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Ismanings erster Bürgermeister Michael Sedlmair kann sich nicht an einen mitternächtlichen Verkauf des Potter-Buches erinnern.

Gedächtniszauber in der Gemeinde Ismaning

Autor :  Redaktion e-politik.de
E-mail: redaktion@e-politik.de
Artikel vom: 29.12.2000

In der bayerischen Gemeinde Ismaning ist der vierte Harry Potter Band nicht mitten in der Nacht verkauft worden, schreibt Ismanings Bürgermeister Michael Sedlmair an das Landratsamt München.Vielleicht sei aber ein Gedächtniszauber angewandt worden.


Brief der Gemeinde Ismaning an das Landratsamt München (11.11.00)

Verstoß gegen das Ladenschlussgesetz; mitternächtlicher Verkauf des Harry-Potter-Buches

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Beantwortung Ihres zwei Tage nach Halloween verfassten Schreibens ist mitzuteilen, dass in der Gemeinde Ismaning kein entsprechender Verstoß festgestellt wurde.

Allerdings besteht der begründete Verdacht, dass möglicherweise nach dem fraglichen Ereignis Gedächtniszauber Verwendung gefunden hat; dies ergibt sich aus folgenden Anhaltspunkten:

Einige in der Nähe der Buchhandlung wohnende Gemeindebürger beobachteten Personen mit langen Umhängen, und es wurde in der Nacht verstärkter Eulenflug festgestellt.

In einem Papierkorb vor der Buchhandlung wurde eine leere Tüte von "Bertie Botts Bohnen jeder Geschmacksrichtung" gefunden.

Anlässlich der Sperrzeitkontrolle bemerkten Mitglieder der örtlichen Polizeiinspektion in einem der Buchhandlung benachbarten Lokal ein bisher unbekanntes Getränk, das eindeutig als Butterbier identifiziert werden konnte.

Ein in der Nähe der Buchhandlung abgestelltes Motorrad wurde von Angehörigen der gemeindlichen kommunalen Verkehrsüberwachung kontrolliert; als Halter wurde Mr. Sirius Black, Askaban, England, ermittelt.

Am frühen Morgen des 14. Oktobers beobachtete ein Mitglied der örtlichen Jagdgenossenschaft im Ismaninger Moos einen Spaziergänger mit einem ungewöhnlichen Tier. Der ausführlichen Schilderung nach dürfte es sich um den Wildhüter Rubeus Hagrid mit seinem Hypogreif gehandelt haben.

Gleichwohl muss insgesamt festgehalten werden, dass niemand einen Verstoß gegen das Ladenschlussgesetz bestätigen kann. Selbstverständlich hat die Gemeinde Ismaning Maßnahmen getroffen, dass auch künftig ein Verstoß der angefragten Art verhindert werden wird:

Wegen besonderer Wichtigkeit der Angelegenheit hat der Erste Bürgermeister unter Abkürzung des Dienstweges gleich direkt mit dem zuständigen Zaubereiministerium Kontakt aufgenommen. Mr. Arthur Weasley, Mitarbeiter im Zaubereiministerium, Abteilung Missbrauch von Muggelartfakten, bestätigte fernmündlich gegenüber dem Ersten Bürgermeister, dass die von den Muggel veranstaltete Werbekampagne nicht im Sinne von Zauberern und Hexen ist. Auch von dort aus bestehen Bestrebungen, vergleichbare Aktionen zu unterbinden! Deshalb dürfte es angezeigt sein, nachdem das Landratsamt ohnehin gegenüber der Regierung berichtet, darauf hinzuweisen, dass möglicherweise eine abschließende Lösung auf Ministerebene denkbar ist. In besagtem Telefonat teilte Mr. Weasley auch "streng vertraulich!" mit, dass sich der Zaubereiminister, Mr. Cornelius Fudge, persönlich um die Angelegenheit bemühe.

Allerdings möchte Minister Fudge im Gegenzug erreichen, dass auch bei den Muggel das höchst beliebte Spiel Quidditch eingeführt wird. Eine informelle Anfrage zur Ausrichtung eines ersten Quidditch-Spieles an die Gemeinde Ismaning wurde an den FCI weitergegeben, der sich dieser neuen Sportart gegenüber offen zeigte. So wurde bei der Gemeinde beantragt, für den Ankauf von 14 Besen die notwendigen Mittel im nächsten Haushalt einzuplanen. Die betragsmäßige Bezifferung des Antrags war allerdings bis heute nicht möglich. Nachdem die erste Mannschaft des FCI in der Bayernliga spielt, kommt selbstverständlich nur der Ankauf eines "Nimbus 2000" in Frage; die anderen, preisgünstigeren Modelle sind abzulehnen. Die anhaltende Euro-Schwäche hat allerdings noch nicht erlaubt, den Umrechnungskurs in Galleonen, Sickel oder Knuts zu fixieren. Nachdem auch die Kreissparkasse München-Starnberg keinen Umtausch vornehmen konnte, wird sich der Kämmerer der Gemeinde nach London in die Winkelgasse begeben, um persönlich mit einem zuständigen Kobold von Gringotts zu verhandeln.

