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Ingrid Betancourt: Die Wut in meinem Herzen

Autor :  Sarah-Janine Flocke
E-mail: redaktion@e-politik.de
Artikel vom: 19.04.2002

Die kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt wurde am 23. Februar 2002 von Guerillas entführt. Kurz zuvor erschien ihr Buch "Die Wut in meinem Herzen". Sarah-Janine Flocke hat es gelesen.


Schon im Dezember 1996 wird Ingrid Betancourt bedroht: "Sie raten Ihnen zu verschwinden, weil der Entschluss gefasst ist. Um genau zu sein, Doctora will ich Ihnen sagen: Wir haben die Sicarios bereits bezahlt." Doch Ingrid Betancourt verschwindet nicht. Was erstaunlich mutig ist, wie bereits die ersten Seiten ihres neuen Buches deutlich machen.

In "Die Wut in meinem Herzen" führt sie den Leser tief hinein in den Sumpf aus Korruption, Gewalt und Armut, der die Politik Kolumbiens bestimmt. Sie, die in der 1. Liga der kolumbianischen Politik spielt und dennoch nie zur Mannschaft gehörte, erläutert differenziert die erschreckenden Regeln dieser Politik. So erfährt der Leser die Hintergründe zu Entführungsmeldungen und Attentaten, wie der Ermordung des Präsidentschaftskandidaten Louis Carlos Galán, die in der Tagespresse niemals so detailliert geschildert werden.

Sehnsucht nach dem Lärm der Strassen

Zugleich ist dieses Buch die sehr persönliche Geschichte einer Frau, die mit gerade 41 Jahren schon einen erstaunlich wechselreichen Lebensweg hinter sich hat. Betancourts Vater ist Diplomat und sie wächst mit ihrer Schwester wohlbehütet in Paris und Bogotá auf. Später studiert sie Politik an der Science Po in Paris und heiratet einen französischen Diplomaten. Von der Botschaftergattin zur Parlamentsabgeordneten, die sich für die Ärmsten im Land stark macht, führt ein steiniger Pfad.

Betancourt beschreibt ihr Leben, als sei es von Kindheit an auf ihre politische Aufgabe ausgerichtet gewesen. Während ihrer Zeit in Paris und auf den Seychellen fehlt ihr "der verrückte Lärm der Strassen, der manchmal so bleierne Himmel, die Regenfälle und der stets so dunkle Blick der Kolumbianer". Keine Frage, sie liebt dieses Land und ist zutiefst mit ihm verwurzelt. Großen Anteil daran haben wohl auch die Eltern: ihr Vater, der ihr immer wieder ihre Verantwortung gegenüber Kolumbien bewusst machte, und ihre Mutter, die zunächst Vorbild im Kampf gegen die Armut ist und später zur politischen Weggefährtin wird.

"Für diese Leute gehe ich bis ans Ende"

Als Ingrid Betancourt sich von ihrem Mann trennt und nach Bogota zurückkehrt, wird sie selbst politisch aktiv. Ihr Parlamentsmandat ist Berufung und harte Prüfung zugleich. Denn sie muss sich von ihren Kindern trennen und kann nur unter größten Sicherheitsvorkehrungen arbeiten. Doch die Wut auf korrupte Politiker und der Glaube an die Menschen ihres Landes lässt sie die Entbehrungen und die allgegenwärtige Angst aushalten.

Durch ihren mitreißenden, kurzweiligen und sehr spannenden Stil bekommt der Leser eine Ahnung von der Kraft und der Entschlossenheit der Autorin, gegen alle Widerstände weiter zu kämpfen. Ein Buch, das Hoffnung weckt. Deshalb wurde es wohl wenige Wochen nach dem Erfolg in Frankreich auch in Kolumbien zum Bestseller, wo es nur unter der Hand zu bekommen ist. Bei den Wahlen im Mai 2002 hätte Ingrid Betancourt gute Chancen, "durch die Stimmen der Ärmsten" ins Präsidentschaftsamt gewählt zu werden. "Für diese Leute, die unsere politische Klasse seit Generationen verachtet, gehe ich bis ans Ende und lasse nicht los, wie hoch der Preis auch sein mag." Dies erklärte Sie auch noch einmal kurz bevor sie entführt wurde.

Das Schicksal Ingrid Betancourts ist derzeit ungewiss. Sie befindet sich noch immer in den Händen der Guerilla Gruppe der "revolutionären Streitkräfte Kolumbiens", kurz FARC. Die Verhandlungen der Regierung mit der FARC wurden abgebrochen.

Ingrid Betancourt
"Die Wut in meinem Herzen"
List Verlag, München 2002
256 Seiten
EUR 19,00
ISBN 3-4717-9455-7

Bild: Copyright liegt beim List-Verlag


   

Weiterführende Links:
   Ingrid Betancourts Homepage



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