Dass die USA sich bei ihrer Planung für einen möglichen Irak-Krieg nicht
gerne in die Karten schauen lassen, dürfte niemanden überraschen. Dagegen
verblüfft es, wie einige Beobachter Zugriff auf Informationen zu
Stationierungszahlen und Einsatzräumen erhalten. So hat die Süddeutsche
Zeitung ein eigenes
Dossier zum Irak-Konflikt erstellt, in dem unter anderem
der amerikanische Truppenaufmarsch und die
irakischen Kräfte in der Region thematisiert werden.
Interessanter gestalten sich die Analysen der Fachleute.
Das Center for Defence
Information zeigt in seinem
"Eye on Iraq"-Dossier zwar keine Flash-Animationen, dafür werden die
amerikanischen und britischen Truppenteile beschrieben, die von den USA
und Europa aus in die Krisenregion beordert worden sind. Eine eigens vom
US-Verteidigungsministerium zum Kampf gegen den internationalen Terrorismus
eingerichtete Homepage mit dem Titel
"Defend America" hat
eine Seite über die Flugverbotszonen im Irak ins Netz gestellt. Neben den
patriotischen Aufrufen kann man sich Videos vom Beschuss irakischer
Flugabwehrstellungen ansehen. Auch der Versand einer
elektronischen Dankadresse an die amerikanischen Streitkräfte ist von hier aus möglich.
Internetsites zum irakischen Aufgebot sind selten. Dies
ist keine Überraschung, denn weder besitzt der Irak die Möglichkeiten
solche Informationen öffentlichkeitswirksam zu präsentieren, noch sieht er einen
Grund für diese Form der Selbstinszenierung. Das Center for Strategic and International
Studies in Washington dagegen hat ausführliche Berichte zum
militärischen
und nachrichtendienstlichen Potenzial des Irak elektronisch zugänglich gemacht.
Über die einzelnen Waffensysteme kann man sich ebenfalls auf der Homepage des
Center for Defence Information kundig machen. Hier finden sich Fact-Sheets zu
Spionage-
und Aufklärungssystemen,
Luftschlagkapazitäten,
so genannten intelligenten Waffen
und
Satellitensystemen der US-Streitkräfte. Bezeichnenderweise gibt es
dazu kein Pendant irakische Systeme betreffend.
Was nicht verwundert, denn die Streitkräfte des Irak sind in einem
desolaten Zustand. Alte Panzer, alte Flugzeuge, alte Artillerie,
dazu eine kaum einsetzbare Flugabwehr. Eine Übersicht hierzu findet
sich bei www.Global Defence.net, einem Partnerprogramm von www.amazon.de,
das im Rahmen
des Projekts
"Streitkräfte der Welt" auch zum Irak Stellung nimmt.
Als Ergänzung lohnt sich ein Blick auf die Seiten des österreichischen
Bundesministeriums für Landesverteidigung. Dort existiert ebenfalls eine
Auflistung der
irakischen Militär-Kapazitäten.
Das Spiel David gegen Goliath hat allerdings auch seine Tücken für die USA.
Konventionell weit unterlegen und als gebranntes Kind aus dem Golfkrieg
hervorgegangen, hat sich der Irak in den letzten Jahren vor allem auf
den Aufbau von Spezialkräften konzentriert, die den amerkianischen
Verbänden beim Orts- und Häuserkampf schwere Verluste zufügen könnten.
Für einige Waffensysteme, die in den ersten Stunden eines Luftkriegs gegen den
Irak eingesetzt werden dürften, gibt es eigene Informationsseiten im Internet.
So bietet die
Federation of American Scientists umfangreiches Datenmaterial zu den
Tomahawk-Raketen an, die aus großer Entfernung ferngelenkt ihre Ziele
treffen sollen. Das
US Central Command, die befehlshabende Kommandostruktur der USA , wartet ebenfalls mit umfangreichem Material
zum Aufmarsch am Golf auf.