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Parteien in der Mediendemokratie

Ulrich von Alemann / Stefan Marschall: Parteien in der Mediendemokratie

Autor :  Bert Große
E-mail: redaktion@e-politik.de
Artikel vom: 21.07.2002

Ein neuer Sammelband untersucht im Vorfeld der Bundestagswahl Möglichkeiten und Grenzen von Parteien, in der Mediengesellschaft zu agieren. Bert Große hat ihn gelesen.


Wir leben in einer Mediengesellschaft. Diese Annahme trifft auch und besonders für die Parteien zu. Die Wähler nehmen den übergroßen Teil politischer Botschaften über die Massenmedien wahr. Die Parteien sind gezwungen, den Gesetzmäßigkeiten der medialen Welt zu folgen, um gehört zu werden. Welche Möglichkeiten und Grenzen ihnen dabei gegeben sind, davon handelt dieser Band. In 18 kürzeren Aufsätzen bearbeiten die Autoren vier Themenbereiche: Parteien und Massenmedien, Parteien und Internet, Auslandserfahrungen und Perspektiven und Trends.

Parteien, Massenmedien und das Internet

Brettschneider setzt sich in seinem Beitrag "Wahlen in der Mediengesellschaft - Der Einfluss der Massenmedien auf die Parteipräferenz" mit der Frage auseinander, inwieweit Wahlkampf in den Massenmedien effektiv ist, ob also die Massenmedien einen signifikanten Einfluss auf die Wahlentscheidung haben. Er kommt zu dem Ergebnis, dass die Medien die Kandidaten- und Parteipräferenz durch Art und Umfang ihrer Berichterstattung erheblich prägen. Gegen sie lässt sich keine Bundestagswahl gewinnen.

Tenscher untersucht die Rolle der zentralen Akteure von Parteienkommunikation - der Parteien- und Fraktionssprecher. In Fragebögen und Interviews um eine Selbsteinschätzung ihrer Rolle gebeten, ergaben sich zwei Schwerpunkte in ihrer Arbeit: die Vermittlung zwischen Politik und Medien sowie die Bestellung des medialen Feldes für die politischen Hauptdarsteller.

Gellner/Strohmeier gehen im Aufsatz "Parteien in Internetwahlkämpfen" der These nach, dass Wahlergebnisse in Zukunft auch durch das Internet beeinflusst werden könnten. Dazu befragen sie die Online-Manager der Parteien nach Konzepten und Erwartungshaltungen für die Bundestagswahl im September. Im Ergebnis haben nahezu alle Parteien die Bedeutung einer Netzpräsenz in vielerlei Hinsicht erkannt, eine erfolgreiche Kampagne ohne das Internet erscheint heute im Unterschied zu 1998 undenkbar.

Auslandserfahrungen

Über den nationalen Tellerrand hinaus schauen die Beiträge von Jun und Römmele. Uwe Jun zeigt in seinem Aufsatz "Politische Parteien und Kommunikation in Großbritannien" am Beispiel der Entwicklung von New Labour die Konsequenzen einer Annäherung an die Mediengesetze. Damit ist die Professionalisierung des Kommunikationsmanagements gemeint, die Anpassung von Personal und Politik an die Medienlogik und die Dominanz des strategischen Zentrums. Das Risiko politischer Inhaltslosigkeit zugunsten medialer Präsenz - all spin, no substance - wird bei dieser Ausrichtung zur latenten Gefahr.

Der häufig beschworenen These der Amerikanisierung von Parteien widerspricht Andrea Römmele. "Konvergenzen durch professionalisierte Wahlkampfkommunikation? Parteien auf dem Prüfstand" heißt ihr Beitrag. Aus der international zu beobachtenden Professionalisierung von Wahlkämpfen und der Anpassung an die Medienlogik lässt sich keine organisatorische und inhaltliche Annäherung an die Parteien der USA schlussfolgern, denn zu unterschiedlich sind ihre strukturellen Voraussetzungen.

Perspektiven und Trends

Lütjen/Walter stellen sich der Frage, ob innerparteiliche Karrierewege zukünftig durch die Medientauglichkeit ihrer Akteure bestimmt werden - "Medienkarrieren in der Spaßgesellschaft?". Dazu skizzieren sie die Biographien der zwei schillerndsten Vertreter dieser Gattung: Guido Westerwelle und Jürgen W. Möllemann. Wie das Schicksal des früheren Generalsekretärs und heutigen Parteivorsitzenden Westerwelle zeigt, scheint es, dass Parteien - gerade in der Mediengesellschaft - besonderen Funktionslogiken folgen, wenn es um Rekrutierung und Loyalität geht. Immerhin hatte Westerwelle als Generalsekretär seit 1994 eine beispiellose Niederlagenserie der Partei in Landtagswahlen schadlos überstanden, während die Karriere Möllemanns auch aufgrund seines innerparteilichen Konfrontationskurses bereits mehrfach beendet schien.

Fazit

Der Band thematisiert die aktuellen Fragen der ambivalenten Beziehung von Parteien und Medien. Dem Leser wird der aktuelle Forschungsstand dargeboten, die angestrebte Verbindung von politik- und kommunikationswissenschaftlichen Ansätzen erscheint gelungen. Der Blick ins Ausland rundet die Analysen ab. Erfreulich viele junge Wissenschaftler legen ihre Ansätze dar. Für den interessierten Leser sicherlich nützlich, per E-Mail besteht die Möglichkeit, mit den Autoren in Verbindung zu treten.

Ulrich von Alemann / Stefan Marschall (Hrsg.): "Parteien in der Mediendemokratie"
Westdeutscher Verlag, 2002, 444 Seiten
29,90 Euro
ISBN 3-531-13704-2


   


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