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Der Kommunitarismus I

Autor :  Studenten der Politikwissenschaft
E-mail: redaktion@e-politik.de
Artikel vom: 05.03.2001

Matthias Maier fasst die wichtigsten Für und Wider des Kommunitarismus zusammen.


Der Kommunitarismus

1. Die Theorie in der politischen Praxis:

a) Das Hauptanliegen ist die Remoralisierung der Politik, Politik soll nicht bloß als Aggregtion von Partikularinteressen dienen, sondern sie soll sich am Gemeinwohl orientieren;

b) familienpolitische Forderungen: Eltern sollen die Verantwortung über ihre Kinder nicht an andere delegieren oder bei Scheidungen das Wohl des Kindes hinter das Wohl der Eltern stellen. Daher fordern die Kommunitaristen steuerliche Vergünstigungen für eine Familienförderung, statt einer Ehepaarförderung;

c) öffentliche Erziehung in den Schulen: Bildung und die Bindung an Werte sollen nicht durch Strafe und Drohung erreicht werden, sondern durch eigene Erfahrung;

d) Revitalisierung von Gemeinschaften: dabei soll es nicht zur Rückkehr zu alten und oftmals auch autoritären Gemeinschaten bleiben- es sollen vielmehr andersartige Gemeinschaften geschaffen werden, die sich am Gemeinwohl der Menschen orientieren (Selbsthilfegruppen, service centers etc.)

e) Struktur der Politischen Willensbildung: die Hauptkritik trifft dabei die lobbyistischen Partikularinteressen, die eine zukunftsorientierte, verantwortungsvolle und am Gemeinwohl orientierte Politik kaum ermöglichen (Stärkung der staatlichen Partei- und Wahlkampffinanzierung);

f) Reform des Wohlfahrtsstaates: angesichts der politischen Umwälzungen in den 90er Jahren, des gestiegenen internationalen Wettbewerbs und der Massenarbeitslosigkeit, stößt die Verwirklichung eines Soziallstaats nach europäischem Vorbild an seine Grenzen. Der Kommunitarismus ist der Auffassung, daß eine Rücknahme staatlicher Leistungen eine Zunahme des Gemeinsinns auslöst (private Unterstützung).

2. Die Kritik am Kommunitarismus:

a) Individuen können und sollen ihre Herkunftsgemeinschaft mit ihren vorherrschenden Wertvorstellungen verlassen und zu anderen Gemeinschaften wechseln, die ihre Identität verändern. Eben deshhalb sei es so wichtig, daß der Staat im Hinblick auf mögliche Lebensweisen neutral bleibe um die nötigen Freiheiten für ein selbstbestimmtes Leben jenseits der Wertvorstellungen seiner Herkunft zu garantieren;

b) in demokratischen Gesellschaften herrscht ohnehin bereits eine Heterogenität und ein Pluralismus von Wertvorstellungen vor;

c) staatliches Handeln wird heute schon durch die weltweite wirtschaftliche Vernetzung und die Handlungsmacht von Interessengruppen stark beschnitten;

d) in jeder Gemeinschaft sind Machtstrukturen vorhanden, die den Subjekten gewisse Identitäten aufzwingen;

e) das Festhalten an einer moralisch status-quo orientierten Gemeinschaft vergibt die Chance universelle Menschliche Rechte durchzusetzen;

f) auch ohne einen gemeinsamen Wertehorizont werden heute zahlreiche Entscheidungen auf ethischen Grundlagen gefällt (z.B. Gentechnologie);

3. Der Kommunitarismus als neue "progressive Bewegung"?

Um 2 Themenkomplexe gruppiert sich die heutige Diskussion:

  1. die Möglichkeit eines gelingenden individuellen Lebens;
  2. die Vorraussetzung eines liberale Freiheiten garantierenden und auf Gerechtigkeit zielenden politischen Gemeinwesens.

  1. bereits vorhandene Selbstbilder und Güterkonzeptionen dürfen nicht der Verselbständigung überlassen werden, sondern müssen der demokratischen Kritik anheim gestellt werden;
  2. unsere Alltagswelt ist bereits atomistisch, d.h. auf Partikularinteressen zielend. Dies verhindere die Anerkennung von gemeinsamen Gütern und untergrabe die Gemeinwohlorientierung;
  3. evt. aussichtsreicher Ausweg: Stärkung der demokratisch-deliberativen Selbstbestimmung gegenüber den Strukturen des Maktes und des Rechts.

Zitat von Hans Joas:

" Im Sinn einer eliten-initiierten Veränderung des gesellschaftlichen Klimas und eines neuen Reformprogramms köpnnte der Kommunitarismus zu einer neuen "progressiven Bewegung" in den Usa und vielleicht auch hierzulande beitragen."

Literatur:

  1. Brodocz, André; Schaal, Gary S.: Politische Theorien der Gegenwart-Eine Einführung;Leske + Budrich, Opladen 1999;
  2. Reese-Schäfer, Walter: Was ist Kommunitarismus?; Campus Verlag; Frankfurt, New York 1995;
  3. Joas, Hans: Der Kommunitarismus- eine neue "progressive Bewegung"; in: Forschungsjournal für Neue Soziale Bewegungen; H 3 ; JG. 8, S. 29-38; Berlin 1995;
  4. Honneth, Axel: Kommunitarismus: Eine Debatte über die moralischen Grundlagen moderner Gesellschaften; Frankfurt 1993;

Dieses studentische Skript erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist keine Garantie zum Bestehen irgendwelcher Prüfungen. e-politik.de ist bemüht, die Skripten ständig zu aktualisieren und inhaltlich zu bearbeiten


   


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