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Platon

Platon - Die Theorie von der besten Polis

Autor :  Politisches Studium
E-mail: redaktion@e-politik.de
Artikel vom: 20.02.2000

Platon verrät, was er unter der Polis versteht und warum er sie als Spiegelbild des Seelenzustandes der Menschen definiert.


Vorab: Es geht hier immer nur um das Paradigma, an dessen Übereinstimmung mit unserer eigenen Seele die Gerechtigkeit erkannt werden soll. Es geht also nicht um einen Verfassungsentwurf für eine soziale Polis als Staatsgebilde!

Untersuchung der Polis = der großgeschriebene Mensch. Paradigma für die Ordnung der menschl. Seele. Die Gerechtigkeit soll gefunden werden. Aber im Großen ist sie besser erkennbar, daher wird in der Polis nach Gerechtigkeit gesucht.

Heil für die Polis = Heil für den Einzelnen
Die Menschheit wird dann erlöst, wenn der Stand der Philosophen in der Polis herrscht (oder die derzeitigen Herrscher ernsthaft philosophieren).
Dabei ist die Philosophie die Wissenschaft der richtigen Ordnung und des Guten.
 

A. Untersuchung der Polis:

Der erste Teil (II.Buch, 357a- IV.Buch, 445e) stellt die Untersuchung über die Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit dar. Der zweite Abschnitt (- VII.Buch, 541a) bezieht sich auf die Bedingungen für die Schaffung und Aufrechterhaltung der gerechten Ordnung. (Gerechtigkeit setzt Wissen voraus, denn: wenn man jedem das für ihn Gute und Zuträgliche geben will, muß man in Freund und Feind unterscheiden können)
 

B. Gründung der Polis in 4 Stufen:

1. Gesunde Stadt: wenig Luxus, daher von Glaukon als "Schweinestadt" bezeichnet
2. Üppige Stadt: zivilisiertes Leben (II.Buch, 372c)
3. Gereinigte Stadt: Wächter sind gut erzogen (II.Buch, 376d)
4. Schöne Stadt der Philosophen (V.Buch, 449a - VII.Buch, 541d)

Ausgangspunkt: Polis = Institution zur Befriedigung menschl. Bedürfnisse

Zu 1.: Bauern/ Handwerker/ Handel/ Seeleute
Arbeitsteilung/ Funktionsspezialisierung
Jeder macht das Seine
Glückliche Stadt, keine großen Differenzen, keine bewußt empfundene Ungerechtigkeit. Leben in Anarchie. Aber: Unbefriedigend für urbane Zivilisation

Zu 2.: Erweiterung auf die üppige Stadt: größer (Luxushandwerk, Tanz, Unterhaltung), braucht wegen Ausdehnung gegen andere einen eigenen Kriegerstand
Unreflektierte Gerechtigkeit verschwindet
Gier nach Luxus/ Reichtum
Der Einzelne wendet sich dem zu, was den meisten Lohn bringt und nicht mehr dem, was das Seine wäre. Relation zwischen Leistung und Lohn schwindet.
Es wird eine Herrschaftsmacht nötig, die die Gerechtigkeit aufrechterhält

Zu 3.: Die Wächter werden Träger der politischen Macht.
Das Problem bei der Einführung der gereinigten Stadt: Erziehung der Wächter/ Unterteilung in Gehilfen und die eigentlichen Wächter (durch Erziehung in Musik, Gymnastik, ...)
Dieses Erziehungsprogramm (II.Buch, 376e) stellt den Hauptteil der gereinigten Stadt dar.
Neue Musik und Dichtung muß her
Zensur von Homer und anderen (Götter müssen wieder Vorbilder werden, keine schmutzigen Witze mehr)
Die Substanz der wahren Polis als Inbegriff der guten Gesellschaft ist identisch mit dem Erziehungsprogramm für ihre Wächter

Zu 4.: Bedingung, unter der diese gute Polis real geschaffen werden kann: "Gründung der schönen Stadt der Philosophen"
Herrscherfrage = Erziehung der Wächter Wesen der Philosophie (vgl. Höhlengleichnis)
Die wahre Ordnung des Guten ist in der Seele der Philosophen Realität geworden
Die gute Ordnung kann aber nur in der Polis sein, wenn der herrscht, der sie auch in der Seele hat. Der muß dann aber gleichzeitig auch die Erziehung übernehmen.

Grundproblem der Errichtung einer guten Gesellschaft: Der Philosoph kann niemanden zwingen, weil er ja (leider) das Gute kennt/ geschaut hat (Gleichnis vom Steuermann)

In der schlechten Polis kommt es zur Vermischung der menschl. Typen (goldene, silberne und eiserne)
es wird (nach Platon) keine sinnvolle Politik des Gemeinwesens mehr betrieben
es macht nicht mehr jeder das Seine
Auflösung der guten Polis
Außerdem (aufgrund der Vermischung der Seelenteile) kommt es zu folgenden Staatsformen:
Aristokratie - Oligarchie - Timokratie - Demokratie (Achtung: andere Begriffsbesetzung!!) - Tyrannis
 

Kleiner Zusatz - Die Tiras (ethischer Nihilismus der Sophisten):
"Wahrscheinlich gibt es keine Götter. Wenn es sie aber doch gibt, so kümmern sie sich nicht um die Angelegenheiten der Menschen. Kümmern sie sich aber doch darum, so können sie durch Gebete und Opfergaben bestochen werden."

Dieses studentische Skript erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist keine Garantie zum Bestehen irgendwelcher Prüfungen. e-politik.de ist bemüht, die Skripten ständig zu aktualisieren und inhaltlich zu bearbeiten.

Bildbearbeitung: Claudia Kober


   


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