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Das Ende des Völkerrechts?
Autor : Markus Kink E-mail: redaktion@e-politik.de Artikel vom: 08.03.2003
Die Vereinten Nationen als Organisation kollektiver Sicherheit müssen
erkennen, dass Frieden nicht teilbar ist. Der Bericht der Waffeninspekteure
zeigt auf, wie dicht die UN vor ihrem Auseinanderbrechen stehen. Von Markus Kink.
"Die Uhr tickt weiter und die Konsequenzen von Saddam Husseins Weigerung
abzurüsten, werden sehr sehr real sein." US Außenminister Colin Powell ließ
keinen Zweifel daran, dass die USA den Irak mit Gewalt entwaffnen wollen.
Sein Vorwurf an den Irak: Alle Maßnahmen zur Erfüllung der Forderungen
der Resolution 1441 seien nur ergriffen worden, weil das Druckmittel militärischer
Gewalt hinter ihnen stand. Die Beweislast dürfe nicht bei den Inspektoren liegen.
Allein die Tatsache, dass es nötig sei, Aufklärungsflugzeuge und -drohnen
einzusetzen, beweise die mangelnde Kooperationsbereitschaft des Regimes in Bagdad.
Meinungsverschiedenheiten
"Vieles spricht dafür, dass die Region durch einen Krieg nicht stabiler,
sondern instabiler wird - und zwar für eine lange Zeit; dass der internationale
Terrorismus gestärkt, nicht geschwächt wird." Die Worte von Bundesaußenminister
Fischer stellten den genauen Gegenpol zu Powells Äußerungen dar. Zwar hätte der
Irak in Sachen Kooperation vieles früher und freiwilliger in die Wege leiten müssen.
Jedoch müsse das Leid der Zivilbevölkerung im Kriegsfalle bedacht werden.
So sehr die USA auch um Unterstützung werben, im Sicherheitsrat wird die Luft
immer dünner für sie. Selbst ihr loyalster Verbündeter aus London beschränkt
sich inzwischen auf die kraftlose Wiederholung der bekannten Kriegsrhetorik.
Derweil machen die Berichte der Chefwaffeninspekteure Blix und El Baradei immer deutlicher, wie tief der Riß ist, der die UN spaltet.
Notfalls ohne Mandat …
Derzeit sieht es so aus, als würden die USA keine Sicherheitsratsmehrheit
für einen Waffengang bekommen. Nachdem sie unermüdlich angekündigt haben, die
USA würden sich von niemandem ihre Außenpolitik vorschreiben lassen, stehen sie
nun unter Zugzwang: Sie müssen handeln. Ein Krieg ohne UN-Mandat
jedoch wäre ein Bruch des Völkerrechts, denn es handelte sich um einen
Angriffskrieg, der nach der Charta der Vereinten Nationen verboten ist.
Zwar könnte der Sicherheitsrat gegen einen Staat, der durch einen Angriffskrieg
den Weltfrieden stört, Sanktionen verhängen. So geschehen 1992 gegen den Irak.
Er könnte auch militärische Maßnahmen beschließen, um den Weltfrieden wieder
herzustellen, wie dies 1989 nach dem irakischen Angriff auf Kuwait geschehen ist.
Nur, der Aggressor wäre in diesem Falle Amerika. Es ist kaum davon auszugehen,
dass die USA bei einer solchen Abstimmung nicht ihr Vetorecht gebrauchen würden.
Frieden ist ein bisschen teilbar …
Die UN wurden nach der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges vor dem Hintergrund
des Scheiterns des Völkerbundes ins Leben gerufen. Ihr normativer Hintergrund ist
die Idee, dass Frieden nicht teilbar ist. Das bedeutet, dass Krieg, egal wo er
auf der Welt stattfindet, alle Nationen gleichermaßen betrifft. Um der UN das
Schicksal des Völkerbundes zu ersparen, der zerbrach, weil sich die Großmächte
seinen Entscheidungen nicht fügen wollten, gestand man den fünf ständigen Mitgliedern
des Sicherheitsrates ein Vetorecht zu. Man machte den Frieden sozusagen
ein bisschen teilbar.
Falls die USA den Irak ohne Mandat angreifen, fällt diese Regelung auf die Vereinten
Nationen zurück. Die Amerikaner brächen so das Völkerrecht, das sie selbst mit
ins Leben gerufen haben und verhinderten durch ihr Veto, dass das Recht umgesetzt werden kann.
Die Vereinten Nationen gehen schweren Zeiten entgegen. Nur in einer Sache waren
sich die beiden Antagonisten Joschka Fischer und Colin Powell am Freitag im
Sicherheitsrat einig: Die Entscheidung, die Abrüstung des Irak mit friedlichen
oder kriegerischen Mitteln zu erreichen ist eine historische.
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