlingstreck sterben Kosovo-Albaner.

21.April
Der Sitz der Sozialistischen Partei von Präsident Milosevic wird von der NATO mit Raketen beschossen. In Novi Sad wird die dritte Donaubrücke zerstört. Die NATO darf für ihre Operationen den rumänischen und bulgarischen Luftraum benutzen. Zwischen Montenegro und Serbien nehmen die Spannungen zu.

23. bis 25.April
In Washington feiert die NATO ihr fünfzigjähriges Bestehen.

26.April
In Mazedonien beginnt die Operation Allied Harbour zur humanitären Hilfe der Kosovoflüchtlinge.

28.April
Vizepremierminister Vuk Draskovic wird entlassen. Kofi Annan trifft in Moskau zu Gesprächen mit Präsident Jelzin ein.

2.Mai
Jesse Jackson kann in Belgrad von Slobodan Milosevic die Freilassung der drei gefangengenommenen US-Soldaten erreichen.

4.Mai
Viktor Tschernomyrdin, Sondergesandter Moskaus, ist in den Vereinigten Staaten. Treffen zwischen Kofi Annan und Präsident Clinton.

6.Mai
Gipfel der G-8-Außenminister: Der diplomatische Dialog wird intensiver. Erste Grundvereinbarungen zu einer Beilegung des Krieges werden getroffen.

8.Mai
Die chinesische Botschaft in Belgrad wird bei einem Luftangriff zerstört: Drei Menschen sterben. Die NATO gibt Fehler zu. Im Kosovo wird Fehmi Agani, enger Mitarbeiter von Ibrahim Rugova, ermordet.

10. bis 12.Mai
Tschernomyrdin und Schröder reisen nach Peking.

20.Mai
Gespräche zwischen Viktor Tschernomyrdin und Strobe Talbott in Moskau; Martti Ahtisaari kommt als Gesandter der EU hinzu.

27.Mai
Nahezu die gesamte jugoslawische Staatsführung wird vom Internationalen Gerichtshof für Kriegsverbrechen in Ex-Jugoslawien wegen Verletzung des internationalen Kriegsrechtes, Mordes, politischer und ethnischer Verfolgung sowie Vertreibung verklagt.

1.Juni
In Novi Pazar kommen bei Luftangriffen wiederum Zivilisten ums Leben. Belgrad ist bereit, die von der G-8 aufgestellten Bedingungen zur Einstellung der Bombardierungen anzunehmen.

3./4.Juni
Europäischer Rat in Köln: Das serbische Parlament und die jugoslawische Bundesregierung nehmen den Friedensplan des EU-Sonderbeauftragten Ahtisaari an.

6.Juni
In Kumanovo (Mazedonien) beginnen die Gespräche zwischen NATO und der jugoslawischen Bundesarmee. Am 9. Juni wird das Military Technical Agreement, das den Rückzug der serbischen Truppen aus dem Kosovo regelt, unterzeichnet.

10.Juni
Die serbischen Truppen beginnen, den Kosovo zu verlassen. Die NATO stellt ihre Angriffe ein. Der UN-Sicherheitsrat nimmt die Resolution 1244 zur Lösung des Konfliktes um den Kosovo an.

13.Juni
Erste Einheiten des deutschen KFOR-Kontingents treffen in Prizren ein.

30.Juli
Gipfeltreffen zum Stabilitätspakt in Sarajewo.

Foto: Copyright liegt bei der KFOR/NATO


   


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