Die haben die Hosen doch gestrichen voll, hieß es allenthalben. Und dann traut sich auch noch der Bomber, ich würde ihn eher als wortkargen Bierdimpfl bezeichnen, traut sich also Bum-bum Gerd Müller unseren Vorzeigeweichling Oli Bierhoff anzupöbeln.
Eigentlich wolle er, Müller, gar nicht über "den" reden. Aber dann ließ Bum-bum-Müller im Berliner Tagesspiegel seinem "och nöh..." doch noch einen Satz folgen. Kurz, knapp und auf den Punkt gefurzt kanzelte er Bierhoff ab: "Der kann nix." Pfff.. Oder auch bumm. Aha.
Die anderen - bis auf wenige Ausnahmen - sind natürlich auch die totalen Nulpen in Müllers Augen. Jancker, Gott oh Gott, wie kann Völler auch einen wie "den" mitnehmen. In der Bundesliga schießt er kein Tor - und dann soll die Glatze uns ins Finale schießen. Na, warum eigentlich nicht.
Den Arabern hat er jedenfalls gezeigt, wo der Bartel den Most holt. Und Bierhoff ließ sich auch nicht lumpen, legte die Kugel dort ab, wo sie auch hingehört - ins saudi-arabische Tor. Sauber dieser hingelegte Flachweitschuß. Alle Achtung.
Und was nun Herr Müller?
Nichts Herr Müller, rein gar nichts ist dem hinzuzufügen.
Digital Ausgebeutete hatten Pech
Unsere Jungs sind gut drauf. Das hat man doch gesehen. Das war gar nicht zu übersehen.
Gut, die paar hundert tausend, die wegen unerledigter ARD/Kirch-Querelen in die Röhre gucken mussten, die kann man ja angesichts der 12 Millionen Einschalter getrost unter den Tisch fallen lassen. Sind ja auch selber schuld die Ameisenrennen-Gucker, wenn sie sich der digitalen Ausbeutung verschrieben haben und das nicht funktioniert hat, weil Kirch nicht will.
Einfach Pech.
Hoffe, Herr Müller, sie gehörten nicht zu den digitalen Aussetzern. Wann sieht man auch schon mal acht deutsche Tore in einem Spiel - und das gegen einen dermaßen gefährlichen Gegner. Waren doch Araber, oder? Und die sind doch auch gefährlich?
Na, also. Und unsere Jungs haben sie einfach platt gemacht. Hut ab. Weiter so. Alles wird jetzt noch besser.
Der Rudi kriegt's hin. Unser aller Rudi. Logisch.
Und irgendwie auch ein bisschen politisch korrekt, wie Deutschland die Araber vom Platz gefegt hat. Einfach so. Aber dafür deutlich.
Viel Holz im arabischen Kasten
Und das, obwohl FDP-Möllemann doch eigentlich wieder lieb sein will.
Er, der so nebenbei Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft ist und immer ein gutes Wort für den nahöstlich gelegenen schwarz-weiß-betuchten Abwehr-Recken Arafat übrig hat.
Er, der gerne Mal den Angriff-Stil von Ariel Scharon ins Abseits befördert.
Er, der so ein fußballversessener Schalker ist, dass er gerne Mal einen blau-weißen Schal umlegt und per Fallschirm über einem Fußballfeld vom Himmel herabgesegelt kommt.
Und er, der schließlich den glattgegelten Saubermann-Ästheten Michel Friedmann gar nicht mag und jetzt für sein uncooles Gebrabbel von allen Seiten gescholten wird.
Puuh!
Viel Holz für einen Schnauzbartträger, dem der Fußball so ans Herz gewachsen ist.
Viel Holz aber auch im Saudi-Tor. Acht Stück an der Zahl bretterten die Deutschen in den arabischen Kasten. Und alle sind froh, dass niemand sie verhindert hat. Nicht einmal ein Möllemann.
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