Als Spielfeld kann leider der Hauptplatz des FCI in Ismaning an der Lindenstraße nicht verwendet werden. Durch die umstehenden Häuser sind die Spieler im Flug beengt. Auch steht zu befürchten, dass die Klatscher beim Verfehlen eines Spielers Fensterscheiben einschlagen. Schließlich könnte sich der Schnatz in den Isarauen verstecken, sodass mit einer Spieldauer von mehreren Wochen, gar Monaten zu rechnen wäre. Bei diesem Ministergespräch beabsichtigt Mr. Cornelius Fudge, gegenüber dem bayerischen Staatsminister des Innern auch darauf hinzuweisen, dass das neue Münchner Stadion im Olympiagelände keinesfalls in der jetzt gefundenen "Kompromiss-Form" gebaut werden sollte: Es ist damit zu rechnen, dass Quidditsch, wie in Zauberer- und Hexenkreisen, sich alsbald größter Beliebtheit erfreuen wird. Andererseits ist die aus dem Jahre 1972 vorhandene Konstruktion des Daches keinesfalls geeignet, einem Klatscher aus dem Jahr 2000 hinreichenden Widerstand entgegenzusetzen; das Dach dürfte früher oder später einstürzen. Schließlich kann aus fachlich kompetenter Sicht das geplante Stadion keinesfalls als "Hexenkessel" bezeichnet werden, weil es für das einzig hexenmäßig interessante Spiel, Quidditsch, ungeeignet ist. Um einen echten Hexenkessel zu errichten, wird angeboten, dass Mrs. Minerva McGonagall, stellvertretende Schulleiterin von Hogwarts, an den Architektengesprächen beratend teilnimmt. Mrs. McGonagall war es schließlich auch, die als Hauslehrerin von Gryffindor diese Mannschaft nach mehreren Jahren zum Quidditsch-Meister in Hogwarts gebracht hat.

Die englische Quidditsch-Mannschaft würde mit dem Hogwarts-Express anreisen. Bei dieser Gelegenheit konnte seitens der Gemeinde auch in Erfahrung gebracht werden, dass sich besagter Zug derzeit im Großraum München aufhalten dürfte. Unter Ausnutzung des Ärmelkanal-Tunnels ist der Express auf das Festland übergesetzt. Dies dürfte auch der Grund für die ständigen, seitens der Bundesbahn unerklärlichen Verspätungen der S-Bahn sein! Eine Sichtung des feuerroten Zuges war bisher, wohl auf Grund der kräftigen Rauchentwicklung, nicht möglich. Sobald der Express im Ismaninger S-Bahn-Tunnel einfährt, wird unter Einschaltung der örtlichen Feuerwehr versucht, ein Foto vom Zug anzufertigen. Möglicherweise muss jedoch der S-Bahn-Tunnel erst um ein zusätzliches Viertelgleis erweitert werden.

Aus alledem mögen Sie erkennen, dass die Gemeindeverwaltung das "Harry-Potter-Symptom" sehr ernst nimmt; zu gegebener Zeit, insbesondere bei Erscheinen von Band fünf, können weitere Erkenntnisse übermittelt werden. Sollten andere Gemeinden im Landkreis München nicht über vergleichbare detaillierte Erkenntnisse verfügen oder Sie den Eindruck haben, Ihnen werde nicht die volle Wahrheit übermittelt, mögen Sie sich vertrauensvoll an Mr. Dobby, den gequälten Hauselfen der Familie Malfoy, wenden. Trotz des finsteren Charakters seines Besitzers, der nach wie vor mit "Sie-wissen-schon-wem" zusammenarbeitet, hilft Dobby gerne weiter, zumindest, solange sein Meister nicht in der Nähe ist (hierauf wäre zu achten).

Michael Sedlmair
Erster Bürgermeister

Ismaning

Foto: Copyright liegt bei der Gemeinde Ismaning


   

Weiterführende Links:
   Harry Potter im Netz



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