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e-politik.de - Home  Forschung & Lehre  Aus den Hochschulen   Konflikt am Hannah-Arendt-Institut in Dresden


Stellvertretender Direktor Dr. Uwe Backes von Rechtsextremisten mißbraucht?

Autor :  Florian Wachter, Philipp Nowack
E-mail: redaktion@e-politik.de
Artikel vom: 02.02.2000

Auszüge aus einem Buch von Dr. Uwe Backes tauchen im Umfeld einer revisionistischen Homepage auf - geschah dies ohne Wissen des Autors?


Nach Recherchen der Redaktion des Internetmagazins e-politik.de werden im Umfeld neonazistischer Inhalte eines belgischen Online-Verlages Auszüge aus einem Buch Backes abgedruckt.

Das Buch der Politologen Backes, Eckhard Jesse und Rainer Zitelmann, "Die Schatten der Vergangenheit", war 1990 im Ullstein Verlag erschienen. In ihrem einleitenden Aufsatz fordern die Herausgeber eine "Historisierung des Nationalsozialismus". Damit gemeint ist eine vorurteilsfreie und an historischen Fakten orientierte Aufarbeitung der NS-Zeit, ohne die Verbrechen bagatellisieren oder leugnen zu wollen. Wenn auch viele Historiker den "moralfreien" Zugang zum Dritten Reich ablehnen, gelten diese Thesen als diskussionswürdig. Die Darstellung dieses Buches findet nun im Kontext der Website einer Vereinigung statt, die sich unverfänglich "Europäische Stiftung zur Förderung freier historischer Forschung" nennt. Das selbsternannte Ziel des Online-Verlages Vrij Historisch Onderzoeck ist Geschichtsforschung, die sich "weder von wissenschaftlichen Dogmen, noch von Axiomen beschränken läßt". Daneben strebt die Vereinigung an, "die Menschenrechte zu verteidigen und die Rassendiskriminierung zu bekämpfen, insbesondere, wenn sich diese gegen das deutsche Volk richtet."

Tatsächlich verbirgt sich hinter Vrij Historisch Onderzoeck eine Gruppe zum Teil verurteilter internationaler Rechtsextremisten. Auf der in deutscher Sprache verfassten Website werden großteils strafrechtlich relevante Inhalte verbreitet. Unter anderem finden sich Werke der in Deutschland rechtskräftig verurteilten Holocaust-Leugner Ernst Zündel und Fred Leuchter. Diese können online bestellt werden. Redakteure des Internetmagazins e-politik.de hatten bereits vor einigen Wochen darüber berichtet. Außerdem kann von der Homepage eine unkommentierte Version von "Mein Kampf" von Adolf Hitler heruntergeladen werden.

Dr. Uwe Backes selbst hatte sich im Zuge des seit November andauernden Streits am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung (HAIT) von revisionistischen Kreisen distanziert. Er sei lediglich gegen einen "neurotischen Umgang mit NS-Geschichte". In der Auseinandersetzung um einen umstrittenen Aufsatz über den Hitler-Attentäter Georg Elser hatte der Institutsleiter des HAIT, Dr. Klaus-Dietmar Henke, die Entlassung seines Stellvertreters Backes gefordert und ihn als "Geschichtsrevisionisten" bezeichnet. Backes hatte sich - gegen den erklärten Willen Henkes - hinter den Institutsmitarbeiter Lothar Fritze gestellt. Dieser warf in einem in der Frankfurter Rundschau (8.11.1999) veröffentlichten Artikel dem Hitler-Attentäter Georg Elser moralische Verfehlung vor, weil der den "Tod Unbeteiligter billigend in Kauf genommen" hätte. Seitdem wird in Wissenschaft und Politik erbittert über den "Fall Backes" diskutiert.

Unklar ist derzeit, ob die ausführliche Darstellung von Backes´ Aufsatzband auf der rechtsextremistischen Website Vrij Historisch Onderzoeck mit dessen Wissen zur Veröffentlichung gelangte oder von den Revisionisten zu deren Zwecken mißbraucht wurde.


   


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