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e-politik.de - Home  Brennpunkt  Politik in Deutschland   Ochsentour - die Kolumne zur Bundestagswahl 2002


Ochsentour, die 1.: Die Feinde des Edmund S. (4. März 2002)

Autor :  Sead Husic
E-mail: redaktion@e-politik.de
Artikel vom: 03.03.2002

Für den Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber geht es um mehr als den Sieg bei der Bundestagswahl. Von Sead Husic.


München, im Februar.

"Es ist ein großer politischer Fehler, dass Edmund Stoiber als Kanzlerkandidat angetreten ist", sagt der ältere Herr im grauen Anzug. Er sitzt auf einem Sofa im Foyer des Münchner Hotels Bayerischer Hof. Er kennt die Christlich Soziale Union genau, weil er dem Machtzentrum über Jahrzehnte hinweg so nah war, wie nur wenige in Bayern. Er war einst als CSU-Mann und Freund von Franz-Josef Strauß, dem in seinem Land zum Mythos gewordenen bayerischen Ministerpräsidenten, parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium.
Der Mann spricht schnell, beugt sich vor, rattert Gründe herunter, warum Edmund Stoiber, CSU-Ministerpräsident Bayerns, die Wahl verlieren und seine Partei damit schwächen wird. Die Argumente sind überlegt, aber der wahre Grund für die Abneigung gegen den bayerischen Herausforderer des SPD-Kanzlers Gerhard Schröder ist ein anderer.

Edmund Stoiber ist in seiner Partei ein Mann, der gefürchtet und nicht geliebt wird. Auf seinem Weg zum Amt des Ministerpräsidenten habe Stoiber viele Freunde verraten und geopfert und sich damit zu viele Feinde gemacht. Die Liste der Geschassten ist lang. Max Streibl, Stoibers Amtsvorgänger steht auf dieser Liste und auch Alfred Sauter, der ehemalige bayerische Justizminister, den Stoiber einst aus dem Amt beförderte.

"Dieser Mann darf nicht Kanzler werden", sagt der ältere Herr und blickt um sich. Man fühlt sich verschwörerisch, gerade so, als ob jemand mithören und gleich "Verrat!" schreien könnte.
Es gab Zeiten, da war Stoiber der engste Vertraute von Franz-Josef Strauß. Doch nachdem er Ministerpräsident wurde, entfernte er sich von vielen Parteifreunden oder entfernte viele vom Machtzentrum der Partei, die mit dem System Strauß noch eng verflochten waren. Dass nehmen ihm die alten Strauß-Bewunderer sehr übel. Manche sagen sogar, der Edmund wisse gar nicht, dass es bei dieser Wahl nicht nur um die Kanzlerschaft sondern auch um seine Ministerpräsidentschaft gehe.
"Wenn er verliert, dann wird er die nächste Wahl in Bayern nicht als Spitzenkandidat der CSU antreten", heißt es.

Der ältere Herr im grauen Anzug zupft die Krawatte zurecht. Er hat noch Termine und wichtige Gespräche. "Der Schröder macht das sehr gut. Und wenn im Sommer die Wirtschaft besser wird, dann hat er nichts zu fürchten", sagt der CSU-Mann. Er verabschiedet sich.
Hinterlassen hat er eine Liste mit Namen wichtiger CSU-Politiker, mit denen man sich mal über Edmund Stoiber unterhalten sollte.
Die Christlich-Soziale Union kämpft also nicht nur um die Macht in Berlin, sondern seit der Kandidatur ihres Landesherrn auch mit sich selbst.


zum Ochsentour-Überblick


Foto-Collage: Jeffrey Wipprecht


   


Leserkommentar von .
am 25.10.2002
.

Bist Du der Jeffrey aus Berlin?

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