Ganze 15.000 Kilometer liegt die Inselgruppe der Falklands, von der spanischsprachigen Welt als Malvinas bezeichnet, vom britischen Mutterland entfernt. Dagegen sind es zur argentinischen Küste nur rund 800 Kilometer. Trotz der Distanz und der nur marginalen wirtschaftlichen Bedeutung der dünnbesiedelten Inseln, deren knapp über 2000 Einwohner vor allem von der Schafzucht leben, war das britische Königreich nie wirklich bereit, seine Hoheitsrechte aufzugeben.
Rund 200 Jahre war die um 1590 entdeckte Inselgruppe abwechselnd unter britischer, französischer und spanischer Herrschaft. Bereits 1820 meldete das erst vier Jahre zuvor von Spanien unabhängig gewordene Argentinien erstmals Hoheitsansprüche an. Diese behielt der südamerikanische Staat auch bei, nachdem Großbritannien die Falklands 1833 formell annektiert hatte. Argumentiert wurde insbesondere mit der geografischen Nähe zur argentinischen Küste, die dem südamerikanischen Staat ein "natürliches Hoheitsrecht" verleihe.
Mehrere Jahre lang versuchte Buenos Aires seit Ende des Zweiten Weltkrieges vergeblich, Großbritannien auf diplomatischem Wege zu einer Abtretung seiner Hoheitsrechte zu bewegen. In den sechziger Jahren beschäftigte die Angelegenheit kurzzeitig sogar die UNO, doch ihre Mahnung zur einvernehmlichen, friedlichen Regelung verhallte ungehört und die daraufhin nur halbherzig begonnenen Verhandlungen stockten bald.
Die Rückholung der Inseln
Seit Anfang der achtziger Jahre sprach die seit 1976 regierende argentinische Militärjunta immer unverhohlener über eine militärische "Rückholung der Malvinas". Die Invasion, die schließlich am 2. April 1982 begann, sollte vor allem der Aufbesserung der innenpolitisch angeschlagenen Machtbasis von Präsident Leopoldo Galtieri dienen. Doch diejenigen in Buenos Aires, die gehofft hatten, Großbritannien werde den Aufwand der Rückeroberung scheuen, täuschten sich in der damaligen Premierministerin Margaret Thatcher. Die "Eiserne Lady" erteilte den von US-Präsident Ronald Reagan initiierten Vermittlungsversuchen eine klare Absage und entsandte mehrere Tausend Soldaten in den Südatlantik.
Die Gefechte der folgenden Wochen, in beiden Ländern von patriotischem Jubel begleitet, offenbarten schon bald die Überlegenheit der Briten. Bereits am 14. Juni unterzeichnete der argentinische Oberbefehlshaber General Menéndez die offizielle Kapitulationsurkunde. In nur 74 Tagen waren 250 britische und über 700 argentinische Soldaten ums Leben gekommen.
Der Fall der Junta
Während sich Margaret Thatcher lange im Ruhm des militärischen Sieges sonnte und noch viele Jahre später diesen 14. Juni 1982 als den "Tag ihrer größten Heldentat" pries, bedeutete die Schmach des verlorenen Krieges für die Militärs im schulden- und inflationsgeplagten Argentinien das Ende ihrer Herrschaft. Im Oktober 1983 fanden zum ersten Mal seit über zehn Jahren demokratische Präsidentschaftswahlen statt, aus denen Raúl Alfonsín als Sieger hervorging und die als Beginn der Demokratisierung Argentiniens gelten.
Von ungelösten Fragen und Annäherungsversuchen
Doch auch danach blieben die Beziehungen zwischen den einstigen Kriegsgegnern angespannt und viele Fragen ungelöst. Erst 1990 wurden die diplomatischen Beziehungen wieder aufgenommen. Und es dauerte noch einmal acht Jahre, bis 1998 mit Carlos Menem erstmals ein argentinisches Staatsoberhaupt Großbritannien besuchte und die britische Regierung beschloss, das nach 1982 einseitig verhängte Waffenembargo gegen den lateinamerikanischen Staat aufzuheben.
Und doch: wirklich gelöst ist die Falkland-Frage nach wie vor nicht und auch die zivilen Regierungen in Buenos Aires haben die Rückeroberung der Inselgruppe stets weit oben auf ihrer politischen Agenda gehabt. So bleibt abzuwarten, ob es in naher Zukunft gelingen wird, trotz der tragischen Erfahrungen von vor zwanzig Jahren eine wirkliche Aussöhnung in die Wege zu leiten.
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