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Was ich noch vergessen wollte

Peter Ensikat: Was ich noch vergessen wollte

Autor :  Matthias Zilbauer
E-mail: redaktion@e-politik.de
Artikel vom: 16.04.2001

Der Kabarettautor Peter Ensikat erinnert sich an eine DDR-Diktatur, in der nicht alles schlechter war, als es in der heutigen BRD-Demokratie ist. Matthias Zilbauer hat das Buch gelesen.


"Trotz Mauer und Stacheldraht habe ich mich in der DDR auch zu Hause gefühlt und fühle mich jetzt manchmal ein bisschen heimatlos in der großen schönen Bundesrepublik".
Traurige Erkenntnisse wie diese formuliert Peter Ensikat in Hülle und Fülle in seinem neuesten Buch Was ich noch vergessen wollte. Mit viel Humor und noch mehr Satire schuf der Autor eine unterhaltsame und wertvolle kabarettistische Lektüre. Der gelernte Schauspieler Peter Ensikat, 1941 in Finsterwalde geboren, ist freier Schriftsteller und war auf DDR Bühnen jahrelang einer der meistgespielten Autoren. Seit den neunziger Jahren widmete er sich zunehmend dem Kabarett. Mit Was ich noch vergessen wollte gelingt es ihm, den Leser humorvoll auf die Eigenarten und Unterschiede im Denken der Deutschen hinzuweisen und zum Nachdenken anzuregen.

Treffen sich zwei Ossis auf der Arbeit

Ensikats Darstellungen sind entblößend direkt und leben von beißendem Humor. Kaum ein Kapitel gibt es, das nicht zum Lachen ist - so traurig auch der Inhalt sein mag.
Wie ein roter Faden ziehen sich dabei Ensikats Beschreibungen zum mentalen Ost-West Konflikt durch die Kapitel, in denen er unzählige Themen des alltäglichen und nicht-alltäglichen Lebens abhandelt.
Von Antikommunismus über Mülltrennung hin zu Hooligans, vom Bauwahn in Berlin über "Philosemitismus" hin zur Abschaffung des Straßenbahnschaffners, vom Briefkastenleeren über Kulturverfall bis hin zur Jugend von heute.

Zynisch skizziert er das zukünftige Heldenbild der emanzipierten Frau als "stillende Mutter mit dem Säugling an der Brust am Steuer ihres Leopard-Kampfpanzers". Sarkastisch erzählt er den kürzesten Ossi-Witz: "Treffen sich zwei Ossis auf der Arbeit".
Und provokant stellt er im Hinblick auf Stasi-Mitarbeiter fest: "Auf jeden Fall waren sie nur Befehlsempfänger - denn das waren in Deutschland bisher noch alle Kommandierenden".

Innerdeutsche Normalisierung

Ensikat hat ein Buch geschrieben, das mit sympathischen Aussagen ganz und gar unsympathische Denkweisen in Ost und West aufdeckt.
Dabei geht es ihm weniger um Schuldzuweisungen, als vielmehr um den Wunsch, die Ost-West Brille endlich abzulegen. Ein Aufruf gegen mentale Grenzziehung in diesem Land. Würde man dieses Buch per Postwurfsendung an Deutschlands Hauhalte verteilen: es wäre eine einfache und wirksame Methode das Zusammenleben zu normalisieren.

Das Themenspektrum ist weit, da ist für jede Seelenlage etwas dabei. Egal ob aus Ost oder West. Allerdings wird es kaum einen Leser geben, der sich nicht hier und dort an seinen bissigen Bemerkungen reiben wird. Ein Buch, dass wahrlich zum Nachdenken anregt. Eine Sammlung von Kapiteln, die es wert ist, sie in ruhigen Minuten immer mal wieder aufzuschlagen.


Peter Ensikat: "Was ich noch vergessen wollte"
Karl Blessing, München 1999, 288 Seiten, 42 DM
ISBN 3-89667-152-9


   

Weiterführende Links:
   Preisverleihung an Peter Ensikat



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